Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Rostocker Nordic Diagnostic Alliance entwickelt neuartiges, ultrasensitives DNA-Analysegerät

05.01.2011
Die Universität Rostock entwickelt mit dem Rostocker Unternehmensverbund Nordic Diagnostic Alliance ein ultrasensitives DNA-Analyse-Gerät, mit dessen Hilfe individuelle Prognose- und Therapieentscheidungen bei Autoimmunerkrankungen, zum Beispiel Multiple Sklerose und Rheumatische Arthritis, auf der Basis von genetischen Dispositionen der Patienten getroffen werden können.

In zwei Jahren soll es möglich sein, in einem autarken, voll integrierten und einfach zu bedienenden System, bis zu 64 DNA-Sequenzen gleichzeitig zu testen. Heutige Verfahren zur DNA-Analyse benötigen mehrere Einzelgeräte für die notwendigen Schritte und sind auf Grund ihres Aufbaus in der Regel deutlich weniger bedienungsfreundlich.

Ende Dezember 2010 hat die Nordic Diagnostic Alliance, zu der die Rostocker Unternehmen Gensoric GmbH, Immungenetics GmbH sowie arivis - Multiple Image Tools GmbH gehören, eine Förderzusage des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) aus dem Programm Wachstumskerne erhalten. Das Gesamtvolumen des geförderten zweijährigen Projektes, an dem zwei Institute der Universität Rostock beteiligt sind, liegt bei 1,8 Mio. EUR. „Derartigen interdisziplinären Projekten gehört die Zukunft“, sagt Prof. Dr. Wolfgang Schareck, Rektor der Universität Rostock. „Mit der 2007 gegründeten Interdisziplinären Fakultät (INF) haben wir die Weichen richtig gestellt.“

Multiple Sklerose ist mit rund 2,5 Mio. Betroffenen weltweit die zweihäufigste neurologische Erkrankung und bis heute nicht heilbar. Die Krankheit bricht oftmals im Alter von 20-35 Jahren aus und kann zu einer totalen Immobilität und Pflegeabhängigkeit führen. Dabei sind Ausbruch und Verlauf nicht nur von Umwelteinflüssen abhängig, sondern werden auch von den individuellen Genen des Patienten beeinflusst („genetische Dispositionen“). Je früher und gezielter die Krankheit mit Medikamenten behandelt werden kann, desto größer sind die Aussichten, den Verlauf abzuschwächen oder weitere Krankheitsschübe ganz zu unterbinden. „Mit dem Projekt eines ultrasensitiven DNA-Analyse-Gerätes kommen wir dem Ziel, Patienten und Ärzten mit unserer Technologie und unseren wissenschaftlichen Ergebnissen unmittelbar helfen zu können, deutlich näher“, sagt Lars Krüger, Geschäftsführer der Gensoric GmbH.

„Unser Verbundvorhaben ist möglich, weil sich im Umfeld der Universität Rostock eine ganze Zahl von innovativen und zukunftsorientierten Start-Up Unternehmen angesiedelt haben. Das ergibt spannende Synergien und macht vielversprechende Kooperationen möglich“, sagt Prof. Dr. Lienhard Pagel von der Fakultät für Informatik und Elektrotechnik der Universität Rostock, der maßgeblich an dem Projekt beteiligt ist. Typisch für die Wissenschaftsregion Rostock: alle drei Unternehmen sind Ausgründungen aus Rostocker Forschungseinrichtungen. Gensoric GmbH und Immungenetics GmbH wurden beide von Wissenschaftlern der Universität Rostock gegründet; das Gründerteam von arivis - Multiple Image Tools GmbH stammt aus dem Fraunhofer Institut für Graphische Datenverarbeitung (IGD), Rostock.

• Von der Universität Rostock sind zwei Fachbereiche an dem Vorhaben beteiligt: Prof. Dr. sc. techn. Lienhard Pagel (Fakultät für Informatik und Elektrotechnik / Institut für Gerätesysteme und Schaltungstechnik) wird die notwendige Mikrosysteme im Bereich Fluidik und Leiterbahnen entwickeln. Das Institut für Chemie / Analytische Chemie, Herr P.D. Dr. Gerd-Uwe Flechsig, wird an einer Lösung für die notwendige Vervielfältigung der DNA-Stränge („PCR“) in einem integrierten System mit der DNA-Analyse arbeiten.

• Gensoric GmbH entwickelt Lösungen für die elektrochemische DNA-Analyse. Ziel ist ein ultrasensitives System, welches schneller und preiswerter arbeitet, als die heute gängigen Verfahren. Die Technologie von Gensoric GmbH wurde an der Universität Rostock entwickelt, dort durch den Verwertungsverbund MV (www.vvb-mv.de) patentiert und dem Unternehmen zur wirtschaftlichen Umsetzung zur Verfügung gestellt.

• Immungenetics GmbH ist eine Ausgründung aus der medizinischen Fakultät der Universität Rostock. Prof. Dr. Saleh Ibrahim, der wissenschaftliche Leiter von Immungenetics GmbH, arbeitet seit Jahren an der Erforschung von genetischen Assoziationen zu Autoimmunerkrankungen. Auf Grund von genetischen Variationen – sogenannten Allele – könnten bestimmte Aussagen zum Verlauf und Therapierbarkeit von Autoimmunerkrankungen getroffen werden. Diese Aussagen helfen dem Patienten und Arzt frühzeitig vielversprechende Therapieentscheidungen auf Grund der individuellen Veranlagung zu treffen. Auch Immungenetics GmbH ist Lizenznehmer der Universität Rostock.

• arivis Multiple Image Tools GmbH wird in diesem Verbundvorhaben die notwendigen Softwarelösungen für die Kontroll- und Steuerungselemente beitragen. Ziel ist es, dass das System kinderleicht, das heißt ohne eine langwierige Einweisung, intuitiv bedient und die Ergebnisse ausgelesen werden können. Außerdem ist die Zuverlässigkeit und Stabilität des Systems eine unbedingte Voraussetzung für eine Zulassung gemäß Medizin Produkte Gesetz.

Alle drei Wirtschaftsunternehmen sind Teil der innoveas Gruppe (www.innoveas.com), einem Unternehmen mit Sitz in Karlsruhe und Rostock, welches sich bereits in der Frühphase an Start-Up Unternehmen mit besonders innovativen Produkten beteiligt und diese darin unterstützt, erfolgreich zu sein.

Kontakt:
Universität Rostock
Presse+Kommunikation
Dr. Ulrich Vetter
Telefon: +49 (0)381 498 1013
E-Mail: ulrich.vetter@uni-rostock.de
Universität Rostock, Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät,
Institut für Chemie
PD Dr. Gerd-Uwe Flechsig
Telefon: +49 (0)381 498 6470
E-Mail: gerd-uwe.flechsig@uni-rostock.de
Universität Rostock, Fakultät für Informatik und Elektrotechnik,
Institut für Gerätesysteme und Schaltungstechnik
Prof. Dr. Lienhard Pagel
Telefon: +49 (0)381 498 7200
E-Mail: lienhard.pagel@uni-rostock.de
Gensoric GmbH
Herr Lars Krüger
Telefon: +49 (0)176 24258 293
E-Mail: l.krueger@gensoric.com
Internet: www.gensoric.com
Immungenetics GmbH
Moritz v. Grotthuss
Telefon: +49 (0)381 1285 224
E-Mail: m.vongrotthuss@immungenetics.com
Internet: www.immungenetics.com
arivis – Multiple Image Tools GmbH
Christian Götze
Telefon: +49 (0)381 461 393 0
E-Mail: christian.goetze@arivis.com
Internet: www.arivis.com

Ingrid Rieck | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-rostock.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Filterschutz fürs Gehirn: Weniger Schlaganfälle bei Herzklappenersatz-OP
17.08.2017 | Universitätsklinikum Ulm

nachricht Cochlea-Implantat: Viele Formen funktionieren
10.08.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie