Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mikroskopische Wirkung von "Handy-Strahlung" auf Körperzellen

08.12.2005


Augsburger Physiker untersuchen im Auftrag des BMU die Wirkungen nicht-ionisierender elektromagnetischer Strahlung auf zellulärer und subzellulärer Ebene.



Im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit hat das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) ein Forschungsprojekt über die Wirkung nicht-ionisierender elektromagnetischer Strahlung auf molekularer Ebene an das Institut für Physik der Universität Augsburg vergeben. Nicht-ionisierende Strahlung wird gemeinhin als "Elektrosmog" bezeichnet. Über ihre Wirkung auf zellulärer und subzellulärer Ebene - insbesondere im Mobilfunk-Frequenzbereich - ist nur sehr wenig bekannt. Bislang wurden Grenzwerte unter Zugrundelegung rein thermischer Belastungen abgeschätzt und empfohlen. Nun soll im Rahmen des Deutschen Mobilfunk-Forschungsprogramms (DMF) die direkte Wirkung der "Handy-Strahlung" auf den Mikroorganismus detailliert untersucht werden.

... mehr zu:
»BfS »Experimentalphysik »Strahlung


Von biologisch-medizinischer Seite ist seit langem bekannt, dass im Organismus im Bereich der Zellen elektrische Felder allgegenwärtig sind. Intern generierte elektrische Signale von Zellen zeigen den Status des Mikroorganismus, äußere elektrische Felder stimulieren die Protein-Biosynthese und Zellteilung. Zellen und subzelluläre Einheiten interagieren mit ihrer Umgebung über den Austausch von Ionen und über die Änderung des elektrochemischen Potentials. Elektrische Felder und Potentialdifferenzen über die Plasma-Membranen spielen für die Funktionalität der Zellen eine wesentliche Rolle. Insgesamt sind Membran-Proteine hochempfindliche elektronisch-biologische Apparate, die auf Änderungen elektrischer Felder instantan reagieren.

Die Untersuchung, mit der die Forscher am Augsburger Physik-Institut jetzt beauftragt wurden, ist darauf ausgerichtet, etwaige Störungen der Funktionalität oder sonstige Schädigungen von Zellen zu entdecken, die auf externe elektromagnetische Strahlung zurückzuführen sind. Dabei sollen insbesondere Mobilfunk-Frequenzen im Bereich von 500 MHz bis 5 GHz mit einer Intensität, die unserer täglichen Belastung entspricht, für die Untersuchungen benutzt werden.

Durch seine für diesen Themenkomplex ideal geeignete Expertise konnte das Institut für Physik der Universität Augsburg die Ausschreibung des BfS im Wettbewerb für sich entscheiden. Am Projekt beteiligt sind drei Arbeitsgruppen: Die Federführung liegt beim Lehrstuhl für Experimentalphysik V/EKM. Prof. Dr. Alois Loidl und Dipl.-Phys. Rudolf Gulich führen hier dielektrische Spektroskopie an Zellen, Proteinen und Membranen durch und besorgen mikroskopische Netzwerkanalysen. Am Lehrstuhl für Experimentalphysik I sind Prof. Dr. Achim Wixforth und Dr. Matthias Schneider mit der Lösung biophysikalischer Fragestellungen und der Untersuchung von elektrischem Transport an einzelnen Zellen befasst. Am Lehrstuhl für Theoretische Physik I besorgen Prof. Dr. Peter Hänggi und Dr. Gerhard Schmid die theoretische Begleitung des Projekts, wobei hier der Ladungstransport in biologischen Materialien sowie die Bedeutung von Nicht-Gleichgewichtsprozessen bei biophysikalischen Prozessen im Mittelpunkt des Interesses stehen.

PRESSEKONTAKT:
Prof. Dr. Alois Loidl
Lehrstuhl für Experimentalphysik V/EKM
Telefon 0821/598-3600
alois.loidl@physik.uni-augsburg.de

Klaus P. Prem | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-augsburg.de/

Weitere Berichte zu: BfS Experimentalphysik Strahlung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion
23.06.2017 | Max-Planck-Institut für Astrophysik

nachricht Individualisierte Faserkomponenten für den Weltmarkt
22.06.2017 | Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften