Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die Gravitationswellen können kommen

28.11.2014

Sonderforschungsbereich/Transregio 7 „Gravitationswellenastronomie“ feiert zwölf Jahre erfolgreiche Forschung mit internationalem Workshop vom 1.-5. Dezember 2014 an der Universität Jena

Ziel der Gravitationswellenastronomie ist es, die von Einsteins Relativitätstheorie vor bald 100 Jahren vorhergesagten Schwingungen von Raum und Zeit direkt nachzuweisen. Solche Wellen sind also theoretisch möglich, wurden aber bisher noch nie gemessen.


Schwarze Löcher – wie hier „spielerisch“ dargestellt – sind eine potenzielle Quelle von Gravitationswellen, die im Mittelpunkt der Jenaer Tagung stehen.

Foto: Jan-Peter Kasper/FSU

Es gibt allerdings eine Vielzahl von hochinteressanten, potenziellen Quellen, wie Schwarze Löcher, Neutronensterne und Supernovae. Gerade zur Theorie dieser Quellen sowie im Bereich von optischen Komponenten für Gravitationswellendetektoren ist weltweit viel geforscht worden. Auch Jenaer Wissenschaftler haben dazu einiges beigetragen: Zum Beispiel wurde die Kollision von zwei Schwarzen Löchern berechnet, die ein besonders starkes Signal aussenden. Zudem wurden optische Komponenten mit extrem hoher Reflexivität entwickelt.

All dies geschah v. a. im Rahmen des Sonderforschungsbereichs/Transregio 7 „Gravitationswellenastronomie“, der von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert wird und nun die maximale Förderzeit erreicht hat. Der Sonderforschungsbereich (SFB) blickt vom 1. bis 5. Dezember auf zwölf Jahre erfolgreiche Forschung an den Standorten Jena, Garching, Hannover, Potsdam und Tübingen zurück. Dazu treffen sich auf Einladung des SFB-Sprechers Prof. Dr. Bernd Brügmann von der Friedrich-Schiller-Universität rd. 80 Experten aus zehn Ländern in Jena, um die neuesten Forschungsergebnisse zu Gravitationswellen zu diskutieren.

Der Aufbau einer neuen Generation von Detektoren in Europa, Japan und den USA ist fast abgeschlossen. „Die spannende Frage lautet, wann und was für ein Signal den Physikern als erstes ins Netz geht“, sagt Prof. Brügmann. Gute Chancen hat Amerika, wo erste Tests des Detektors Advanced LIGO im Jahr 2015 beginnen und die anvisierte hohe Empfindlichkeit bis 2018 erreicht werden soll. „Ab 2018 bestehen also gute Chancen für die nobelpreisträchtige Entdeckung von Gravitationswellen, wenn wir Glück haben auch vorher“, kommentiert der Jenaer Lehrstuhlinhaber für Gravitationstheorie.

Öffentlicher Vortrag

Im Rahmen der Tagung hält am Montag (1.12.) Prof. Dr. Karsten Danzmann aus Hannover einen öffentlichen Abendvortrag zum Thema „Gravitationswellenastronomie: Bald Neues von der dunklen Seite des Universums!". Seine Vorlesung beginnt um 19.00 Uhr im Hörsaal 1 der Physikalisch-Astronomischen Fakultät am Max-Wien-Platz 1.

Kontakt:
Prof. Dr. Bernd Brügmann
Theoretisch-Physikalisches Institut der Friedrich-Schiller-Universität
Max-Wien-Platz 1
07743 Jena
Tel.: 03641 / 947100
E-Mail: bernd.bruegmann[at]uni-jena.de


Weitere Informationen:

http://wwwsfb.tpi.uni-jena.de/Events/GWA2014/  - weitere Informationen zur Tagung.

Axel Burchardt | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Seminare Workshops:

nachricht Diskurs: Wie lässt sich durch den Einsatz Künstlicher Intelligenz in der Produktion Energie sparen?
12.10.2017 | BIBA - Bremer Institut für Produktion und Logistik

nachricht Haus der Technik e. V. (HDT) bündelt alle Veranstaltungen zu den Themen Immissionsschutz und Störfall
11.10.2017 | Haus der Technik e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Seminare Workshops >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Smarte Sensoren für effiziente Prozesse

Materialfehler im Endprodukt können in vielen Industriebereichen zu frühzeitigem Versagen führen und den sicheren Gebrauch der Erzeugnisse massiv beeinträchtigen. Eine Schlüsselrolle im Rahmen der Qualitätssicherung kommt daher intelligenten, zerstörungsfreien Sensorsystemen zu, die es erlauben, Bauteile schnell und kostengünstig zu prüfen, ohne das Material selbst zu beschädigen oder die Oberfläche zu verändern. Experten des Fraunhofer IZFP in Saarbrücken präsentieren vom 7. bis 10. November 2017 auf der Blechexpo in Stuttgart zwei Exponate, die eine schnelle, zuverlässige und automatisierte Materialcharakterisierung und Fehlerbestimmung ermöglichen (Halle 5, Stand 5306).

Bei Verwendung zeitaufwändiger zerstörender Prüfverfahren zieht die Qualitätsprüfung durch die Beschädigung oder Zerstörung der Produkte enorme Kosten nach...

Im Focus: Smart sensors for efficient processes

Material defects in end products can quickly result in failures in many areas of industry, and have a massive impact on the safe use of their products. This is why, in the field of quality assurance, intelligent, nondestructive sensor systems play a key role. They allow testing components and parts in a rapid and cost-efficient manner without destroying the actual product or changing its surface. Experts from the Fraunhofer IZFP in Saarbrücken will be presenting two exhibits at the Blechexpo in Stuttgart from 7–10 November 2017 that allow fast, reliable, and automated characterization of materials and detection of defects (Hall 5, Booth 5306).

When quality testing uses time-consuming destructive test methods, it can result in enormous costs due to damaging or destroying the products. And given that...

Im Focus: Cold molecules on collision course

Using a new cooling technique MPQ scientists succeed at observing collisions in a dense beam of cold and slow dipolar molecules.

How do chemical reactions proceed at extremely low temperatures? The answer requires the investigation of molecular samples that are cold, dense, and slow at...

Im Focus: Kalte Moleküle auf Kollisionskurs

Mit einer neuen Kühlmethode gelingt Wissenschaftlern am MPQ die Beobachtung von Stößen in einem dichten Strahl aus kalten und langsamen dipolaren Molekülen.

Wie verlaufen chemische Reaktionen bei extrem tiefen Temperaturen? Um diese Frage zu beantworten, benötigt man molekulare Proben, die gleichzeitig kalt, dicht...

Im Focus: Astronomen entdecken ungewöhnliche spindelförmige Galaxien

Galaxien als majestätische, rotierende Sternscheiben? Nicht bei den spindelförmigen Galaxien, die von Athanasia Tsatsi (Max-Planck-Institut für Astronomie) und ihren Kollegen untersucht wurden. Mit Hilfe der CALIFA-Umfrage fanden die Astronomen heraus, dass diese schlanken Galaxien, die sich um ihre Längsachse drehen, weitaus häufiger sind als bisher angenommen. Mit den neuen Daten konnten die Astronomen außerdem ein Modell dafür entwickeln, wie die spindelförmigen Galaxien aus einer speziellen Art von Verschmelzung zweier Spiralgalaxien entstehen. Die Ergebnisse wurden in der Zeitschrift Astronomy & Astrophysics veröffentlicht.

Wenn die meisten Menschen an Galaxien denken, dürften sie an majestätische Spiralgalaxien wie die unserer Heimatgalaxie denken, der Milchstraße: Milliarden von...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresbiologe Mark E. Hay zu Gast bei den "Noblen Gesprächen" am Beutenberg Campus in Jena

16.10.2017 | Veranstaltungen

bionection 2017 erstmals in Thüringen: Biotech-Spitzenforschung trifft in Jena auf Weltmarktführer

13.10.2017 | Veranstaltungen

Tagung „Energieeffiziente Abluftreinigung“ zeigt, wie man durch Luftreinhaltemaßnahmen profitieren kann

13.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

ESO-Teleskope beobachten erstes Licht einer Gravitationswellen-Quelle

16.10.2017 | Physik Astronomie

Was läuft schief beim Noonan-Syndrom? – Grundlagen der neuronalen Fehlfunktion entdeckt

16.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Gewebe mit Hilfe von Stammzellen regenerieren

16.10.2017 | Förderungen Preise