Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

"Smarte" Mondforschung beginnt Anfang September

18.08.2003


Die ESA-Raumsonde "SMART-1" wird voraussichtlich am 3. September 2003 neben zwei Kommunikationssatelliten mit einer Ariane-5 zum Mond starten. Ein im Max-Planck-Institut für Aeronomie (MPAE) entwickeltes Infrarotspektrometer befindet sich - neben mehreren weiteren Messinstrumenten - an Bord der Raumsonde.




Die kaum kühlschrankgroße Raumsonde ist die Nr. 1 in einer Reihe von Missionen, die neue Technologien erproben und auf kostengünstigem Wege interessante Ergebnisse liefern soll. SMART steht für "Small Missions for Advanced Research in Technology"; die SMART-Missionen sollen helfen, zentrale Großprojekte der ESA vorzubereiten. "SMART-1" ist die erste europäische Forschungssonde, deren Antriebsenergie von einem Ionentriebwerk, einem solar-elektrischen Antrieb, geliefert wird. Die NASA stützte sich bereits bei der planetaren Mission Deep Space 1 (gestartet 1998) auf einen solchen Antrieb, die ESA setzte ihn im Erdorbit beim Satelliten Artemis (gestartet 2001) ein und möchte ihn vor allem für die künftigen Missionen Solar Orbiter (Sonnenorbiter) und BepiColombo (zum Merkur) testen, die beide erst in mehreren Jahren beginnen werden. Die Startrakete trägt die Raumsonde in eine elliptische Erdumlaufbahn. Dort wird sie durch das Ionentriebwerk ganz langsam beschleunigt. Erst nach ca. 16 Monaten Flugzeit und mit Hilfe einer komplizierten Manövriertechnik wird die Sonde ihr Ziel, den Mondorbit, erreichen. Sie soll den Mond sechs Monate lang umkreisen und erforschen.

... mehr zu:
»MPAE »Mondforschung »Raumsonde


"SMART-1" ist auch die erste europäische Raumsonde, die Mondforschung betreiben wird. Mondforschung rückt zunehmend wieder ins Interesse der Weltraumagenturen. Die Apollo-Missionen der NASA brachten Mondgestein vor allem aus der Äquatorregion der Mondvorderseite zur Erde. Die geologische Geschichte aller anderen Mondregionen muß erst noch entschlüsselt werden. Mit Hilfe der gemessenen Daten könnte auch die zur Zeit in der Wissenschaft allgemein akzeptierte Theorie über die Entstehung des Erde-Mond-Systems - durch den Zusammenprall eines marsgroßen Himmelskörpers mit der Urerde in der Frühzeit unseres Sonnensystems - bestätigt oder widerlegt werden. Besonders interessant für eine künftige Nutzung des Mondes dürfte die Suche nach Wassereis sein. Vorgängermissionen (Clementine und Lunar Prospector) hatten vor Jahren Hinweise auf Eis an den Mondpolen gefunden. "SMART-1" soll die Existenz und Verteilung des Eises endgültig bestätigen.

An Bord von "SMART-1" befindet sich eine wissenschaftliche Nutzlast von 15 kg. Eins der zehn Instrumente ist das 2,3 kg schwere, im Katlenburg-Lindauer MPAE auf der Grundlage eines käuflichen Laborgeräts entwickelte IR-Spektrometer SIR (SMART-1 Infrared Spectrometer). Es deckt den Wellenlängenbereich von 900 bis 2400 nm mit einer weitaus größeren Genauigkeit als die genannten Vorgängermissionen ab (spektrale Auflösung 60 nm) und könnte der Prototyp für viele auf späteren Planetenmissionen eingesetzte Spektrometer im IR-, UV- und im sichtbaren Wellenlängenbereich werden. Mit diesem Gerät sollen eine mineralogische Karte der Mondoberfläche erstellt und selbst in dunklen Kratern unter Staub verborgenes Wassereis aufgespürt werden.

Verantwortliche Wissenschaftler für SIR am MPAE:

Technical Investigator
Dr. Horst Uwe Keller, Tel. 05556 - 979 419)

Co-Investigatoren
Dr. Urs Mall, Tel. 05556 - 979 152
Dr. Wojciech Markiewicz, Tel. 05556 - 979-294 und Dr. Andreas Nathues, Tel. 05556 - 979-433

Dr. Bernd Wöbke | idw
Weitere Informationen:
http://www.esa.int/export/esaSC/120371_index_0_m.html
http://sci.esa.int/science-e/www/object/index.cfm?fobjectid=31415&fbodylongid=860

Weitere Berichte zu: MPAE Mondforschung Raumsonde

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Planeten außerhalb unseres Sonnensystems: Bayreuther Forscher dringen tief ins Weltall vor
23.02.2017 | Universität Bayreuth

nachricht Kühler Zwerg und die sieben Planeten
23.02.2017 | ESO Science Outreach Network - Haus der Astronomie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie