Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Umfangreichster Katalog mit Satellitenaufnahmen von kosmischen Röntgenquellen veröffentlicht

07.09.2007
Astrophysikalisches Institut Potsdam (AIP) an sechsjähriger Katalogarbeit beteiligt: Der größte Katalog mit Satellitenaufnahmen von Röntgenquellen im Weltraum wurde von der Europäischen Raumfahrtbehörde ESA veröffentlicht.

Bereits sechs Jahre lang haben die Röntgenteleskope des Satelliten XMM-Newton den Himmel im Röntgenlicht beobachtet. Nun hat ein Konsortium aus 10 wissenschaftlichen Instituten unter Leitung der Universität Leicester alle 3500 bisher durchgeführten einzelnen Beobachtungen systematisch nach Röntgenquellen abgesucht und den umfangreichsten je erstellten Katalog von Röntgenobjekten publiziert. Das AIP lieferte die Software zur Entdeckung der neuen Quellen.

XMM-Newton ist ein Weltraumteleskop der Superlative. Es besteht aus einer Anordnung von 3 mal 58 Teleskopspiegeln, die sorgfältig aufeinander abgestimmt und ineinander verschachtelt wurden. Das macht es zu dem empfindlichsten Röntgenteleskop, das je gebaut wurde. Mit 4 Tonnen Gewicht und 10 Metern Länge ist XMM-Newton der größte wissenschaftliche Satellit, der je in Europa gebaut und mit einer Rakete vom Typ Ariane 5 in eine Erdumlaufbahn gebracht wurde.

Der Satellit wurde am 10. Dezember 1999 vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana gestartet und für eine mindestens zehnjährige Beobachtungszeit konzipiert. Bereits jetzt hat er mehr Röntgenquellen als je ein Satellit vor ihm aufgezeichnet. Mit dem Observatorium wurden bislang 192.000 einzelne Röntgenquellen registriert, die größte Anzahl von Objekten die in diesem Bereich des elektromagnetischen Spektrums je beobachtet wurde. Sein Name ehrt den englischen Physiker Sir Isaac Newton, der vor 300 Jahren große Beiträge zur Gravitationsphysik und Optik geleistet hat.

... mehr zu:
»AIP »Röntgenquelle »Satellit »XMM-Newton

Die einzigartigen Eigenschaften von XMM-Newton wie seine große Lichtsammelleistung, seine gute räumliche Auflösung und sein weites Gesichtsfeld ermöglichten die Entdeckung dieser Vielzahl neuer, z.T. seltener und unerwarteter Objekte, die in anderen Bereichen des elektromagnetischen Spektrums oft nur ungleich schwerer gefunden werden. Röntgenstrahlung ist sehr energiereich, zur Erzeugung von Röntgenstrahlen im Kosmos sind extrem hohe Temperaturen, Dichten, Magnetfelder oder Beschleunigungen in starken Gravitationsfeldern erforderlich. So bietet der neue Katalog eine Zusammenstellung der energetischen Phänomene im Kosmos, von nahen Kometen bis zu weit entfernten Galaxien, in deren Zentren supermassereiche Schwarze Löcher die umgebende Materie verschlucken. Der Katalog umfasst erstmals Röntgenspektren und Lichtkurven der etwa 20000 hellsten Quellen. Sie bilden den Ausgangspunkt für detaillierte Untersuchungen astrophysikalischer Prozesse in den besonders interessanten helleren Objekten. Sie umfassen die Umgebung Schwarzer Löcher, Neutronensterne, Weißer Zwerge und anderer aktiver Sterne, aktive Galaxien und Galaxienhaufen, die größten durch ihre Schwerkraft aneinander gebundenen Strukturen im Universum.

Das AIP beteiligte sich auf verschiedene Art an der Erstellung und Auswertung des neuen Kataloges. Zunächst war es verantwortlich für die Bereitstellung eines Softwarepakets zur Entdeckung der Röntgenquellen in den Bildern. Es lieferte damit ein Herzstück eines großen Softwaregebäudes zur Analyse der Röntgenbilder, die vom Satelliten zur Erde gefunkt wurden. Danach wurden unter Teilnahme des AIP alle Ergebnisse der Software einer Sichtprüfung unterzogen. Derzeit entstehen mehrere wissenschaftliche Publikationen am AIP, die der wissenschaftlichen Fachwelt besonders auffällige neue Röntgenquellen aus dem Katalog vorstellen. Schließlich werden mit AIP-Beteiligung in umfangreicher internationaler Zusammenarbeit Folgebeobachtungen mit optischen Teleskopen rund um den Globus unternommen, um die neuen Röntgenquellen detailliert zu verstehen. (siehe Pressenotiz Alter Galaxienhaufen im jungen Universum entdeckt:

http://www.aip.de/highlight_archive/lamer_cluster/index.html)

Ansprechpartner:
Pressekontakt:
Shehan Bonatz
Tel. 0331-7499-469
E-Mail: presse@aip.de
Wissenschaftlicher Kontakt:
Dr. Georg Lamer
Tel.: 0331-7499-287
E-Mail: glamer@aip.de
Dr. Axel Schwope
Tel. 0331-7499-232
E-Mail: aschwope@aip.de

Shehan Bonatz | idw
Weitere Informationen:
http://www.aip.de/pr/presse.html

Weitere Berichte zu: AIP Röntgenquelle Satellit XMM-Newton

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Kleinste Teilchen aus fernen Galaxien!
22.09.2017 | Bergische Universität Wuppertal

nachricht Tanzende Elektronen verlieren das Rennen
22.09.2017 | Universität Bielefeld

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie