Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Weltraum-Mission Ariane - mit Kasseler Sensor am Kometen-Staub

03.03.2004


Als die Ariane-5-Rakete der European Space Agency (ESA) am Dienstag Morgen vom Weltraumhafen Kourou in Französisch Guyana abhob, nahm sie auch Hochtechnologie aus Kassel mit auf ihre lange Reise durch das Weltall. Ein winziger Sensor, entwickelt von Physikern des Instituts für Mikrostrukturanalyse und Analytik (IMA) an der Universität Kassel unter Leitung von Prof. Dr. Rainer Kassing, soll dabei helfen, die Geheimnisse der ältesten Objekte in unserem Universum zu lüften - der Kometen.

Der Kasseler Sensor ist eines von 26 Messinstrumenten an Bord des Kometenjägers Rosetta, den die Ariane-Rakete in den Weltraum befördert hat. Das Ziel seiner zehneinhalbjährigen Reise durch das All ist der Komet Tschurjumow-Gerasimenko. Dort soll Rosetta auf ihrem Weg durch den Schweif des kosmischen Eisbergs winzige Staubkörner einfangen. Das Kasseler Messgerät im Nano-Maßstab wird die Oberflächen dieser Partikel dann auf ihre magnetischen und elektrischen Eigenschaften hin untersuchen und ihre Zusammensetzung bestimmen. Außerdem ist der Sensor in der Lage, die Staubpartikel dreidimensional darzustellen. Mit diesen Abbildungen liefert er das Material für weitere ausführliche wissenschaftliche Analysen. Von den Ergebnissen der Untersuchungen erhoffen sich die ESA-Wissenschaftler neue Erkenntnisse darüber, ob zumindest ein Teil der Bausteine irdischen Lebens aus dem All stammt.

In einem Zeitraum von nur vier Jahren haben die Kasseler Physiker den Sensor entwickelt. Ihre Aufgabe war es, Messtechnik, die sich schon im Einsatz auf der Erde bewährt hat, weltraumtauglich zu machen. Auf seiner Langzeitmission im Weltall, unter dem Einfluss extremer Arbeitstemperaturen, der Beschleunigung an Bord der Raumfähre und der Strahlung im All soll der Sensor ebenso verlässliche Daten liefern wie auf der Erde. So wurde an der Universität Kassel eine völlig neue Sensorenreihe für den Einsatz im Weltraum entwickelt.

Noch in der Entwicklungsphase dieser Sensortechnik haben sich die Physiker Dr. Tomasz Debski und Wolfgang Barth, die zu der Zeit als Doktoranden an diesem Thema forschten, in die Selbstständigkeit gewagt. Mit ihrer Firma Nascatec GmbH arbeiten sie eng mit dem IMA der Universität Kassel zusammen und beliefern mit ihrer Technik nun auch die Europäische Weltraumagentur.



Info

... mehr zu:
»IMA »Sensor »Weltraum


Prof. Dr. Rainer Kassing
Universität Kassel

Fachbereich Naturwissenschaften
Heinrich-Plett-Str. 40, 34132 Kassel
tel (0561) 804-4532, fax -4136
mail kassing@physik.uni-kassel.de

Wolfgang Barth, Dr. Tomasz Debski, Nascatec GmbH
Ludwig-Erhard-Str. 10, 34131 Kassel
tel (0561) 920 88-300, fax -309
mail info@nascatec.com

Prof. Dr. Rainer Kassing | Universität Kassel
Weitere Informationen:
http://www.uni-kassel.de

Weitere Berichte zu: IMA Sensor Weltraum

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Proteintransport - Stau in der Zelle
24.03.2017 | Ludwig-Maximilians-Universität München

nachricht Neuartige Halbleiter-Membran-Laser
22.03.2017 | Universität Stuttgart

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise