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113 supraleitende High-Tech-Magnete für die Beschleunigeranlage FAIR

23.02.2012
Die Babcock Noell GmbH hat von der GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung GmbH in Darmstadt einen Auftrag über die Fertigung und Lieferung von 113 supraleitenden High-Tech-Magneten für die Beschleunigeranlage FAIR erhalten.

Die tonnenschweren Magnete werden für den zentralen Ringbeschleuniger SIS100, das Herzstück der FAIR-Anlage, benötigt. Für die unterschiedlichen Experimente bei FAIR beschleunigt der Ringbeschleuniger geladene Teilchen, so genannte Ionen, fast auf Lichtgeschwindigkeit. Dabei halten die nun in Auftrag gegebenen Magnete die Ionen auf einer Kreisbahn.


Neu entwickelter Magnet für die FAIR-Beschleunigeranlage.
Bild: Babcock Noell GmbH


FAIR - 3D Ansicht der geplanten Beschleunigeranlage. In rot ist die Strahlführung zu sehen. Links im Bild sind die bestehenden Anlagen und Gebäude des GSI Helmholtzzentrums für Schwerionenforschung sichtbar.
Bild: GSI / FAIR

Für die Fertigung der Magnete und des supraleitenden Kabels wird Babcock Noell am Standort in Würzburg eine Produktionslinie aufbauen.

Dem Auftrag vorausgegangen war im Jahr 2008 der erfolgreiche Bau eines Prototyps bei Babcock Noell, der im Magnetteststand bei GSI auf Herz und Nieren geprüft und allen Anforderungen gerecht wurde. Zuvor hatten GSI-Wissenschaftler zusammen mit Kollegen des russischen Beschleunigerlabors JINR in Dubna jahrelange Entwicklungsarbeiten geleistet. Sie ließen Erkenntnisse über supraleitende Magnete einfließen, die im Beschleuniger in Dubna bereits zum Einsatz kommen.

Die Magnete werden supraleitende Spulen besitzen, deren Magnetfeld extrem schnell verändert werden kann. Durch die Supraleitung können die hohen Felder von 1,9 Tesla (das entspricht dem 40.000-fachen des Erdmagnetfelds) mit minimierten Betriebskosten erzeugt werden. Die Kombination von Supraleitung und schnell veränderlichem Magnetfeld ist in dieser Form einzigartig. Jedes der 113 Geräte hat eine Länge von drei Metern und ein Gewicht von fast zwei Tonnen.

FAIR (Facility for Antiproton and Ion Research) ist eines der größten Forschungsvorhaben weltweit. Die Forschungsanlage erlaubt eine Vielfalt von Experimenten, an denen Physiker aus der ganzen Welt beteiligt sind. Es können Einblicke in den Aufbau der Materie und die Entwicklung des Universums gewonnen werden.

Dr. Ingo Peter | idw
Weitere Informationen:
http://www.gsi.de

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