Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erste Himmelsaufnahmen des SALT-Teleskops - Universität Göttingen beteiligt

01.09.2005


Southern African Large Telescope nimmt mit ?First-Light" Deklaration wissenschaftliche Arbeit auf



Genau fünf Jahre nach der Grundsteinlegung wurden mit dem Southern African Large Telescope (SALT) die ersten Himmelsaufnahmen gewonnen. Dieser Schritt wird von den Astronomen als ?First Light" bezeichnet. Die Georg-August-Universität Göttingen ist mit dem Institut für Astrophysik als einzige deutsche Forschungseinrichtung an diesem Projekt beteiligt. Sie trägt zusammen mit dem Niedersächsischen Wissenschaftsministerium (MWK), dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und der VolkswagenStiftung vier Prozent der Kosten. ?First Light" markiert den Zeitpunkt des Beginns der wissenschaftlichen Arbeit des Projekts und das Ende der erfolgreich abgeschlossenen Bauphase.



Genau fünf Jahre nach der Grundsteinlegung wurden mit dem Southern African Large Telescope (SALT) die ersten Himmelsaufnahmen gewonnen. Dieser Schritt wird von den Astronomen als ?First Light" bezeichnet. Die Georg-August-Universität Göttingen ist mit dem Institut für Astrophysik als einzige deutsche Forschungseinrichtung an diesem Projekt beteiligt. Sie trägt zusammen mit dem Niedersächsischen Wissenschaftsministerium (MWK), dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und der VolkswagenStiftung vier Prozent der Kosten. ?First Light" markiert den Zeitpunkt des Beginns der wissenschaftlichen Arbeit des Projekts und das Ende der erfolgreich abgeschlossenen Bauphase. SALT - mit einem Spiegeldurchmesser von elf Metern - ist das größte optische Einzelteleskop auf der Südhalbkugel der Erde und genauso groß wie das Hobby-Eberly Teleskop in Texas. Beide Teleskope sind damit die größten der Welt. Die Bilder, die während der ersten Probephase aufgenommen wurden, zeigen die Operationsbereitschaft des Teleskops und der zugehörigen Kamera SALTICAM. Im Internet sind die Aufnahmen unter http://www.saao.ac.za/~sbp/firstlight.html veröffentlicht.

Prof. Dr. Wolfram Kollatschny, der das Projekt am Institut für Astrophysik Göttingen betreut und Vorstandsmitglied im SALT Projekt ist, erklärt: ?In den kommenden Jahren werden die Astrophysiker am SALT Teleskop spannende und aufregende Fragen bearbeiten, die von der Suche nach fernen Planetensystemen bis zur möglichen Entdeckung der ältesten Galaxien und Quasare im Universum reichen." Mit dem SALT Teleskop könnte man nach Angaben des Wissenschaftlers noch das Licht einer einzigen Kerze auf dem Mond entdecken. ?Neben den astrophysikalischen Ergebnissen ist bei diesem Projekt auch die enge wissenschaftliche und menschliche Zusammenarbeit mit ausländischen Partnern - darunter zahlreichen Eliteuniversitäten - von enormer Bedeutung", so der Astrophysiker. SALT ist ein Gemeinschaftsprojekt der Republik Südafrika, mehrerer Spitzenuniversitäten der USA, der Georg-August-Universität Göttingen sowie Hochschulen aus Polen, Neuseeland und Großbritannien. Das SALT Teleskop-Projekt wurde innerhalb eines fixierten Budgets von 20 Millionen Dollar erstellt, von denen Südafrika 34 Prozent und die amerikanischen Universitäten 44 Prozent trugen.

Der Grundstein wurde im Jahr 2000 an dem Ort Sutherland in der Karoo-Wüste in Südafrika gelegt, an dem seit den siebziger Jahren einige kleinere Teleskope des South African Astronomical Observatory (SAAO) stehen. In den vergangenen fünf Jahren wurde ein hochmodernes Teleskopgebäude errichtet und im Mai 2005 der Hauptspiegel des Teleskops fertig gestellt. Er besteht aus 91 hexagonalen Ein-Meter-Spiegelsegmenten und hat einen Gesamtdurchmesser von elf Metern. ?Es ist nicht möglich, Einzelspiegel zu transportieren, die größer als acht Meter sind. Deshalb müssen die Spiegel größerer Teleskope aus mehreren Spiegeln zusammengesetzt werden", erläutert Prof. Kollatschny. Mit der Deklaration des ?First Light" am 1. September 2005 hat sich das SALT Projekt in der astronomischen Szene zu Wort gemeldet, so der Göttinger Astrophysiker weiter. In den kommenden Monaten würden das Teleskop und die zugehörigen Instrumente optimiert werden, um die volle Leistungsfähigkeit des Projektes unter Beweis zu stellen. Die ersten Bilder ließen Vielversprechendes erahnen. ?Die Göttinger Astrophysiker fühlen sich herausgefordert und glücklich, dass sie diese Forschungsarbeiten im hochkarätigen internationalen Vergleich angehen können", so Prof. Kollatschny.

Am 10. November diesen Jahres findet die offizielle Eröffnung statt. Das SALT Teleskop soll unter großer internationaler Beteiligung vom südafrikanischen Präsidenten Thabo Mbeki feierlich eingeweiht werden. An dem Festakt werden auch Vertreter des Instituts für Astrophysik, der Universität Göttingen sowie der VolkswagenStiftung teilnehmen.

Kontaktadresse:
Prof. Dr. Wolfram Kollatschny
Georg-August-Universität Göttingen
Fakultät für Physik, Institut für Astrophysik
Friedrich-Hund-Platz 1, 37077 Göttingen
Telefon (0551) 39-5065, Fax (0551) 39-5043
e-mail: wkollat@astro.physik.uni-goettingen.de

Marietta Fuhrmann-Koch | idw
Weitere Informationen:
http://www.saao.ac.za/~sbp/firstlight.html
http://www.astro.physik.uni-goettingen.de/

Weitere Berichte zu: Astrophysik Himmelsaufnahme SALT Teleskop

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Neuartige Halbleiter-Membran-Laser
22.03.2017 | Universität Stuttgart

nachricht Seltene Erden: Wasserabweisend erst durch Altern
22.03.2017 | Universität Basel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Besser lernen dank Zink?

23.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Innenraum-Ortung für dynamische Umgebungen

23.03.2017 | Architektur Bauwesen