Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

„da Vinci“ unterstützt Gynäkologen des Dresdner Uniklinikums bei Operationen

26.10.2011
Bei minimal-invasiven Eingriffen – in der Laiensprache auch „Schlüsselloch-OP“ genannt – setzen nach den Urologen des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden nun auch die Operateure der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe auf modernste Technik: Für bestimmte gynäkologische Eingriffe nutzen sie das „da Vinci“ OP-System, das bisher die Operateure der Klinik für Urologie schwerpunktmäßig bei Prostata-Operationen verwenden.

Vorteil des Systems ist, dass der Operateur die über Hülsen in den Bauch eingeführten Instrumente nicht mehr direkt mit seinen Händen führt, sondern über computergesteuerte Arme manövriert. Dank wesentlich beweglicherer Instrumente und der hoch auflösenden, dreidimensionalen Optik kann er das OP-Instrumentarium räumlich sehen und wesentlich genauer bewegen.

Dies ist ein entscheidender Vorteil gegenüber den konventionellen minimal-invasiven Eingriffen. Dank dieser Technik können die Gynäkologen deutlich schwierige minimal invasive Eingriffe mit hoher Sicherheit ausführen. Derzeit gibt es weniger als zehn Frauenkliniken in ganz Deutschland, die mit dem „da Vinci“-OP-System operieren, während in den USA bereits eine Vielzahl an Kliniken auf diese elektronische Unterstützung setzen.

Das „da-Vinci“-Operationssystem kann die Handbewegungen der Chirurgen bis zu einem Verhältnis von eins zu fünf übersetzen. So wird aus einer fünf-Zentimeter-Bewegung der Hand beispielsweise ein zehn Millimeter langer, direkt ausgeführter Schnitt. „Das eröffnet dem Chirurgen die Möglichkeit, noch feiner und damit auch präziser zu arbeiten“, erklärt Dr. Axel Schindelhauer, Oberarzt an der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe des Dresdner Uniklinikums.

Mit dem „da Vinci“-OP-System lässt sich die Zahl bestimmter Komplikationen – etwa Blutungen – weiter senken, so dass die Patientinnen unmittelbar von der sehr schonenden Methode profitieren. Die höhere Präzision des Systems hilft den Operateuren beispielsweise die bei Tumor-Operationen notwendige Präparation von Lymphknoten so genau wie möglich vorzunehmen. Weitere Einsatzgebiete des „da Vinci“ durch die Gynäkologen sind künftig die operative Therapie von Endometriose, bösartige Geschwulste der Gebärmutter, die minimalinvasive Entfernung der Gebärmutter sowie Eingriffe zur Korrektur von Gebärmuttersenkungen.

Gynäkologen entscheiden sich auch bei korpulenten Patientinnen öfter für eine „Schlüsselloch-Operation“ – in der Fachsprache auch Laparoskopie genannt –, wenn sich so problematische Bauchschnitte vermeiden lassen. Wie auch bei der herkömmlichen Laparoskopie muss ein Operateur umfassend geschult werden und über einen großen Erfahrungsschatz verfügen, bevor er selbstständig am „da Vinci“-System arbeiten kann. Neben mehreren Urologen ist es der Gynäkologe Dr. Schindelhauer, der diese Qualifikation und Erfahrung verfügt und sie künftig auch an Kollegen vermittelt.

Kontakt für Journalisten
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
Dr. Axel Schindelhauer
Tel. 0351/ 458 2183
E-Mail: axel.schindelhauer@uniklinikum-dresden.de

Holger Ostermeyer | idw
Weitere Informationen:
http://www.uniklinikum-dresden.de/gyn

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Einfacher Schieltest mit neu entwickelter Strabismus-Video-Brille
19.07.2017 | UniversitätsSpital Zürich

nachricht Kunstherz auf dem Prüfstand
13.07.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: 3-D scanning with water

3-D shape acquisition using water displacement as the shape sensor for the reconstruction of complex objects

A global team of computer scientists and engineers have developed an innovative technique that more completely reconstructs challenging 3D objects. An ancient...

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Gipfeltreffen der String-Mathematik: Internationale Konferenz StringMath 2017

24.07.2017 | Veranstaltungen

Von atmosphärischen Teilchen bis hin zu Polymeren aus nachwachsenden Rohstoffen

24.07.2017 | Veranstaltungen

Recherche-Reise zum European XFEL und DESY nach Hamburg

24.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Gipfeltreffen der String-Mathematik: Internationale Konferenz StringMath 2017

24.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Von atmosphärischen Teilchen bis hin zu Polymeren aus nachwachsenden Rohstoffen

24.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Lupinen beim Trinken zugeschaut – erstmals 3D-Aufnahmen vom Wassertransport zu Wurzeln

24.07.2017 | Biowissenschaften Chemie