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Nachwuchsforscher entwickeln verschleißarme Implantate für Hüftgelenk

26.10.2017

Im August 2017 hat eine Nachwuchsforschergruppe der Westsächsischen Hochschule Zwickau (WHZ) begonnen, eine verschleißarme langzeitstabile Hüftendoprothese mit integriertem Stoßdämpfer zur Minimierung der Lastspitzen sowie der Entwicklung eines intramedullären Implantats mit längerer Lebensdauer zur Behandlung von Oberschenkelbrüchen zu entwickeln.

Am 10. Oktober 2017 traf sich die interdisziplinäre Nachwuchsforschergruppe „Mobil bis ins hohe Alter“ mit den Betreuern zum gemeinsamen Kick-off des Projektes. Dabei waren v. a. die Erfahrungen und Hinweise der praktischen Mediziner Dr. Bernhard Karich, Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie und Physikalische Medizin am Heinrich Braun Klinikum Zwickau, und Dr. Torsten Prietzel, Chefarzt Orthopädie und Unfallchirurgie an der HELIOS Klinik Blankenhain, bei den WHZ-Forschern gefragt.


Die Nachwuchsforschergruppe trifft sich wöchentlich, um Arbeitsstände auszutauschen und neue Ideen zu besprechen. Quelle WHZ

Westsächsische Hochschule Zwickau

Die beiden Ärzte stellten verschiedene Operationstechniken und Implantate vor, brachten Denkanstöße für Verbesserungen und erste Themen für die Forschungsaufgaben der Teams ein.

Implantate für das Hüftgelenk sowie die Versorgung hüftgelenksnaher Oberschenkelbrüche gehören in Deutschland zu den häufigsten Operationen. Die demographische Entwicklung lässt eine weitere Zunahme dieser Eingriffe erwarten, mit denen Schmerzen beseitigt und Bewegungsfunktionen normalisiert werden sollen.

Voraussetzungen sind, dass die Implantate einen geringen Verschleiß und eine hohe Langzeitstabilität aufweisen, so dass die Mobilität bis ins hohe Alter gewährleistet bleibt.

An der Entwicklung verschleißarmer Implantate für das Hüftgelenk und für hüftgelenksnahe Frakturen werden an der WHZ bis Juli 2020 fünf Teilprojekte bearbeitet.

Aus der Fakultät Automobil- und Maschinenbau werden Prof. Thomas Horst, Prof. Christian Busch und Prof. Michael Schneeweiß die Nachwuchswissenschaftler Patrick Keller, Patrick Knorr, René Franz und Dr. Uwe Stephan betreuen.

Die Schwerpunkte werden Untersuchungen des Verschleißverhaltens und Optimierung der Kopfgeometrie einer Hüftendoprothese aus tribologischen Gesichtspunkten, die Entwicklung einer Hüftendoprothese mit integriertem Stoßdämpfer, die Entwicklung eines intramedullären Implantats mit erhöhter Lebensdauer und die Entwicklung eines Prüfstandes sein.

Prof. Jörg Klewer von der Fakultät Gesundheits- und Pflegewissenschaften wird das Teilprojekt Bewertung der Versorgungsqualität bei derzeit verwendeten Implantaten und Analyse von Rehabilitationskonzepten begleiten, an dem Michéle Müller forschen wird.

Die Teilprojekte im Überblick:
Teilprojekt 1: Bewertung der Versorgungsqualität bei derzeit verwendeten Implantaten und Analyse von Rehabilitationskonzepten (Fachbereich Gesundheits- und Pflegewissenschaften, Prof. Klewer)

Teilprojekt 2: Untersuchungen des Verschleißverhaltens und Optimierung der Kopfgeometrie einer Hüftendoprothese aus tribologischen Gesichtspunkten (Fachbereich Tribologie, Prof. Busch)

Teilprojekt 3: Entwicklung einer Hüftendoprothese mit integriertem Stoßdämpfer (Fachbereich Werkstofftechnik, Prof. Horst)

Teilprojekt 4: Entwicklung eines intramedullären Implantats mit erhöhter Lebensdauer
(Fachbereich Spanungstechnik, Prof. Schneeweiß)

Teilprojekt 5: Entwicklung eines Prüfstandes (Fachbereiche Tribologie, Prof. Busch und Werkstofftechnik, Prof. Horst)

Kontakt:
Prof. Dr.-Ing. Thomas Horst
Professur für Werkstofftechnik/Werkstoffprüfung
Tel. 0375 536 1770
E-Mail: thomas.horst@fh-zwickau.de

Silke Dinger | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.fh-zwickau.de/

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