Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Eberswalde auf dem Mars - Uni-Institut kartiert den Roten Planeten

17.05.2004


Der Planet Mars mag ein wenig staubig sein, und auch Durchschnittstemperaturen von Minus 63 Grad wirken nicht gerade einladend. Doch das hat Wissenschaftler der Technischen Universität Berlin (TU) nicht daran gehindert, die Krater des Roten Planeten nach ihren Heimatstädten zu benennen. Damit soll die brandenburgische Stadt Eberswalde demnächst auf Mars-Karten zu finden sein. Das mecklenburgische Crivitz hat die Hürden der Benennungs-Kommissionen bereits genommen - und für Berlin läuft ein Antrag.



TU-Vermessungsingenieur Stephan Gehrke, der am Institut für Geodäsie Mars-Karten erstellt, möchte seine Arbeit nicht auf die Namensfindung für Krater auf dem Roten Planeten reduziert sehen. Dass er seinen Heimatort Crivitz für die Kartierung vorschlug, war ein Versuchsballon. Im Jahr 2002 besuchte Gehrke im US-Staat Arizona das Institut, das die Datenbank der planetarischen Namen verwaltet. Nur auf dem Mars, erfuhr er dort, gibt es die Möglichkeit, Mini-Kratern die Namen von Kleinstädten auf der Erde zu geben. «Große Krater sind dort nämlich für Marsforscher und Literaten reserviert», erläutert der 29-jährige Geodät.

... mehr zu:
»Krater »Mars


Es hat mehr als ein Jahr gedauert, bis der Name Crivitz ganz offiziell marsianisch war. Denn die wissenschaftliche Benennung von Gebieten im Planetensystem ist seit 1919 streng geregelt: Darüber entscheidet die Internationale Astromische Union. Nur Namen, die sie akzeptiert, dürfen sich auch auf Weltraumkarten wiederfinden. Dem Antragsteller entstehen dabei keine Kosten. Auf dem Mars, gut halb so groß wie die Erde, seien bisher rund 1500 Namen für Täler, Berge, Krater oder Vulkane vergeben worden, berichtet der Ingenieur.

Stephan Gehrke arbeitet in einem vierköpfigen TU-Forschungsteam. Die Wissenschaftler setzten die Aufsehen erregenden Bilder, die die Raumsonde «Mars Express» seit Ende Dezember zur Erde funkt, in Landkarten um. Insgesamt können so mehr als 10 000 Karten-Blätter im Maßstab von 1 zu 200 000 entstehen, mit Höhenlinien und topographischen Namen. Bis 2006 läuft das Projekt, das vom Bundesforschungsministerium finanziert wird. Die Software zur Erstellung ihrer bisher einzigartigen Karten haben die Wissenschaftler selbst entwickelt.

«Für deutsche Orte wird es jetzt aber langsam eng auf dem Mars», ergänzt Gehrke. Nachdem sich bereits Bamberg, Bremerhaven, Dessau und Hameln auf dem Roten Planeten verewigt haben, will die Kommission nach Crivitz und Eberswalde nun lieber andere Staaten zum Zuge kommen lassen. Für diesen Fall hat der Berliner Wissenschaftler vorgesorgt: Er meldete kurzerhand eine südafrikanische Kleinstadt bei der Kommission an. Sie heißt nicht zufällig Berlin.

| pro-pysik.de
Weitere Informationen:
http://www.dlr.de/mars-express
http://planetarynames.wr.usgs.gov
http://www.fpk.tu-berlin.de/forschung/mex

Weitere Berichte zu: Krater Mars

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen
17.02.2017 | Universität Konstanz

nachricht Zukunftsmusik: Neues Funktionsprinzip zur Erzeugung der „Dritten Harmonischen“
17.02.2017 | Laser Zentrum Hannover e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Im Focus: Breakthrough with a chain of gold atoms

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

Im Focus: Hoch wirksamer Malaria-Impfstoff erfolgreich getestet

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Im Focus: Sensoren mit Adlerblick

Stuttgarter Forscher stellen extrem leistungsfähiges Linsensystem her

Adleraugen sind extrem scharf und sehen sowohl nach vorne, als auch zur Seite gut – Eigenschaften, die man auch beim autonomen Fahren gerne hätte. Physiker der...

Im Focus: Weltweit genaueste und stabilste transportable optische Uhr

Optische Strontiumuhr der PTB in einem PKW-Anhänger – für geodätische Untersuchungen, weltweite Uhrenvergleiche und schließlich auch eine neue SI-Sekunde

Optische Uhren sind noch genauer als die Cäsium-Atomuhren, die gegenwärtig die Zeit „machen“. Außerdem benötigen sie nur ein Hundertstel der Messdauer, um eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

ANIM in Wien mit 1.330 Teilnehmern gestartet

17.02.2017 | Veranstaltungen

Ökologischer Landbau: Experten diskutieren Beitrag zum Grundwasserschutz

17.02.2017 | Veranstaltungen

Von DigiCash bis Bitcoin

16.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Stammzellen verlassen Blutgefäße in strömungsarmen Zonen des Knochenmarks

17.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

LODENFREY setzt auf das Workforce Mangement von GFOS

17.02.2017 | Unternehmensmeldung

50 Jahre JULABO : Erfahrung – Können & Weiterentwicklung!

17.02.2017 | Unternehmensmeldung