Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Internationaler Workshop zur Theragnostik schwerer Infektionen

05.10.2007
Am 12. Oktober 2007 findet auf dem Jenaer Beutenberg Campus ein internationaler Workshop zur Theragnostik schwerer Infektionen statt. Weltweit führende Wissenschaftler aus den Bereichen Mikrobiologie und Infektionsbiologie werden über neueste Forschungsergebnisse auf dem Gebiet schwerer Infektionen des Menschen, die zur Sepsis führen können, berichten.

Schwere Infektionen sind ein wachsendes medizinisches und ökonomisches Problem. Laut einer repräsentativen epidemiologischen Studie, die vom Jenaer Kompetenznetz Sepsis (SepNet) durchgeführt wurde, ist Sepsis heute die dritthäufigste Todesursache in Deutschland.

Trotz erheblicher Anstrengungen in der Forschung konnte die Todesrate bei schwerer Sepsis in den letzten Jahrzehnten nicht gesenkt werden. Die durch Sepsis verursachten Therapiekosten auf Intensivstationen sind immens: Jährlich entstehen allein in Deutschland direkte Kosten in Höhe von 1,7 Milliarden Euro. Es werden dringend neue Ansätze für ein besseres Verständnis des komplexen Krankheitsgeschehens benötigt.

Im Zunehmen begriffen sind gefährliche Infektionen, die durch Pilze ausgelöst werden. Vor allem bei Patienten mit einem geschwächten oder medikamentös herunterregulierten Immunsystem besteht die Gefahr einer invasiven Pilzsepsis, bei der Pilze wie Aspergillus fumigatus oder Candida albicans tiefe Gewebsschichten besiedeln und schließlich in den Blutkreislauf gelangen. Da die klinischen Symptome einer Pilzinfektion sehr unspezifisch sind, ist eine Diagnose äußerst schwierig und wird meist zu spät gestellt. Bis heute fehlen molekulare Marker, mit deren Hilfe eine Pilzinfektion innerhalb kürzester Zeit klar identifiziert werden kann.

Unter dem Begriff Theragnostik versteht man die Integration von Diagnostik und Therapie, um den Patienten individuell, d.h. möglichst wirksam und sicher behandeln zu können. Durch Einsatz modernster molekularbiologischer und bildgebender Verfahren soll es künftig möglich werden, den Infektionserreger selbst, sowie seine Virulenz und Empfindlichkeit gegenüber Antibiotika frühzeitig zu erkennen. Gleichzeitig wird der Immunstatus des Patienten erfasst, um rechtzeitig mit einer lebensrettenden, gezielten antiinfektiven Behandlung beginnen zu können. Dies erhöht die Überlebenschancen und optimiert die Therapiekosten.

Jenaer Naturwissenschaftler und Mediziner haben die Initiative ergriffen und planen derzeit das "Innovationszentrum Theragnostics in Severe Infection Leading to Sepsis". Dieses Zentrum hat einen interdisziplinären, fakultätsübergreifenden Ansatz und wird vom Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie - Hans-Knöll-Institut - und dem Universitätsklinikum Jena getragen. Biologen, Mikrobiologen, Infektiologen, Mediziner und Bioinformatiker werden sich in grundlagenorientierten Arbeiten mit den molekularen Mechanismen der Krankheitsauslösung sowohl von Seiten der Erreger wie auch des erkrankten Organismus beschäftigen. In enger Vernetzung mit den Klinikern aus dem Universitätsklinikum Jena werden die gewonnenen Erkenntnisse in neue Methoden einer kombinierten Diagnose und Therapie - Theragnostik - umgesetzt. Die Forscher können hierfür auf eine umfangreiche Sammlung klinischen Probenmaterials zurückgreifen, die in den vergangenen Jahren am Klinikum angelegt wurde. Das beantragte Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Programm "Zentren für Innovationskompetenz in den neuen Ländern" gefördert.

Der Ende kommender Woche stattfindende internationale Workshop - bereits der zweite zu dieser Thematik - bietet den am Zentrum beteiligten Wissenschaftlern und interessierten Gästen die Möglichkeit, mit den führenden Theragnostik-Experten aus Europa und den USA zusammenzutreffen und das Konzept des Jenaer Theragnostik-Innovationszentrums zu diskutieren.

Anmeldungen zum kostenfreien Workshop sind formlos zu richten an: michael.ramm@hki-jena.de.

Ansprechpartner:
Dr. Michael Ramm
Wissenschaftliche Organisation
Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie e.V.
- Hans-Knöll-Institut -
Beutenbergstrasse 11a
07745 Jena
Tel.: 03641/ 65 66 42
Fax: 03641/ 65 66 20
michael.ramm@hki-jena.de
Presseservice: pr@hki-jena.de

Dr. Michael Ramm | idw
Weitere Informationen:
http://www.hki-jena.de
http://www.presse.hki-jena.de

Weitere Berichte zu: Pilzinfektion Theragnostik Therapiekosten

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Seminare Workshops:

nachricht Wärmebildkameras, Infrarotthermometer und deren richtige Anwendung
21.02.2017 | Optris GmbH

nachricht Pflanzen und Böden besser verstehen
21.02.2017 | Hochschule Rhein-Waal

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Seminare Workshops >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie