Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Möglichkeiten zur effektiven Vor-Ort-Sterilisation

24.11.2014

Fraunhofer Forscher stellen erste Ergebnisse zur Entwicklung einer neuen Sterilisationstechnologie und eines hocheffektiven Hygienesicherungsprozesses zur Bereitstellung keimfrei verpackter Medizinprodukte aus dem Projekt SteriHealth® vor.

In kaum einem Technik- und Wissenschaftsfeld sind Innovationen so gefragt und ist die Dynamik von Forschung und Entwicklung so hoch wie in der Medizintechnik. Immer komplexere Krankheitsbilder, höhere Lebenserwartungen und der hohe Rationalisierungsdruck im Gesundheitswesen sind nicht nur Ursache für gute Zukunftschancen der Unternehmen im Bereich der Medizintechnik, sondern implizieren auch Risiken.


Schematische Darstellung eines möglichen Mini-Sterilisators

Fraunhofer IBMT

Zu den größten Risikofaktoren bei der medizinischen Behandlung zählen postoperative und nosokomiale Infektionen. Die dafür erforderlichen zusätzlichen Mittel werden auf 1 – 2 Mrd. €/Jahr beziffert. Hieraus ergibt sich ein wachsender gesellschaftlicher und politischer Druck.

Einen wesentlichen Beitrag zur Minimierung des Infektionsrisikos leisten sichere, flexible und schnelle Hygienesicherungsprozesse. Problemfälle bei den derzeit eingesetzten Verfahren sind insbesondere thermolabile Mikrosysteme, Instrumente bzw. Implantate mit intelligenter Elektronik/Sensorik sowie zelltherapeutische Präparate.

Um die Defizite der bisher eingesetzten Verfahren zu minimieren, haben die beteiligten Fraunhofer-Institute FEP, IBMT, IKTS, ITEM, IVV, IVV Dresden und IZI in dem von der Fraunhofer-Gesellschaft geförderten Projekt SteriHealth® einen hocheffektiven Hygienesicherungsprozesses zur Bereitstellung keimfrei verpackter Medizinprodukte in Krankenhäusern, Arztpraxen und Altenpflege entwickelt.

Den Kern dieses Gemeinschaftsprojektes bildet die transdisziplinäre Technologieentwicklung zur Miniaturisierung der bekannten Strahlensterilisation auf Basis der schonenden, jedoch hochwirksamen Niederenergie-Elektronenstrahltechnologie, um eine Vor-Ort-Sterilisation von Medizinprodukten innerhalb weniger Sekunden zu ermöglichen.

»Dieses Projekt zeigt einmal mehr, dass Fraunhofer-Institute mit unterschiedlicher Expertise sehr komplexe Fragestellungen gerade durch die Bündelung von fachlicher Kompetenz erfolgreich lösen können. Das Konsortium stand während des Projektes vor zahlreichen und anspruchsvollen Herausforderungen, beispielsweise in der Technologieentwicklung, der Qualifizierung des Verpackungsmaterials, der Entwicklung eines Monitoringsystems sowie einer Evaluierung der Sterilisationseffizienz.

Mein besonderer Dank geht an die Mitglieder des Beraterkreises, die das Projekt während der 3,5-jährigen Laufzeit begleitet und durch Ihre Expertise bereichert haben«, sagt der Gesamtprojektleiter Dr. Axel Wibbertmann vom Fraunhofer ITEM.

Das nächste Ziel des Konsortiums ist die Finalisierung des Mini-Sterilisators. »Dazu bieten wir Industriepartnern eine Mitarbeit und die Möglichkeit an, ihre Kompetenz und den Marktzugang in diesem Gebiet einzubringen. Gleichzeitig hoffen wir natürlich bei diesem sensiblen Thema auch auf die Unterstützung durch Politik und Fördergremien« schaut Frank-Holm Rögner, Projektleiter am Fraunhofer FEP, dazu voraus.

Das Konsortium lädt deshalb recht herzlich zum Workshop SteriHealth® »Neue Möglichkeiten zur effektiven Vor-Ort-Sterilisation« ein, der am 3. Februar 2015 im Fraunhofer FEP in Dresden stattfinden wird. Dort stellen wir die bisher erreichten Projektergebnisse sowie den Demonstrator vor. Dieser Workshop bietet interessierten Partnern aus Industrie, Verbänden und Wissenschaft die Möglichkeit zu einem regen Gedankenaustausch und für weiterführende Gespräche.

Informationen zum Projekt SteriHealth® sowie zum Workshop (Programm, Aussteller, Anmeldeunterlagen) finden Sie auf der Seite www.sterihealth.de 

Wir würden uns sehr freuen, Sie in Dresden begrüßen zu dürfen.

Pressekontakt:

Annett Arnold
Organische Elektronik, Elektronenstrahl- und Plasmatechnik FEP| Phone +49 351 2586 452 | Annett.Arnold@fep.fraunhofer.de
Winterbergstraße 28 | 01277 Dresden | Deutschland | www.fep.fraunhofer.de


Weitere Informationen:

http://s.fhg.de/jRv

Annett Arnold | Fraunhofer-Institut

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Wirkt die Biomechanische Stimulation?
21.02.2018 | Hochschule Offenburg, Hochschule für Technik, Wirtschaft und Medien

nachricht Gefäßprothesen aus dem Bioreaktor
19.02.2018 | Leibniz Universität Hannover

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorstoß ins Innere der Atome

Mit Hilfe einer neuen Lasertechnologie haben es Physiker vom Labor für Attosekundenphysik der LMU und des MPQ geschafft, Attosekunden-Lichtblitze mit hoher Intensität und Photonenenergie zu produzieren. Damit konnten sie erstmals die Interaktion mehrere Photonen in einem Attosekundenpuls mit Elektronen aus einer inneren atomaren Schale beobachten konnten.

Wer die ultraschnelle Bewegung von Elektronen in inneren atomaren Schalen beobachten möchte, der benötigt ultrakurze und intensive Lichtblitze bei genügend...

Im Focus: Attoseconds break into atomic interior

A newly developed laser technology has enabled physicists in the Laboratory for Attosecond Physics (jointly run by LMU Munich and the Max Planck Institute of Quantum Optics) to generate attosecond bursts of high-energy photons of unprecedented intensity. This has made it possible to observe the interaction of multiple photons in a single such pulse with electrons in the inner orbital shell of an atom.

In order to observe the ultrafast electron motion in the inner shells of atoms with short light pulses, the pulses must not only be ultrashort, but very...

Im Focus: Good vibrations feel the force

Eine Gruppe von Forschern um Andrea Cavalleri am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) in Hamburg hat eine Methode demonstriert, die es erlaubt die interatomaren Kräfte eines Festkörpers detailliert auszumessen. Ihr Artikel Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, nun online in Nature veröffentlich, erläutert, wie Terahertz-Laserpulse die Atome eines Festkörpers zu extrem hohen Auslenkungen treiben können.

Die zeitaufgelöste Messung der sehr unkonventionellen atomaren Bewegungen, die einer Anregung mit extrem starken Lichtpulsen folgen, ermöglichte es der...

Im Focus: Good vibrations feel the force

A group of researchers led by Andrea Cavalleri at the Max Planck Institute for Structure and Dynamics of Matter (MPSD) in Hamburg has demonstrated a new method enabling precise measurements of the interatomic forces that hold crystalline solids together. The paper Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, published online in Nature, explains how a terahertz-frequency laser pulse can drive very large deformations of the crystal.

By measuring the highly unusual atomic trajectories under extreme electromagnetic transients, the MPSD group could reconstruct how rigid the atomic bonds are...

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungen

Spannungsfeld Elektromobilität

23.02.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vorstoß ins Innere der Atome

23.02.2018 | Physik Astronomie

Wirt oder Gast? Proteomik gibt neue Aufschlüsse über Reaktion von Rifforganismen auf Umweltstress

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Zellen unterschiedlich auf Stress reagieren

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics