Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Energietransformationen - Die Rolle der Chemie

01.11.2012
Die Arbeitsgemeinschaft Chemie & Energie der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) lädt zum Workshop „Energietransformation – Die Rolle der Chemie“ am 15. und 16. November 2012 ans Institut für Nanotechnologie am Karlsruher Institut für Technologie in Eggenstein-Leopoldshafen ein.

Themen des Workshops sind nicht nur Energietransformationen im engeren Sinne, sondern alle Aspekte der Energie und ihrer Rolle in der und für die Chemie. Dazu zählen die Energieerzeugung, -speicherung und -wandlung, Fragen der Energieeffizienz, der Modellbildung und Bilanzierung, des Studiums und der Lehre.

Energieforschung und energierelevante Forschung sind zentrale Arbeitsgebiete der Chemie. Eine sichere Energieversorgung ist zudem Vorbedingung für die Existenz der chemischen Industrie. Ziele des Workshops sind daher, die Bedeutung der Energieforschung für die Chemie herauszuarbeiten, Expertinnen und Experten in Akademia und Industrie stärker zu vernetzen, gemeinsame Aktivitäten in Forschung, Lehre und Öffentlichkeitsarbeit sowie die Positionierung der AG Chemie & Energie in der GDCh zu diskutieren.

Der Vorstand der AG Chemie & Energie unter Leitung von Professor Dr. Jürgen Janek, Universität Gießen, ist zuständig für das wissenschaftliche Programm der Tagung. Es sieht vier Plenarvorträge vor: Professor Dr. Robert Schlögl, Berlin, macht sich Gedanken zur Energiewende und den daraus resultierenden Herausforderungen für die Chemie; Dr. Hermann Pütter, Neustadt/Weinstr., beleuchtet die Zukunft der Stromspeicherung; Professor Dr.-Ing. Ulrike Krewer, Braunschweig, stellt portable Energiesysteme vor und Dr. Andreas Fischer, Ludwigshafen, spricht über die Chancen der Elektromobilität aus chemischer Sicht.

Schlögl, Direktor am Fritz-Haber-Institut der Max-Planck Gesellschaft, hatte sich bereits im Juni im Leitartikel der GDCh-Zeitschrift Nachrichten aus der Chemie geäußert und dabei u.a. geschrieben: „Die Herausforderung der Energiewende ist ähnlich der Mondlandung und sollte mit einem ebenso großen Engagement vorangetrieben werden. Dabei erhält die Chemie eine einmalige Chance, sich für jeden erkennbar als fundamental benötigte Wissenschaft jenseits des Images einer Hilfswissenschaft zu positionieren.“ Schlögl bezieht sich insbesondere auf das Problem der Speicherung solarer Energie, beispielsweise in Form der Energieträger Wasserstoff, Methan, Methanol, Ammoniak oder Designerkraftstoffe. Im Labormaßstab gelingt es bereits, energieeffizient zu derartigen stofflichen und sinnvoll verwendbaren Energieträgern zu gelangen. Doch weder in den Grundlagen noch in der Prozessrealisation sei eine Optimierung der nötigen katalytischen Schritte gelungen, so Schlögl. „Die Energiewende zwingt dazu, die Katalysewissenschaft soweit voranzutreiben, dass wir kleine Moleküle hocheffizient umwandeln können.“

Pütter, Koordinator Chemie und Energie der GDCh, äußert sich zur Zukunft der Stromspeicherung, weil er überzeugt ist, dass sich die deutsche Energiewende in den nächsten zwei Jahrzehnten vorwiegend auf dem Stromsektor und dem Wärmemarkt abspielen wird. Wenn der Ausbau von Windkraft und Photovoltaik im geplanten Tempo vorangehe, komme dem Erdgasnetz und der dazugehörigen Infrastruktur mit Gasspeichern und Kraftwerken eine zunehmend wichtige Rolle zu, so Pütter. Die Energiewende werde auch auf einem flächendeckenden Smart Grid aufbauen müssen, das Abnehmern und Anbietern von Strom ermöglicht, flexibel auf das jeweils aktuelle Stromangebot zu reagieren. Die Kombination von Smart Grid und Erdgasnetz bestimme somit auch den Bedarf an Stromspeichern wie Pumpspeicherwerke, Druckluftspeicher mit Wärmemanagement und Batterien.

Batterien und insbesondere Brennstoffzellen sowie die Herausforderungen an die Materialforschung werden eine zentrale Rolle in den Vorträgen von Ulrike Krewer, Institut für Energie- und Systemverfahrenstechnik der TU Braunschweig, und Andreas Fischer, BASF SE, spielen. 13 Kurzvorträge und über 20 Posterbeiträge werden die Thematiken der Plenarvorträge vertiefen.

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker ist mit über 30.000 Mitgliedern eine der größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften weltweit. Sie veranstaltet u.a. internationale und nationale Tagungen sowie Fortbildungskurse zu allen Gebieten der Chemie. 2006 wurden die GDCh-Energieinitiative und der Koordinationskreis Chemische Energieforschung ins Leben gerufen, die bewusst machen sollen, dass Chemiker in hohem Maße zur Lösung des Energieproblems beitragen können. Im Frühjahr wurde zudem die GDCh-Arbeitsgemeinschaft Chemie & Energie gegründet.

Dr. Renate Hoer | GDCh
Weitere Informationen:
http://www.gdch.de/

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Seminare Workshops >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Im Focus: Physiker erzeugen gezielt Elektronenwirbel

Einem Team um den Oldenburger Experimentalphysiker Prof. Dr. Matthias Wollenhaupt ist es mithilfe ultrakurzer Laserpulse gelungen, gezielt Elektronenwirbel zu erzeugen und diese dreidimensional abzubilden. Damit haben sie einen komplexen physikalischen Vorgang steuern können: die sogenannte Photoionisation oder Ladungstrennung. Diese gilt als entscheidender Schritt bei der Umwandlung von Licht in elektrischen Strom, beispielsweise in Solarzellen. Die Ergebnisse ihrer experimentellen Arbeit haben die Grundlagenforscher kürzlich in der renommierten Fachzeitschrift „Physical Review Letters“ veröffentlicht.

Das Umwandeln von Licht in elektrischen Strom ist ein ultraschneller Vorgang, dessen Details erstmals Albert Einstein in seinen Studien zum photoelektrischen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

Unter der Haut

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Neues Schiff für die Fischerei- und Meeresforschung

22.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Mit voller Kraft auf Erregerjagd

22.03.2017 | Biowissenschaften Chemie