Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Klima- und Landschaftswandel besser verstehen und messen - ICLEA-Workshop in Greifswald

19.03.2014

Vom 25. bis zum 28. März 2014 findet in Greifswald der dritte Workshop des Virtuellen Instituts Integrated Climate and Landscape Evolution Analyses (ICLEA) der Helmholtz-Gesellschaft statt. Es werden rund 60 Wissenschaftler aus Deutschland und Polen erwartet. Während des Workshops in Greifswald werden die neuesten Ergebnisse zum nacheiszeitlichen Klima- und Landschaftswandel in den Regionen Nordostdeutschland und Nordpolen vorstellt und diskutiert.

Zur Tagungseröffnung am 25. März 2014 um 19:30 Uhr hält Professor Dr. Thomas Terberger vom Niedersächsischen Landesamt für Bodendenkmalpflege im Pommerschen Landesmuseum einen öffentlichen Vortrag.


Einsetzen der automatischen Sedimentfalle, die alle Ablagerungen im See kurz über dem Seegrund in 15-Tage Abschnitten auffängt. Foto: Achim Brauer

Unter dem Titel „Neolithische Revolution im Norden? – Neue Ergebnisse zu den letzten Sammler-Jägern und ersten Bauern im westlichen Ostseegebiet“ wird er den kulturellen Wandel im südlichen Ostseeraum während des Neolithikums und seine Auswirkungen auf das Landschaftsbild behandeln.

Das Virtuelle Institut Integrated Climate and Landscape Evolution Analyses/Integrierte Analyse der Klima- und Landschaftsentwicklung wurde 2012 ins Leben gerufen. Es bündelt Kapazitäten und Expertisen deutscher und polnischer Forschungseinrichtungen.

Das Institut untersucht, wie sich die historische Kulturlandschaft zwischen Nordostdeutschland und Nordwest-Polen seit der letzten Eiszeit entwickelte. Ziel dabei ist, die Klimadynamik und Landschaftsentwicklung im nördlichen Mitteleuropäischen Tiefland zu verstehen. Als langfristige Mission hat sich das Institut die Aufgabe gestellt, eine substanzielle Datengrundlage für ein nachhaltiges Umweltmanagement seitens der Politik und Fachverwaltungen auf Landesebene bereitzustellen.

Während des Workshops in Greifswald sollen beispielsweise hochauflösende Rekonstruktionen der See- und Landnutzungsgeschichte im Bereich der Klocksiner Seenkette (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) in historischer Zeit, das Potenzial von Baumringen für die Rekonstruktion von Grundwasserständen, die nacheiszeitliche Entwicklungsgeschichte polnischer Seen und Flusstäler sowie die Möglichkeit, Gewässer mit Hilfe von Satellitenbild-Serien zu überwachen, vorgestellt werden.

Dabei stützen sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf Daten, die durch das Virtuelle Institut gesammelt wurden. Beispielsweise werden Messungen an Seen durchgeführt, Daten aus der Fernerkundung per Satelliten und aus natürlichen Archiven, zum Beispiel Ablagerungen in Seen und Mooren oder Jahresringen in Bäumen gesammelt.

Wenn diese Daten miteinander verknüpft werden, kann Jahrtausende alte Landschaftsentwicklung besser verstanden und zwischen natürlichen Prozessen und menschlichen Einflüssen unterschieden werden. Eine besondere Rolle spielt die Analyse von jährlich bzw. saisonal geschichteten Seesedimenten, sogenannten Warven. Sie ermöglichen einerseits eine präzise Datierung der Sedimente.

Vor allem aber erlauben sie, neben langfristigen Änderungen der letzten rund 14.000 Jahre auch unmittelbare Auswirkungen kurzfristiger natürlicher (Extremwetter) und menschlicher Ereignisse (zum Beispiel Pestausbruch, Rodungen von Wäldern, Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft) auf die Landschaft zu untersuchen.

Die zahlreich vorkommenden Seen und Moore in der mecklenburgischen, nordbrandenburgischen und nordpolnischen Seenplatte sind hervorragende Archive. Zusammen mit der Nähe zu den Forschungseinrichtungen ist das norddeutsch-nordpolnische Tiefland ein ideales Laboratorium, um diesen Ansatz umzusetzen.

In dem Virtuellen Institut ICLEA forschen Arbeitsgruppen des Deutschen GeoForschungsZentrum Potsdam (GFZ), der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, der Brandenburgisch-Technischen Universität Cottbus (BTU) sowie der Polnischen Akademie der Wissenschaften (PAN). Während des Workshops in Greifswald werden Teilnehmer aller Einrichtungen die neuesten Ergebnisse vorstellen und diskutieren.

Zu den Themen gehören unter anderem die Rekonstruktionen der See- und Landnutzungsgeschichte im Bereich der Klocksiner Seenkette, das Potenzial von Baumringen für die Rekonstruktion von Grundwasserständen und die nacheiszeitliche Entwicklungsgeschichte polnischer Seen.

Weitere Informationen
ICLEA http://tinyurl.com/qxudg52

Einsetzen der automatischen Sedimentfalle, die alle Ablagerungen im See kurz über dem Seegrund in 15-Tage Abschnitten auffängt. Die Analyse dieses Materials liefert Informationen darüber, wie viel und welches Material in den einzelnen Perioden über das Jahr abgelagert wird. Das sind spannende Einblicke in die Entstehung der saisonalen Sedimentlagen, in denen die Seegeschichte wie in einem Kalender archiviert wird (Foto: Achim Brauer).
Das Foto kann für redaktionelle Zwecke im Zusammenhang mit dieser Pressemitteilung kostenlos heruntergeladen und genutzt werden. Dabei ist der Name des Bildautors zu nennen. Download:
http://www.uni-greifswald.de/informieren/pressestelle/pressefotos/pressefotos-2014/pressefotos-maerz-2014.html

Ansprechpartner an der Universität Greifswald

Arbeitsgruppe Physische Geographie
Prof. Dr. Reinhard Lampe
Institut für Geographie und Geologie
Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße 16
17489 Greifswald
Telefon 03834 86-4521
lampe@uni-greifswald.de

Arbeitsgruppe Landschaftsökologie und Ökosystemdynamik
Prof. Dr. Martin Wilmking Ph.D.
Institut für Botanik und Landschaftsökologie
Soldmannstraße 15
17489 Greifswald
Telefon 3834 86-4095
wilmking@uni-greifswald.de    

Jan Meßerschmidt | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Seminare Workshops:

nachricht Am Einmaleins kommt keiner vorbei
22.09.2017 | Friedrich-Schiller-Universität Jena

nachricht Leicht aber robust entwickeln und konstruieren!
13.09.2017 | Haus der Technik e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Seminare Workshops >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie