Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kollisionen bei höchsten Energien - Large Hadron Collider in Genf geht wieder an den Start

25.03.2010
Am 30. März 2010 wird der Large Hadron Collider (LHC) am CERN in Genf seinen Regelbetrieb mit Proton-Proton-Kollisionen bei einer Energie von 7000 Giga-Elektronenvolt aufnehmen, den höchsten jemals mit Teilchenbeschleunigern erzeugten Energien. Parallel zu einer Veranstaltung am CERN in Genf wird das KIT diesen Meilenstein gebührend feiern: Ab 9.00 Uhr werden die Ereignisse aus dem CERN live in den Hörsaal des Instituts für Experimentelle Kernphysik am KIT-Campus Nord übertragen. Vertreter der Medien sind zu dieser Veranstaltung, bei der auch die Möglichkeit zu Gesprächen mit den beteiligten Wissenschaftlern besteht, herzlich eingeladen.

Nach einem erfolgreichen Neustart Ende 2009 und ersten Tests in diesem Jahr soll der Large Hadron Collider (LHC) in Genf nun in eine zweijährige Betriebsphase bis 2012 gehen. Danach stehen Umbauarbeiten an, bevor der Betrieb bei noch höheren Energien weitergeht. Am KIT sind das Institut für Experimentelle Kernphysik (EKP) und das Steinbuch Centre for Computing (SCC) mit dem Rechenzentrum GridKa an diesem wissenschaftlich einmaligen Projekt maßgeblich beteiligt.

Das EKP forscht an einem der haushohen Detektoren des LHC, am CMS (Compact Muon Solenoid). Das CMS zeichnet die Teilchenspuren auf, die bei den Proton-Proton-Kollisionen entstehen. Das EKP war unter der Leitung von Professor Thomas Müller auch beim Bau des zentralen, auf Silizium-Technologie beruhenden Detektors zum Nachweis geladener Teilchenspuren beteiligt und stellt mit insgesamt rund 50 wissenschaftlichen Mitarbeitern, von denen zehn direkt am CERN stationiert sind, die größte deutsche Forschergruppe. In den letzten Jahren wurden von Arbeitsgruppen des EKP und der theoretischen Teilchenphysik des KIT die Analyse und Interpretation der LHC-Daten sorgfältig vorbereitet. Vom LHC erwarten die Wissenschaftler Antworten auf fundamentale Fragen aus Teilchenphysik und Kosmologie, wie etwa nach dem Ursprung der Masse oder der Natur der dunklen Materie im Kosmos.

GridKa ist eines der größten von insgesamt elf weltweit verteilten, so genannten Tier-1-Grid-Rechenzentren, also Rechenzentren der obersten hierarchischen Ebene des LHC-Projekts. GridKa wird mit mehr als 1800 Rechnern etwa 14 % aller Daten des LHC speichern und verarbeiten. Die Daten werden an über 15 Tier-2-Zentren in fünf europäischen Ländern weiterverteilt, wo sie von den Teilchenphysikern analysiert werden. Die jährlich am GridKa umgesetzte Datenmenge würde einem 13 km hohen DVD-Stapel gleichkommen.

Die ersten Proton-Proton-Kollisionen bei der höchsten je in einem irdischen Labor erreichten Energie werden von KIT-Mitarbeitern im CMS-Kontrollzentrum am Campus Nord mit Spannung erwartet. Am 30. März 2010 ab 9.00 Uhr besteht für Medienvertreter die Möglichkeit, im Hörsaal des Instituts für Experimentelle Kernphysik, Geb. 401, 3. Stock, am Campus Nord des KIT die Inbetriebnahme des LHC live zu verfolgen. Neben Live-Übertragung und Videokonferenzen nach Genf stehen Wissenschaftler des KIT Rede und Antwort zu den Experimenten, die am LHC durchgeführt werden.

Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts und staatliche Einrichtung des Landes Baden-Württemberg. Es nimmt sowohl die Mission einer Universität als auch die Mission eines nationalen Forschungszentrums in der Helmholtz-Gemeinschaft wahr. Das KIT verfolgt seine Aufgaben im Wissensdreieck Forschung - Lehre - Innovation.

Inge Arnold
Presse, Kommunikation und
Marketing
Tel.: +49 7247 82-2861
Fax: +49 7247 82-5080
E-Mail: inge.arnold@kit.edu

Dr. Elisabeth Zuber-Knost, | idw
Weitere Informationen:
http://www.kit.edu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht MADMAX: Ein neues Experiment zur Erforschung der Dunklen Materie
20.10.2017 | Max-Planck-Institut für Physik

nachricht Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung
20.10.2017 | Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Salmonellen als Medikament gegen Tumore

HZI-Forscher entwickeln Bakterienstamm, der in der Krebstherapie eingesetzt werden kann

Salmonellen sind gefährliche Krankheitserreger, die über verdorbene Lebensmittel in den Körper gelangen und schwere Infektionen verursachen können. Jedoch ist...

Im Focus: Salmonella as a tumour medication

HZI researchers developed a bacterial strain that can be used in cancer therapy

Salmonellae are dangerous pathogens that enter the body via contaminated food and can cause severe infections. But these bacteria are also known to target...

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Konferenz IT-Security Community Xchange (IT-SECX) am 10. November 2017

23.10.2017 | Veranstaltungen

Die Zukunft der Luftfracht

23.10.2017 | Veranstaltungen

Ehrung des Autors Herbert W. Franke mit dem Kurd-Laßwitz-Sonderpreis 2017

23.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Magma sucht sich nach Flankenkollaps neue Wege

23.10.2017 | Geowissenschaften

Neues Sensorsystem sorgt für sichere Ernte

23.10.2017 | Informationstechnologie

Salmonellen als Medikament gegen Tumore

23.10.2017 | Biowissenschaften Chemie