Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Laserlicht im tiefen Infrarot

22.08.2006
Freie-Elektronen-Laser (FEL) sind groß und teuer, dafür liefern sie einzigartiges Licht für Forschung und Entwicklung. Gestern ging im Forschungszentrum Rossendorf am Freie-Elektronen-Laser ein zweiter Undulator erfolgreich in Betrieb, der damit Laserlicht bis in den schwer zugänglichen Bereich des tiefen Infrarots produzieren kann. Ein Undulator ist das Herzstück eines Freie-Elektronen-Lasers, denn er wandelt durch eine spezielle Magnetanordung die hochenergetischen Elektronen in intensives Laserlicht um.
Der Dresdner FEL deckt nun insgesamt den für uns Menschen nicht sichtbaren Bereich von 3 bis 150 Mikrometer Wellenlänge ab. Dabei ist eine der Stärken aller Freie-Elektronen-Laser, dass die Wellenlänge, also quasi die Farbe des Lichts, frei eingestellt werden kann. Besonderes Interesse haben die FZR-Wissenschaftler am Bereich des tiefen Infrarotlichts, das im Übergangsbereich zwischen Mikrowellen und Infrarot liegt und auch Terahertz-Strahlung genannt wird. An der Erzeugung und Anwendung dieser Strahlung z.B. für die medizinische Diagnostik wird zur Zeit weltweit intensiv geforscht. Während für praktische Anwendungen letztendlich billige, kompakte Quellen nötig sind, braucht man zur Grundlagenforschung auch intensive Quellen - und derzeit gibt es keine anderen starken Terahertz-Strahlungsquellen als die großen und teuren Freie-Elektronen-Laser. Im FZR wird die Terahertz-Strahlung insbesondere eingesetzt, um das dynamische Verhalten von Elektronen in Halbleitermaterialien zu untersuchen und besser zu verstehen. Ein derartiges Verständnis ist wichtig zur Entwicklung von in Zukunft noch schnelleren elektronischen Bauelementen und damit Computern. Der FEL im Forschungszentrum Rossendorf wird übrigens von der EU als Nutzereinrichtung gefördert.

Konferenz über Freie-Elektronen-Laser (FEL 2006) vom 27.8. bis 1.9. in Berlin

200 Laser-Experten aus aller Welt erhalten bereits am 30. August die Chance, die neue Lichtquelle im FZR zu besichtigen. Sie sind Teilnehmer der Konferenz FEL 2006, die vom 27. August bis zum 1. September in Berlin stattfindet. Organisatoren der 28. internationalen FEL-Konferenz sind die Berliner Elektronen¬speicher¬ring-Gesellschaft für Synchrotronstrahlung mbH, kurz BESSY, und das Forschungszentrum Rossendorf (FZR).

BESSY wird einen Freie-Elektronen-Laser für den weichen Röntgenbereich aufbauen, das Forschungszentrum Rossendorf betreibt den Laser mit zunächst nur einem Undulator bereits seit gut zwei Jahren und ist damit fest in der internationalen FEL-Gemeinde verankert. Das war einer der Gründe, warum die FEL-Konferenz 2006 von beiden Forschungseinrichtungen gemeinsam in Berlin ausgetragen wird. Die mehr als 300 Teilnehmer kommen vor allem aus den USA, Europa, Japan und China. Das Spektrum der Vorträge umfasst wissenschaftliche, technologische und Nutzungsaspekte von Freie-Elektronen-Laser. Das Experteninteresse gilt dabei den großen, ehrgeizigen Projekten wie etwa dem XFEL von DESY in Hamburg und den kleinen Maschinen wie dem Freie-Elektronen-Laser im FZR.

Am 30. August besichtigen 200 Konferenz-Teilnehmer den FEL im Forschungszentrum Rossendorf in Dresden. Interessierte Medienvertreter sind herzlich eingeladen, an der Führung am 30.08. um 11.00 Uhr im Forschungszentrum Rossendorf teilzunehmen. Um Anmeldung bei Frau Weißig, Tel. 0351 260 - 3688 bzw. Email a.weissig@fz-rossendorf.de, wird gebeten.

Weitere Informationen:
Dr. Peter Michel
Leiter der Zentralabteilung Strahlungsquelle ELBE
Forschungszentrum Rossendorf
Tel.: 0351 260 - 3259
p.michel@fz-rossendorf.de

Pressekontakt:
Dr. Christine Bohnet - Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Forschungszentrum Rossendorf
Tel.: 0351 260 - 2450 oder 0160 969 288 56
Fax: 0351 260 - 2700
c.bohnet@fz-rossendorf.de
Postanschrift: Postfach 51 01 19 ? 01314 Dresden
Besucheranschrift: Bautzner Landstraße 128 ? 01328 Dresden

Information:
Das FZR erbringt wesentliche Beiträge auf den Gebieten der Grundlagenforschung sowie der anwendungsorientierten Forschung und Entwicklung zur

o Aufklärung von Strukturen im nanoskaligen und subatomaren Bereich und der darauf beruhenden Eigenschaften der Materie,

o frühzeitigen Erkennung und wirksamen Behandlung von Tumor- und Stoffwechselerkrankungen als den dominierenden Gesundheitsproblemen in der modernen Industriegesellschaft sowie

o Verbesserung des Schutzes von Mensch und Umwelt vor technischen Risiken.

Dazu werden 6 Großgeräte eingesetzt, die europaweit unikale Untersuchungsmöglichkeiten auch für auswärtige Nutzer bieten. Das Hochfeld-Magnetlabor ist eines dieser Großgeräte.

Das FZR ist mit ca. 650 Mitarbeitern das größte Institut der Leibniz-Gemeinschaft (www.wgl.de) und verfügt über ein jährliches Budget von rund 54 Mill. Euro. Hinzu kommen etwa 7 Mill. Euro aus nationalen und europäischen Förderprojekten sowie aus Verträgen mit der Industrie. Zur Leibniz-Gemeinschaft gehören 84 außeruniversitäre Forschungsinstitute und Serviceeinrichtungen für die Forschung. Leibniz-Institute arbeiten interdisziplinär und verbinden Grundlagenforschung mit Anwendungsnähe. Jedes Leibniz-Institut hat eine Aufgabe von gesamtstaatlicher Bedeutung, weshalb sie von Bund und Länder gemeinsam gefördert werden. Die Leibniz-Institute haben ein Budget von über 1 Milliarde Euro und beschäftigen rund 13.000 Mitarbeiter (Stand 1.1.2006).

Dr. Christine Bohnet | idw
Weitere Informationen:
http://www.fz-rossendorf.de
http://www.bessy.de
http://fel2006.bessy.de

Weitere Berichte zu: FEL FZR Freie-Elektronen-Laser Infrarot Laserlicht

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Proteintransport - Stau in der Zelle
24.03.2017 | Ludwig-Maximilians-Universität München

nachricht Neuartige Halbleiter-Membran-Laser
22.03.2017 | Universität Stuttgart

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise