Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Geheimnisvolle Teilchen aus dem All

22.07.2005


Münstersche Kernphysiker wollen Oszillation von Neutrinos entschlüsseln



Sie gehören zu den geheimnisvollsten Teilchen des Universums: Neutrinos. Nicht zu fassen, fast ohne Masse, durchdringen sie jegliche greifbare Materie, ohne Spuren zu hinterlassen. Dabei gehören sie zu den fundamentalen Bausteinen der Natur und machen wahrscheinlich bis zu 50 Prozent der gesamten Masse des Universums aus. Um ihre Eigenschaften genauer kennen zu lernen, beteiligt sich Prof. Dr. Dieter Frekers vom Institut für Kernphysik der Universität Münster am Experiment "Opera" des europäischen Kernforschungszentrums CERN.

... mehr zu:
»CERN »Neutrino »Oszillation


Drei Gruppen von Neutrinos sind bekannt: elektronische, deren Quelle unter anderem die Sonne ist, myonische und Tau-Neutrinos. Ihr Zustand kann von der einen in die andere Gruppe wechseln. Dieser Oszillation genannte Vorgang belegt nicht nur, dass Neutrinos überhaupt eine Masse haben - was lange bezweifelt wurde -, sondern auch, dass die drei Gruppen jeweils unterschiedlich schwer sind. "Opera", das derzeit im italienischen Gran Sasso aufgebaut wird, soll diese Oszillation erstmals faktisch bestätigt werden.

Dazu wird ein Strahl von künstlich erzeugten Myon-Neutrinos von dem bei Genf liegenden CERN auf die Reise geschickt. Je länger die Strecke, die ein Neutrino durchfliegt, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass es die Gruppe wechselt. Da Neutrinos fast jede Materie durchdringen, werden unterirdisch in zwei so genannten Super-Modulen einige Millionen Bleiplatten abwechselnd mit Fotoplatten in Gran Sasso angeordnet, mit denen die zu erwartenden Tau-Neutrinos eine Reaktion eingehen und so nachgewiesen werden können.

Die münsterschen Wissenschaftler um Frekers haben in dem aus gut 30 Arbeitsgruppen bestehenden, internationalen Team drei Aufgaben: Die Auswahl der Bleiart ist von entscheidender Bedeutung, da das Material selbst nicht radioaktiv strahlen darf, da sonst die Ergebnisse verfälscht würden. Außerdem arbeiten sie an einem Gasdetektor mit, der in Hamburg entwickelt wird, um die Energie der ursprünglichen Myonen genau feststellen zu können. Bereits abgeschlossen ist die Arbeit an einem speziellen Mikroskop, mit dem die Fotoplatten ausgelesen werden können.

Gelingt das Experiment, das im kommenden Jahr starten und insgesamt fünf Jahre laufen soll, können die Wissenschaftler den Charakter der geheimnisvollen Teilchen ein wenig besser verstehen - und damit beispielsweise auch den Ursprung und Aufbau des Universums, an deren Entstehung Neutrinos maßgeblich beteiligt waren.

Brigitte Nussbaum | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-muenster.de/Physik/KP/frekers/index.html

Weitere Berichte zu: CERN Neutrino Oszillation

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Heiß & kalt – Gegensätze ziehen sich an
25.04.2017 | Universität Wien

nachricht Astronomen-Team findet Himmelskörper mit „Schmauchspuren“
25.04.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie