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Die Eismonde des Jupiter als potentielle Lebensräume

09.11.2015

Die europäische Weltraumorganisation ESA will erstmals die Eismonde des Jupiter erkunden und schickt 2022 den „JUpiter ICy moons Explorer (JUICE)“ auf Erkundungstour ins äußerste Sonnensystem. Es wird davon ausgegangen, dass die Eismonde Europa, Ganymed und Kallisto unter ihrer Oberfläche Ozeane beherbergen. Diese potenziellen Lebensräume sollen nun genauer untersucht werden.

Das Quanteninterferenz-Magnetometer der Mission kommt aus Graz: Die TU Graz und das Weltrauminstitut der Österreichischen Akademie der Wissenschaften spielen damit eine zentrale Rolle in der wissenschaftlichen Mission der ESA.


Die Eismonde des Jupiter im Visier: Das Weltrauminstitut der ÖAW und die TU Graz sind an der Jupiter-Mission JUICE der ESA beteiligt.

Airbus Defence and Space

Elf wissenschaftliche Messinstrumente werden für diese Mission weltweit entwickelt. Das Institut für Weltraumforschung (IWF) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und das Institut für Experimentalphysik der TU Graz zeichnen gemeinsam für das neuartige Quanteninterferenz-Magnetometer verantwortlich.

Zentrale Rolle für Grazer Team

Das Grazer Instrument ist Teil eines magnetischen Sensorsystems, das speziell die Ozeane unter der eisigen Oberfläche der Jupitermonde untersuchen soll. „Wo elektrische Ströme fließen, wie zum Beispiel im Wasser, zeichnen sich Magnetfelder ab – vorausgesetzt, es gibt elektrisch leitende Schichten, wie zum Beispiel Wasser. Die Leitfähigkeit der Schichten gibt wiederum Rückschluss auf den inneren Aufbau der Himmelskörper“, erläutert Roland Lammegger von der TU Graz.

Die TU Graz entwickelt die optische Sensorik des Magnetometers, das IWF steuert die weltraumtaugliche Elektronik bei, wie nun vertraglich mit der ESA fixiert wurde. Das Grazer Team spielt damit eine zentrale Rolle bei dieser großen Wissenschafts¬mission, die ESA-intern denselben Stellenwert hat wie die erfolgreiche Rosetta-Mission.

„Mit der Magnetfeldmessung können wir sprichwörtlich in die Monde hineinschauen. Je genauer wir das Magnetfeld kennen, umso besser lassen sich die tiefliegenden Ozeane erforschen“, ergänzt Werner Magnes, Leiter der Magnetometer-Gruppe und Stellvertretender Direktor am IWF. „Der Jungfernflug des Grazer Sensors wird bereits 2017 im Rahmen einer chinesischen Erderkundungsmission erfolgen.“

Ankunft bei Jupiter 2030

Etwa acht Jahre nach dem Start vom Weltraumbahnhof in Französisch-Guayana wird die JUICE-Sonde 2030 den Gasriesen Jupiter erreichen. Auf ihrer Reise nimmt sie durch so genannte Swing-by-Manöver an Erde und Venus Geschwindigkeit auf. Am Ziel angekommen wird JUICE rund drei Jahre detaillierte Beobachtungen beim größten Planeten unseres Sonnensystems sowie in unmittelbarer Näher der drei größten Eismonde – Ganymed, Europa und Kallisto – durchführen.

Weitere Informationen zur ESA-Mission JUICE:
http://sci.esa.int/juice/

Kontakt TU Graz:
Dipl.-Ing. Dr. Roland Lammegger
Institut für Experimentalphysik
Tel.: +43 316 873 8650; 8664
roland.lammegger@tugraz.at

Kontakt IWF:
Dr. Werner Magnes
Stellvertretender Direktor
Tel.: +43 316 4120-562
werner.magnes@oeaw.ac.at

Mag. Susanne Eigner | Technische Universität Graz
Weitere Informationen:
http://www.tugraz.at

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