Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Generation Hirnschrittmacher: Weltweit erste Implantation an der Uniklinik Köln

24.10.2008
An der Uniklinik Köln führt das Team aus Stereotaxie (Leitung Univ.-Prof. Dr. Volker Sturm, Klinik für funktionelle Neurochirurgie und Stereotaxie) und Neurologie (Leitung Univ.-Prof. Dr. G.R. Fink, Klinik und Poliklinik für Neurologie) am Freitag, 24.10.2008 erstmals eine Operation mit einer neuen Generation des "Hirnschrittmachers" durch.

Als Tiefe Hirnstimulation bezeichnet man medizinische Eingriffe in das Gehirn, mit dem Fehlleistungen korrigiert werden können. Diese können von unterschiedlichen Krankheiten herrühren. Etabliert ist die Tiefe Hirnstimulation bereits bei der Parkinson-Krankheit, der Essentielle Tremor (Zittern) oder die Dystonie (Verkrampfungen).

Dem Patienten wird dabei ein Impulsgenerator - der "Hirnschrittmacher" - im Bereich der Brust oder dem Oberbauch eingesetzt. Dieser erzeugt elektrische Impulse, die durch Leitungen, die unter der Haut verlegt sind in die betroffene Region des Gehirns gelangen.

In der neuen Generation hat das Gerät im Wesentlichen drei Vorteile: es ist wiederaufladbar, die Kabel sind dehnbar und es kann mehrere Stellen im Hirn stimulieren, und das in unterschiedlicher Stärke.

"Neue Dimension der Programmierbarkeit"

"Das gibt uns beispielsweise die Möglichkeit nicht nur den Tremor - also das durch die Parkinson-Krankheit verursachte unwillkürliche Zittern zu mindern, sondern auch auf die die Haltungsstörung einzugehen, die aus einer benachbarten Hirnregion herrührt" erläutert Lars Timmermann, Professor für Neurologische Bewegungsstörungen an der Klinik für Neurologie der Uniklinik Köln. Leiten wird die Operation der Chirurg Dr. Mohammad Maarrouf aus dem Team von Prof. Sturm. Neurologe Timmermann führt unter der OP neurologische Tests durch, die den Verlauf kontrollieren.

Wiederaufladbar

Bisher mussten die "Hirnschrittmacher" alle zwei bis fünf Jahre ausgetauscht werden. Diese Operationen waren in 20 Prozent der Fälle mit schweren Komplikationen verbunden (Pneumonien, Halluzinationen, Stürze). Der neue Hirnschrittmacher soll neun Jahre halten und ist - von außen - wieder aufladbar weil Akkubetrieben.

Die Operation findet in der Stereotaxie statt. Prof. Sturm, seit 1988 Lehrstuhlinhaber an der Uniklinik Köln, entwickelte die Klinik und Poliklinik für Stereotaxie und Neurochirurgie zu einer hochtechnisierten Spezialeinrichtung von internationaler Bedeutung.

Für Rückfragen:
Sina Vogt
Leiterin Stabsstelle Kommunikation Uniklinik Köln
Telefon: 0221 478 5548
E-Mail: pressestelle@uk-koeln.de

Sina Vogt | idw
Weitere Informationen:
http://www.uk-koeln.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Deutschlandweit erstmalig: Selbstauflösender Bronchial-Stent für Säugling
29.05.2017 | Universitätsklinikum Münster

nachricht Wachkoma: System soll Patienten helfen, sich zu verständigen
24.05.2017 | Universität Bielefeld

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Detaillierter Blick auf molekularen Gifttransporter

Transportproteine in unseren Körperzellen schützen uns vor gewissen Vergiftungen. Forschende der ETH Zürich und der Universität Basel haben nun die hochaufgelöste dreidimensionale Struktur eines bedeutenden menschlichen Transportproteins aufgeklärt. Langfristig könnte dies helfen, neue Medikamente zu entwickeln.

Fast alle Lebewesen haben im Lauf der Evolution Mechanismen entwickelt, um Giftstoffe, die ins Innere ihrer Zellen gelangt sind, wieder loszuwerden: In der...

Im Focus: Neue Methode für die Datenübertragung mit Licht

Der steigende Bedarf an schneller, leistungsfähiger Datenübertragung erfordert die Entwicklung neuer Verfahren zur verlustarmen und störungsfreien Übermittlung von optischen Informationssignalen. Wissenschaftler der Universität Johannesburg, des Instituts für Angewandte Optik der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) präsentieren im Fachblatt „Journal of Optics“ eine neue Möglichkeit, glasfaserbasierte und kabellose optische Datenübertragung effizient miteinander zu verbinden.

Dank des Internets können wir in Sekundenbruchteilen mit Menschen rund um den Globus in Kontakt treten. Damit die Kommunikation reibungslos funktioniert,...

Im Focus: Strathclyde-led research develops world's highest gain high-power laser amplifier

The world's highest gain high power laser amplifier - by many orders of magnitude - has been developed in research led at the University of Strathclyde.

The researchers demonstrated the feasibility of using plasma to amplify short laser pulses of picojoule-level energy up to 100 millijoules, which is a 'gain'...

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebensdauer alternder Brücken - prüfen und vorausschauen

29.05.2017 | Veranstaltungen

49. eucen-Konferenz zum Thema Lebenslanges Lernen an Universitäten

29.05.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz an der Schnittstelle von Literatur, Kultur und Wirtschaft

29.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Center Smart Materials CeSMa erhält SilverStar Förderpreis 2017 für innovativen Druckmessstrumpf

30.05.2017 | Förderungen Preise

Alternative Nutzung von Biogasanlagen – Wachse aus Biogas für die Kosmetikindustrie

30.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Detaillierter Blick auf molekularen Gifttransporter

30.05.2017 | Biowissenschaften Chemie