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Das Leibniz-Rechenzentrum (LRZ) wird europäisches Zentrum für Supercomputing

09.07.2009
Bund und Land stellen 135 Mio. Euro bereit

Der Bund und das Land Bayern stellen in den nächsten Jahren insgesamt mehr als 135 Mio. Euro für den Ausbau des Leibniz-Rechenzentrums der Bayerischen Akademie der Wissenschaften zur Verfügung.

In seiner heutigen Sitzung stellte der Ausschuss für Staatshaushalt und Finanzfragen des bayerischen Landtags die letzten Weichen für den Ausbau des Leibniz-Rechenzentrums (LRZ) zu einem führenden Zentrum für Supercomputing in Europa.

Erweiterungsbau in Garching

Der Ausschuss beschloss die hälftige Finanzierung einer Gebäudeerweiterung in Höhe von insgesamt 49,2 Millionen Euro für den erst 2006 eröffneten Neubau am Campus Garching. Nachdem im Vorfeld bereits der deutsche Wissenschaftsrat und die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz aus Bund und Ländern ihre Empfehlungen für diese bauliche Erweiterung gegeben hatten, war dies der letzte Schritt, um ein äußerst ehrgeiziges Projekt in die Tat umsetzen zu können. "Mit dieser Entscheidung macht der Freistaat Bayern einen weiteren wesentlichen Schritt zur Anwendung moderner Simulationsmethoden in vielen Wissenschaftsbereichen", so Prof. Dr. Arndt Bode, Vorsitzender des Direktoriums des LRZ.

Der nächste Höchstleistungsrechner: SuperMUC

Ab 2011 wird im Leibniz-Rechenzentrum in Garching der nächste Höchstleistungsrechner (genannt SuperMUC) installiert. Dieser Rechner wird zu den leistungsfähigsten Computersystemen der Welt zählen. Die Neuanschaffung im Rahmen eines Fördervorhabens für das Gauss Centre for Supercomputing (GCS) - des strategischen Verbundes der drei nationalen Höchstleistungsrechenzentren JSC (Jülich), LRZ (Garching) und HLRS (Stuttgart) - wird die Stellung des GCS - und damit auch die des LRZ - als europäisches Zentrum für Supercomputing sichern. Um die geplante Aufstellung nicht zu gefährden, muss der Erweiterungsbau jedoch bereits im Frühjahr 2011 fertiggestellt sein. Baubeginn wird in den nächsten 3--4 Monaten sein. Der Bund und das Land Bayern beteiligen sich gemeinsam an der Finanzierung des neuen Rechners in Höhe von zunächst 85 Millionen Euro. In einer zweiten Ausbaustufe sind weitere 48 Mio. Euro vergesehen, also insgesamt rund 132 Millionen Euro.

Höchstleistungsrechnen als zentrales methodisches Forschungsinstrument

Die numerische Simulation auf Höchstleistungsrechnern ist heute ein zentrales methodisches Werkzeug für Forschung und Entwicklung in den Natur-, Lebens- und Ingenieurwissenschaften sowie technologieorientierten Unternehmen in hoch entwickelten Volkswirtschaften. Je leistungsfähiger Rechner, Algorithmen und Programme sind, desto feinkörniger kann simuliert werden und umso genauer sind die Simulationsergebnisse als Basis neuer Erkenntnisse und Produkte. Diese gemeinsame Initiative des Bundes und des Landes Bayern stellt der deutschen Wissenschaft einen Forschungsgegenstand und ein Forschungsinstrument erster Güte zur Verfügung. Die Stellung des LRZ als international bedeutendes und sichtbares Forschungsrechenzentrum wird gefestigt und weiter ausgebaut.

Wichtige Anwendungen, die durch numerische Simulationen am LRZ künftig neue wissenschaftliche Erkenntnisse liefern, kommen u.a. aus den Bereichen des Maschinenbaus (Luft- und Raumfahrt, Kraftfahrzeugtechnik), der Medizin, der Astrophysik, der Bioinformatik und der Geophysik. "Vom SuperMUC profitiert die Erdbebenforschung ebenso wie die Suche nach dem Stammbaum des Lebens oder die Behandlung von Aneurysmen", so Arndt Bode über die Neuanschaffung.

Informationen und Fotos: www.lrz.de

Kontakt: Dr. Ludger Palm, Pressestelle, Leibniz-Rechenzentrum der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Boltzmannstr. 1, 85748 Garching, E-Mail: presse@lrz.de, Tel. 089/35831 8792

Das Leibniz-Rechenzentrum (LRZ) der Bayerischen Akademie der Wissenschaften auf dem Forschungscampus in Garching ist der Dienstleister auf dem Gebiet der Informationsverarbeitung für die Münchner Hochschulen. Es stellt mit dem Münchner Wissenschaftsnetz (MWN) eine leistungsfähige Kommunikationsinfrastruktur für die Wissenschaften bereit und betreibt umfangreiche Datensicherungssysteme (Archivierung und Backup). Darüber hinaus ist das LRZ nationales Supercomputing Centre und Teil des Gauss Centre for Supercomputing, das von den drei nationalen Höchstleistungsrechenzentren (Garching, Jülich, Stuttgart) gebildet wird.

Dr. Ellen Latzin | idw
Weitere Informationen:
http://www.lrz.de

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