Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Netzwerk Teilchenwelt wächst weiter

14.09.2015

Netzwerk Teilchenwelt, das bundesweite Netzwerk zur Vermittlung von Teilchenphysik und Astroteilchenphysik an Jugendliche und Lehrkräfte, verzeichnet Zuwachs: Die Universitäten Kiel und Duisburg-Essen sind als neue Standorte dem Netzwerk beigetreten, und die Universitäten Tübingen und Rostock haben ihre Angebote ausgeweitet auf den Bereich Astroteilchenphysik.

Mehr als 30 weitere Experimentiersets zur Messung kosmischer Teilchen hat Netzwerk Teilchenwelt in der zweiten Förderperiode bei DESY in Zeuthen entwickelt und gebaut. Mit diesen Experimenten können Jugendliche Teilchen aus dem All aufspüren und eigene Forschungsprojekte durchführen.


Im Netzwerk Teilchenwelt vermitteln Nachwuchswissenschaftler/innen ihre Forschung an die Forscher/innen von morgen, Jugendliche im Alter von 15 bis 19 Jahren. Quelle: Anne Glück/TU Dresden Lizenz: CC by-nc-nd

Aus den Tiefen des Weltalls treffen unablässig Teilchen auf die Erde, ohne dass wir es merken. Was sind diese kosmischen Teilchen? Wo genau stammen sie her und wie werden sie erzeugt? Wie können unsichtbare kosmische Teilchen überhaupt erforscht werden?

Diesen Fragen gehen Wissenschaftler der Astroteilchenphysik in Großforschungsprojekten auf der ganzen Welt nach. Jugendliche in Deutschland können sich diesen faszinierenden Fragestellungen mit eigenen Experimenten nähern. Die Experimentiersets sind ähnlich aufgebaut wie die großen Forschungsanlagen und vermitteln so einen Einblick in die tägliche Arbeit der Wissenschaftler. Besonderes Highlight ist, dass die Experimente für Projekte in Schulen, Schülerlaboren und anderen Lernorten ausgeliehen werden können und somit eigenständiges Forschen z.B. bei Projektarbeiten und AGs möglich wird.

Das Experiment
Das CosMO-Experiment (Cosmic Muon Observer) ist aus Komponenten, wie sie auch in einem Großexperiment genutzt werden, aufgebaut und gibt so einen direkten Einblick in die wissenschaftliche Arbeit der experimentellen Astroteilchenphysik. DESY hat innerhalb des Astroteilchen-Projekts von Netzwerk Teilchenwelt das CosMO-Experiment entwickelt und gebaut. Die wesentlichen Komponenten des Experimentes sind Szintillationszähler und eine Datenauslesekarte für die Datenerfassung. Die Daten werden zur Auswertung auf ein Netbook übertragen und lassen sich mit einem speziellen Programm auswerten.

Forschung zum Anfassen
„Das Astroteilchen-Projekt zeichnet sich dadurch aus, dass Jugendliche über das Netzwerk Teilchenwelt in direkten Kontakt mit Wissenschaftlern treten können“, sagt der Projektleiter von Netzwerk Teilchenwelt, Prof. Dr. Michael Kobel von der Technischen Universität Dresden. „Sie lernen Forschungseinrichtungen kennen und bekommen mit den Experimenten einen praxisnahen Zugang zur Astroteilchenphysik.“

Ulrike Behrens von DESY in Zeuthen, Leiterin des Astroteilchen-Projektes im Netzwerk Teilchenwelt ergänzt: „Das Arbeiten mit dem CosMO-Experiment vermittelt ein Gefühl davon, wie Forschung funktioniert – vom theoretischen Verständnis über die Datennahme und -auswertung bis zur Diskussion und Präsentation der Ergebnisse“.

Bislang war dies an 13 Standorten von Netzwerk Teilchenwelt möglich. Nun eröffnen vier weitere Universitäten Jugendlichen und Lehrkräften in ihrer Region den Zugang zur Astroteilchenphysik. Mit dem Angebot wird das bereits bestehende, themenübergreifende Programm, das Teilchenphysik, Hadron- und Kernphysik und Astrophysik umfasst, weiter verstärkt.

Die neuen Standorte im Netzwerk
Die Universitäten Kiel und Duisburg-Essen sind als neue Standorte dem Netzwerk beigetreten. Damit ist Netzwerk Teilchenwelt nun erstmals auch in Schlewig-Holstein vertreten bzw. verstärkt seine Präsenz im bevölkerungsreichen Bundesland Nordrhein-Westfalen. In Kiel werden die Experimente bereits bestehende Programme für Studieninteressierte an der Universität erweitern.

An der Universität Duisburg-Essen ist das Angebot in die Schülerlabore integriert und wird dort Jugendlichen und Lehrkräften zur Verfügung stehen. Zusätzlich haben die Universitäten Rostock und Tübingen ihre Aktivitäten erweitert: Neben Teilchenphysik-Masterclasses wird es auch hier künftig Astroteilchen-Angebote geben. Die Universität Tübingen hat schon während der Bauphase gezeigt, wie aktives Netzwerken erfolgreich funktioniert, indem Studenten der Uni bei der Produktion in Zeuthen mitgewirkt haben.

Netzwerk Teilchenwelt
Im Jahr sechs nach seiner Gründung hat Netzwerk Teilchenwelt nun insgesamt 26 teilnehmende Forschungsinstitute an 24 Standorten und erreicht mit seinen mobilen Angeboten alle Regionen in Deutschland. Netzwerk Teilchenwelt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Schirmherrin und Partnerin für Netzwerk Teilchenwelt ist die Deutsche Physikalische Gesellschaft. Die Projektleitung ist an der Technischen Universität Dresden angesiedelt. Die Leitung des Teilprojektes Astroteilchenphysik liegt bei DESY in Zeuthen.

Jugendliche und Lehrkräfte haben die Möglichkeit, im Netzwerk Teilchenwelt Originaldaten vom
CERN mit echten Kandidaten für Higgs-Teilchen in Projekttagen auszuwerten. Außerdem können
interessierte Jugendliche die im Netzwerk entwickelten und gebauten Detektoren zur Messung kosmischer Teilchen nutzen, um eigene Daten aufzunehmen.

Kontakt:
Projektkoordination Netzwerk Teilchenwelt:
Flora Brinckmann, Tel. 0351 463-33792, mail@teilchenwelt.de

Wissenschaftliche Koordination Astroteilchen-Projekt:
Carolin Schwerdt, Tel. 033762 7-7564, astroteilchen@teilchenwelt.de

Weitere Informationen:

http://www.teilchenwelt.de/standorte - Aktive Standorte des Netzwerks Teilchenwelt
http://www.teilchenwelt.de/aktuelles/presse - Fotos und Videos über die Projekte des Netzwerks

Dr. Thomas Zoufal | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht MADMAX: Ein neues Experiment zur Erforschung der Dunklen Materie
20.10.2017 | Max-Planck-Institut für Physik

nachricht Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung
20.10.2017 | Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise