Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Komet „ISON“ leuchtet am Nachthimmel

07.10.2013
Astronomiefreunde fiebern bereits dem Herbst und Winter entgegen, denn dann wird am Nachthimmel eine ungewöhnliche Erscheinung zu sehen sein:

Der Komet „ISON“ mit seinem Schweif wird von Anfang November bis Mitte Januar 2014 wahrscheinlich mit bloßem Auge zu erkennen sein. Das Argelander-Institut für Astronomie der Universität Bonn und die Volkssternwarte Bonn bieten zu diesem seltenen Ereignis eine Fülle von Veranstaltungen und Beobachtungsmöglichkeiten an.


Komet ISON: Das Hubble Space Telescope der NASA machte die Aufnahme am 30. April 2013. Verglichen mit den blinkenden Galaxien im Hintergrund ist ISON nur einen Steinwurf von der Erde entfernt.

(c) Foto: NASA/ESA/HST

„Wie hell sich ISON vom Nachthimmel abheben wird, ist noch nicht genau bekannt“, sagt Dr. Michael Geffert vom Argelander-Institut für Astronomie der Universität Bonn. „Manche Wissenschaftler schätzen, dass er fast so hell wie der Mond leuchten wird, andere gehen davon aus, dass seine Helligkeit dem Abendstern – der Venus – nahe kommt.“ Bei Kometen handelt es sich um mehrere Kilometer große kosmische Zusammenballungen aus Eis, Staub und Stein, die aus den Tiefen des Weltalls kommen.

„ISON“ kommt am 28. November der Sonne besonders nahe

Hobbyastronomen aus Weißrussland und Russland haben den Kometen vor einem Jahr als schwachen Nebelfleck im Sternbild Krebs entdeckt. Die Beobachtungen wurden mit einem Teleskop des International Scientific Optical Network (ISON) durchgeführt. Hiervon rührt der Name des Kometen her, der streng wissenschaftlich „C/2012 S1“ heißt. Am Donnerstag, 28. November 2013, wird er der Sonne sehr nahe kommen und dadurch sein Schweif besonders gut sichtbar sein. Allerdings gibt es dabei auch ein Risiko: „Kometen sind immer für Überraschungen gut. Er könnte nahe der Sonne zerbrechen“, berichtet der Physiker Peter M. Oden, geschäftsführender Vorsitzender der Volkssternwarte Bonn. „Dieses Szenario wünscht sich niemand, denn die ISON-Bruchstücke würden dann nicht mehr so einen schön leuchtenden Schweif ausbilden wie der unversehrte Himmelskörper.“

Abwechslungsreiches Programm für Groß und Klein

Anlässlich des seltenen Himmelsschauspiels haben das Argelander-Institut der Universität Bonn und die Volkssternwarte im Programm „Kometenzeit in Bonn“ eine Fülle von öffentlichen Veranstaltungen geplant, die sich rund um „ISON“ drehen und auch öffentliche Beobachtungsmöglichkeiten des Kometen bieten. Verschiedene Vorträge und Seminare werden über den Kometen aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln informieren. Aktionen für Kinder, ein Science Café für Erwachsene und Beobachtungen durch Teleskope runden das Gesamtprogramm ab.

Die „Kometenzeit in Bonn“ wird beim Tag der offenen Tür der Volkssternwarte Bonn am Sonntag, 3. November, 19 Uhr, voraussichtlich im Alten Refraktorium, Poppelsdorfer Allee 47, gemeinsam vom Argelander Institut für Astronomie der Universität Bonn und der Volkssternwarte Bonn eröffnet. Das Programm dauert bis zum 10. Januar 2014.

Blick durchs Teleskop

Kometenbeobachtungen werden am Alten Zoll in Bonn am 23. November (6:30 bis 7:30 Uhr), 2. Dezember (7 bis 8 Uhr), 5. Dezember (6 bis 8 Uhr), 7. Dezember (6 bis 8 Uhr), 14. Dezember (6 bis 8 Uhr) angeboten. Im Argelander-Institut, Auf dem Hügel 71, kann man am 20. Dezember (ab 19 Uhr) und im Alten Refraktorium, Poppelsdorfer Allee 47, am 23. Dezember (18 bis 19 Uhr), 30. Dezember (18 bis 19 Uhr), am 6. Januar (18 bis 19 Uhr) und am 10. Januar (ab 19 Uhr) einen Blick auf den Kometen werfen. Ab 4. November findet an vier aufeinander folgenden Montagen jeweils von 19 bis 20 Uhr im Alten Refraktorium, Poppelsdorfer Allee 47, ein Kometenseminar statt. Die Teilnahme ist kostenfrei, Anmeldung unter komet@astro.uni-bonn.de wird erbeten. An den Donnerstagen 14. November (19.30 Uhr), 21. November (20 Uhr) und 12. Dezember (19.30 Uhr) können sich Interessierte im Argelander-Institut, Auf dem Hügel 71, bei Vorträgen über spektakuläre Kometen und ihre Beobachtung gestern und heute informieren. Es wird jeweils ein Kostenbeitrag von drei Euro erhoben.

Kontakt:

Dr. Michael Geffert
Argelander-Institut für Astronomie der Universität Bonn
Tel. 0228/733648
E-Mail: geffert@astro.uni-bonn.de
Dr. Nadya Ben Bekhti
Argelander-Institut für Astronomie der Universität Bonn
Tel. 0228/733393
E-Mail: nbekhti@astro.uni-bonn.de
Stefan Krause
Volkssternwarte Bonn e.V.
Tel. 0176/24736862
E-Mail: webmaster@kometen.info
Peter M. Oden
Volkssternwarte Bonn e.V.
Tel. 0228/473641
E-Mail: peter@oden.de

Johannes Seiler | idw
Weitere Informationen:
http://www.komet-ison.org

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Blasen im Pulsarwind schlagen Funken
22.11.2017 | Max-Planck-Institut für Kernphysik

nachricht Eine Nano-Uhr mit präzisen Zeigern
21.11.2017 | Universität Wien

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Im Focus: Nanoparticles help with malaria diagnosis – new rapid test in development

The WHO reports an estimated 429,000 malaria deaths each year. The disease mostly affects tropical and subtropical regions and in particular the African continent. The Fraunhofer Institute for Silicate Research ISC teamed up with the Fraunhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME and the Institute of Tropical Medicine at the University of Tübingen for a new test method to detect malaria parasites in blood. The idea of the research project “NanoFRET” is to develop a highly sensitive and reliable rapid diagnostic test so that patient treatment can begin as early as possible.

Malaria is caused by parasites transmitted by mosquito bite. The most dangerous form of malaria is malaria tropica. Left untreated, it is fatal in most cases....

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

IfBB bei 12th European Bioplastics Conference mit dabei: neue Marktzahlen, neue Forschungsthemen

22.11.2017 | Veranstaltungen

Zahnimplantate: Forschungsergebnisse und ihre Konsequenzen – 31. Kongress der DGI

22.11.2017 | Veranstaltungen

Tagung widmet sich dem Thema Autonomes Fahren

21.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Bakterien als Schrittmacher des Darms

22.11.2017 | Biowissenschaften Chemie

Ozeanversauerung schädigt Miesmuscheln im Frühstadium

22.11.2017 | Biowissenschaften Chemie

Die gefrorenen Küsten der Arktis: Ein Lebensraum schmilzt davon

22.11.2017 | Geowissenschaften