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Neuer Datenspeicher soll zukünftig Wartezeiten verkürzen

21.09.2009
Workshop des I. Physikalischen Instituts der RWTH Aachen versammelt führende Forscher

Computerspeicher sind aus unserer modernen Welt nicht mehr wegzudenken. Sei es PC, Digitalkamera oder Handy, überall sollen ständig größere Datenmengen verarbeitet und gespeichert werden.

Die Entwicklung eines neuen leistungsfähigen Phasenwechselspeichers stand daher im Mittelpunkt eines Workshops, zu dem das I. Physikalische Institut der RWTH Aachen Anfang September rund 90 Teilnehmer aus Asien, Europa und den USA begrüßen konnte.

Bei der Speicherung größerer Datenmengen müssen ständig Kompromisse eingegangen werden. Der Flashspeicher, der aufgrund seiner Größe und Robustheit in mobilen Geräten eingesetzt wird, kann nur begrenzt oft überschrieben werden und ist dazu noch recht langsam. Festplatten wiederum haben eine hohe Kapazität, sind jedoch zu groß und zu störanfällig. Und der so genannte DRAM, das schnelle Kurzzeitgedächtnis jedes PCs, leidet unter chronischer Vergesslichkeit; es muss mehr als zehn mal pro Sekunde an seinen Inhalt "erinnert" werden und verliert die gespeicherte Information ohne dauernde Stromzufuhr endgültig.

Vor diesem Hintergrund arbeiten eine Vielzahl von internationalen Unternehmen und staatlichen Forschungseinrichtungen intensiv an einem neuen Speicher, der die Vorteile aller bestehenden Verfahren in sich vereint. Ziel dieser Anstrengung ist die Entwicklung eines so genannten Phasenwechselspeichers, englisch Phase-Change-RAM.

Forschungsergebnisse und Entwicklungsstand des neuen Speichers waren nun Thema des dreitägigen Workshops mit dem Titel "European Phase Change and Ovonics Symposium", den das I. Physikalische Institut im SuperC veranstaltet hat. "Die Zusammenarbeit zwischen Industrie- und Forschungspartnern in diesem Feld ist ausgesprochen eng und intensiv", sagte der Organisator, Univ.-Prof. Dr. Matthias Wuttig, Inhaber des Lehrstuhls für Experimentalphysik I A und Leiter des I. Physikalischen Instituts. Dadurch ergebe sich ein einmaliger Wissens- und Erfahrungsaustausch, der die Arbeit an der Entwicklung der Phasenwechselspeicher sehr begünstige, so Professor Matthias Wuttig.

Die Beiträge der Aachener Forscher wurden in den vergangenen Jahre bereits mehrfach ausgezeichnet. Ein wichtiges Etappenziel sei in Sicht, denn die erste Generation der Phasenwechselspeicher könne schon bald Marktreife erlangen. Langwieriges hoch- und herunterfahren der PCs könnte also schon bald ebenso der Vergangenheit angehören wie die Wartezeiten beim Herunterladen von Fotos der Digitalkamera.

i. A. Gabriele Renner

Thomas von Salzen | idw
Weitere Informationen:
http://www.rwth-aachen.de

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