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Mit dem Laser hochfeine, reine Pulver erzeugen

17.09.2002


Laserphysiker von der Uni Jena erhält Innovationspreis Lasertechnik 2002

 Mit modernen Lasern kann man nicht nur schneiden sondern auch pulverisieren. Damit das Pulver aber nicht unerwünschtes Zufallsprodukt, sondern genau definiertes Ergebnis ist, müssen zahlreiche Bedingungen präzise eingehalten werden. Eine entsprechende Anlage haben Wissenschaftler und Techniker um Doz. Dr. Gisbert Staupendahl (57) von der Friedrich-Schiller-Universität Jena entwickelt. Für ihre Pilotanlage zur Herstellung nanoskaliger oxidischer Keramikpulver durch Laserverdampfung wird Staupendahl der Innovationspreis Lasertechnik 2002 verliehen. Der Jenaer Wissenschaftler erhält den Preis am Donnerstag (19.09.) während des Aachener Kolloquiums für Lasertechnik.

"Es gibt nur wenige Auszeichnungen im Bereich der Laserbearbeitung", sagt Dr. Staupendahl, "daher freue ich mich umso mehr, ausgewählt worden zu sein." Verbunden mit der mit 2500 Euro dotierten Auszeichnung ist eine Ehrenmitgliedschaft im Arbeitskreis Lasertechnik AKL e. V., dem Vertreter aller wichtigen deutschen Zentren auf diesem Gebiet angehören. Staupendahl erhält den Preis in der Kategorie "Anwendungsnahe Wissenschaft", ein weiterer Preis in der Sparte "Betriebliche Praxis" geht an Dr. Guido Hennig von der Firma MDC Max Daetwyler AG in der Schweiz.

Ausgezeichnet wird Staupendahl für die Realisierung einer Pilotanlage, deren industrielle Nutzung derzeit bei der "Degussa AG" in Hanau erprobt wird. Mit Hilfe von Laserstrahlen werden in dieser Anlage gezielt keramische Pulver mit Korngrößen von wenigen Nanometern, also millionsten Teilen eines Millimeters, hergestellt. "Mit diesen Pulvern können innovative Bauteile produziert werden, die zahlreiche neue Technologien möglich machen", erläutert der Lasertechniker aus dem Jenaer Uni-Institut für Materialwissenschaft und Werkstofftechnologie. Solche "hochfeinen Pulver braucht man in der Elektronik ebenso wie im Kosmetikbereich", beschreibt er zukünftige Einsatzfelder. Die Thematik wurde unter Staupendahls Leitung über mehrere Jahre hinweg mit Förderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft an der Uni Jena systematisch bearbeitet: von den Grundlagenuntersuchungen zum Laserverdampfungsprozess bis hin zur Umsetzung der wissenschaftlichen Resultate in der neuen Anlage. Gleichzeitig wiesen die Jenaer Forscher die industrielle Nutzungsmöglichkeit des Verfahrens nach. Die Pilotanlage besteht aus einer Strahlungsquelle mit drei 2-kW-CO2-Lasern, einem Laserverdampfungsreaktor und einer kommerziellen Filtereinheit zur Pulverabscheidung.

Axel Burchardt | idw

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