Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neues Prüfverfahren hilft Patienten und Medizinern bei einer Strahlentherapie

02.07.2015

Maximilian Malberger (25), Absolvent der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen, entwickelte im Rahmen seiner Bachelor-Abschlussarbeit ein Prüfverfahren für eine Strahlentherapie am Strahlentherapiezentrum Emscher-Lippe. Malberger studierte Medizintechnik und ging mit seiner Abschlussarbeit in den Praxistest.

Das Strahlentherapiezentrum Emscher-Lippe (StZEL) ist in den Räumen des St. Josef-Hospitals in Gelsenkirchen-Horst beheimatet und setzt dort im Rahmen von Krebsbehandlungen moderne Linearbeschleuniger ein, die eine hochpräzise Behandlung von Tumoren ermöglichen.


Neues Prüfverfahren hilft Patienten und Medizinern bei einer Strahlentherapie. V.l.n.r.: Prof. Dr. Christian Schröder, Absolvent Maximilian Malberger und Radioonkologe Dr. Oliver Schneider.

Foto: WH, Abdruck honorarfrei

Im Strahlentherapiezentrum wird der zu behandelnde Bereich zunächst dreidimensional durch einen Computertomografen aufgezeichnet. Anschließend wird vor der Strahlentherapie dann eine exakte medizinisch-physikalische Planung durchgeführt, sodass ein Tumor präzise erfasst und das umgebende gesunde Gewebe bestmöglich geschont wird. Sogar die Bewegungen, die durch die Atmung des Patienten entstehen, fließen mit in die Behandlungsplanung ein.

"Maximilian Malberger gelang es in seiner Arbeit einen neuen Prüfkörper zu entwickeln, der nicht nur die Anforderungen der neuen DIN-Vorschriften erfüllt, sondern darüber hinaus mehr Informationen über die Qualität des Strahlengangs liefert“, berichtet Prof. Dr. Christian Schröder, der an der Westfälischen Hochschule Mikrosystem- und Feinwerktechnik sowie Mechatronik lehrt und die Arbeit von Malberger betreute. "Zudem lässt sich dieses Prüfverfahren unkompliziert anwenden, was die teilweise täglich durchgeführten Kontrollen deutlich erleichtert."

Der Therapieerfolg hängt maßgeblich davon ab, dass alle Teilschritte der Behandlung präzise aufeinander abgestimmt sind. Die genaue Lokalisierung des Krankheitsherdes, die exakte Definition des zu bestrahlenden Gewebes und nicht zuletzt die Positionierung des Patienten werden millimetergenau miteinander verknüpft.

"Die Präzision des Gesamtsystems muss durch Kontrollen regelmäßig überprüft werden. Dabei werden speziell geformte Prüfkörper anstelle des Patienten im Strahlengang des Linearbeschleunigers platziert, um auf diesem Wege geometrische Abweichungen vor der Behandlung zu erkennen und gegebenenfalls zu korrigieren", erläutert Malberger die Herausforderung für seine Arbeit.

Prof. Dr. Christian Schröder stellte nun gemeinsam mit Maximilian Malberger das neue Prüfverfahren im Gelsenkirchener Strahlentherapiezentrum vor. Dr. Oliver Schneider, Radioonkologe am Therapiezentrum, beeindruckte das Ergebnis der Arbeit des Gelsenkirchener Medizintechnik-Absolventen und er will die Zusammenarbeit mit der Westfälischen Hochschule zukünftig fortsetzen.

Malberger konnte sich durch seine gute Abschlussarbeit zugleich auch einen Arbeitsplatz beim Strahlentherapiezentrum in Gelsenkirchen sichern.

Ihr Medienansprechpartner für weitere Informationen:
Prof. Dr. Christian Schröder, Campus Gelsenkirchen der Westfälischen Hochschule, Telefon (0209) 9596-423 oder 9596-513 (Dekanat), E-Mail christian.schroeder@w-hs.de

Autor der Meldung: Michael Völkel

Dr. Barbara Laaser | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.w-hs.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Extrem schnelle Erfassung und Visualisierung von Tumorgrenzen während der Operation
15.01.2018 | Universität zu Lübeck

nachricht Wie Metallstrukturen effektiv helfen, Knochen zu heilen
12.01.2018 | Charité – Universitätsmedizin Berlin

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kongress Meditation und Wissenschaft

19.01.2018 | Veranstaltungen

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal vereinbart mit dem Betriebsrat von RWG Sozialplan - Zukunftsorientierter Dialog führt zur Einigkeit

19.01.2018 | Unternehmensmeldung

Open Science auf offener See

19.01.2018 | Geowissenschaften

Original bleibt Original - Neues Produktschutzverfahren für KFZ-Kennzeichenschilder

19.01.2018 | Informationstechnologie