Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Plan B: Interdisziplinäres Szenariospiel zu den Folgen des Klimawandels

01.12.2011
Innovative Lehre aus dem Projekt „Climate Engineering“ am Marsilius-Kolleg

Wie beeinflussen politische und technologische Weichenstellungen den Klimawandel und welchen Herausforderungen und Problemen stehen die Akteure auf internationaler Ebene dabei gegenüber? Mit einem interdisziplinären Szenariospiel gehen Studierende der Marsilius-Studien, einem Ergänzungsstudiengang des Marsilius-Kollegs der Universität Heidelberg, diesen Fragen nach.

Im Rahmen des Seminars „,Plan B’ für die Erde? Klimawandel, internationale Klimapolitik und die Option Climate Engineering“ werden die Teilnehmer aus Geografie, Physik, Politikwissenschaft und weiteren Disziplinen mit drei möglichen Szenarien eines veränderten Klimas im Jahr 2050 konfrontiert, deren Entwicklung sie rekonstruieren müssen. Das Seminar wurde von Mitgliedern des Projekts „The Global Governance of Climate Engineering“ entwickelt, das vom Marsilius-Kolleg gefördert wird. Das Kolleg ist eine zentrale Maßnahme des Zukunftskonzepts der Ruperto Carola in der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder und setzt mit den von ihm geförderten Projekten vielfältige Impulse in Forschung und Lehre.

Das interdisziplinäre Marsilius-Projekt beschäftigt sich kritisch mit „Climate Engineering", einer bislang nur wenig diskutierten und sehr umstrittenen Option im Umgang mit dem Klimawandel. Darunter versteht man die gezielte Beeinflussung des Klimas mit technologischen Mitteln, etwa das solare Strahlungsmanagement (SRM) zur Reduzierung der Sonneneinstrahlung. „Ziel unseres Szenariospiels mit vier interdisziplinären Teams ist es, aus verschiedenen fachlichen Blickwinkeln die Chancen und Risiken bei der Erforschung und dem Einsatz von SRM zu verdeutlichen“, erklärt der Politikwissenschaftler Prof. Dr. Sebastian Harnisch, einer der vier Leiter des Seminars. Die Teilnehmer müssen zu drei verschiedenen Szenarien – gut, schlecht, schlimm – verschiedene Aufgabenstellungen bearbeiten. „Es geht dabei um die Rekonstruktion von Entwicklungspfaden für das solare Strahlungsmanagement in einer Welt, in der die negativen Folgen des Klimawandels bereits deutlich sichtbar geworden sind“, erläutert Dr. Nicole Vollweiler, die Seminarleiterin aus der Physischen Geografie.

Die Veranstaltung „,Plan B’ für die Erde? Klimawandel, internationale Klimapolitik und die Option Climate Engineering“ ist ein sogenanntes Brückenseminar der Marsilius-Studien, die als Ergänzungsstudiengang den akademischen Nachwuchs mit Methoden und Instrumenten interdisziplinärer Zusammenarbeit vertraut machen. Die Veranstaltung wird in Kooperation mit dem neu gegründeten Heidelberg Center for the Environment (HCE) durchgeführt, dem auch die weiteren Seminarleiter Dr. Vollweiler, Prof. Dr. Werner Aeschbach-Hertig und Prof. Dr. Ulrich Platt angehören. Das Szenario-Spiel wird derzeit im Seminar vorbereitet und wird dann als Blockveranstaltung am 20. und 21. Januar 2012 stattfinden. Es ist hervorgegangen aus einer internationalen Sommerschule in Kanada im August 2011, die von der Marsilius-Projektgruppe zusammen mit der kanadischen University of Calgary, der Harvard University in Cambridge (USA), der Carnegie Mellon University in Pittsburgh (USA) und der University of Oxford organisiert wurde.

Die Arbeit des Marsilius-Kollegs ist darauf ausgerichtet, ausgewählte Forscherinnen und Forscher aus verschiedenen Wissenschaftskulturen zusammenzuführen. Damit soll der forschungsbezogene Dialog zwischen Geistes-, Rechts- und Sozialwissenschaften einerseits und den Natur- und Lebenswissenschaften andererseits gefördert werden. Weitere Informationen zum Marsilius-Kolleg können im Internet unter www.marsilius-kolleg.uni-heidelberg.de abgerufen werden.

Kontakt:
Prof. Dr. Sebastian Harnisch
Institut für Politische Wissenschaft
Telefon (06221) 54-2859
sebastian.harnisch@uni-heidelberg.de
Kommunikation und Marketing
Pressestelle, Telefon (06221) 54-2311
presse@rektorat.uni-heidelberg.de

Marietta Fuhrmann-Koch | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-heidelberg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Seminare Workshops:

nachricht Wie weggeblasen!
08.12.2016 | Haus der Technik e.V.

nachricht Seminare 2017 HDT Berlin
08.12.2016 | Haus der Technik e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Seminare Workshops >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einzelne Proteine bei der Arbeit beobachten

08.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Intelligente Filter für innovative Leichtbaukonstruktionen

08.12.2016 | Messenachrichten

Seminar: Ströme und Spannungen bedarfsgerecht schalten!

08.12.2016 | Seminare Workshops