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Emmy Noether-Nachwuchsgruppe TWIST erforscht neue magnetische Strukturen für Spintronik-Anwendungen

05.10.2016

Skyrmionen könnten eines Tages die Speichermedien unserer Rechner kleiner und effizienter machen

Die theoretische Physikerin Dr. Karin Everschor-Sitte wird ab November eine von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Emmy Noether-Nachwuchsgruppe an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) einrichten.


Von einem Igelball zu einem Skyrmion: Wird ein Igelball (oben) auf eine Ebene projiziert, entsteht ein Skyrmion (unten).

Abb./©: Dr. Karin Everschor-Sitte und Dr. Matthias Sitte

Forschungsgegenstand der Arbeitsgruppe TWIST – Topologische Wirbel in der SpinTronik – sind die nach dem Physiker Tony Skyrme benannten Skyrmionen, neue magnetische „Teilchen“, die eines Tages die Speichermedien unserer Rechner kleiner und effizienter machen könnten. Skyrmionen lassen sich anschaulich als eine Art Knoten oder Wirbel in einer magnetischen Textur verstehen. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie stabiler als alle anderen magnetischen Strukturen sind und besonders gut auf Spinströme reagieren.

Deswegen sind Skyrmionen für technologische Anwendungen relevant im Bereich der Spintronik, einer jungen physikalischen Disziplin, die sich nicht nur für die elektronische Ladung, sondern auch für den „Spin“, d.h. die magnetischen Eigenschaften interessiert.

Ziel der Physikerin ist es nun, ein tieferes Verständnis des Wechselspiels zwischen Skyrmionen, magnetischen Strukturen sowie Spin- und Ladungsströmen zu erlangen und neue Theorien zu entwickeln, um die Eigenschaften von Skyrmionen optimal für neue technologische Anwendungen auszunutzen. Aus ihren zukünftigen Projekten könnten einige neue, für die Industrie relevante Ideen resultieren.

„Wir freuen uns sehr, dass Dr. Karin Everschor-Sitte unsere Arbeiten zur Spintronik unterstützen wird“, sagt Prof. Dr. Jairo Sinova, Leiter von SPICE, dem Spin Phenomena Interdisciplinary Center, das ebenso wie die Emmy Noether-Gruppe der Arbeitsgruppe Physik der kondensierten Materie (KOMET) angegliedert ist.

Die DFG möchte mit dem Emmy Noether-Programm jungen Forschern den Weg zur wissenschaftlichen Selbstständigkeit eröffnen, indem sie eine Nachwuchsgruppe leiten und sich dadurch die Befähigung zum Hochschullehrer aneignen. Die Gruppe wird in der Regel für fünf Jahre gefördert. Dr. Karin Everschor-Sitte war von 2013 bis 2015 an der University of Texas at Austin in den USA tätig und wechselte im November 2015 nach Mainz. Sie wird im November 2016 mit dem Aufbau ihrer Arbeitsgruppe an der JGU beginnen.

Foto/Abbildung:
http://www.uni-mainz.de/bilder_presse/08_physik_komet_emmy_noether_twist_01.jpg
Dr. Karin Everschor-Sitte
Foto/©: privat

http://www.uni-mainz.de/bilder_presse/08_physik_komet_emmy_noether_twist_02.jpg
Von einem Igelball zu einem Skyrmion: Wird ein Igelball (oben) auf eine Ebene projiziert, entsteht ein Skyrmion (unten).
Abb./©: Dr. Karin Everschor-Sitte und Dr. Matthias Sitte

Weitere Informationen:
Dr. Karin Everschor-Sitte
INSPIRE-Gruppe
Physik der kondensierten Materie (KOMET)
Institut für Physik
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
55099 Mainz
Tel. +49 6131 39-23643
Fax +49 6131 39-26375
E-Mail: kaeversc@uni-mainz.de
https://www.sinova-group.physik.uni-mainz.de/karin-everschor-sitte/

Weitere Links:
http://www.staff.uni-mainz.de/kaeversc/index.html

Petra Giegerich | idw - Informationsdienst Wissenschaft

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