Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Minimalinvasive Herzklappenchirurgie: Weltneuheit in Bad Oeynhausen eingesetzt

10.04.2013
Prof. Gummert: Herz- und Diabeteszentrum NRW ist an internationaler Studie beteiligt

Als eines von nur vier Herzzentren weltweit ist die von Prof. Dr. Jan Gummert geleitete Klinik für Thorax- und Kardiovaskularchirurgie am Herz- und Diabeteszentrum NRW (HDZ NRW), Bad Oeynhausen an der Zulassungsstudie für eine neue Aortenklappe beteiligt. Die Transkatheterklappe namens „ENGAGER“ ist seit März dieses Jahres für den europäischen Markt zugelassen.


Die neue Transkatheterklappe ist nur wenige Zentimeter gross (Foto: Armin Kühn)

Erstmals wurde sie jetzt in Bad Oeynhausen einer 86-jährigen Patientin erfolgreich implantiert. Über 1.200 Herzklappenoperationen werden pro Jahr im Herz- und Diabeteszentrum NRW durchgeführt, etwa 65 Prozent davon betreffen die Aortenklappe.

„Eine Operation mit Einsatz der Herz-Lungen-Maschine hätte für unsere Patientin ein zu hohes Risiko bedeutet“, betont Oberarzt PD Dr. Jochen Börgermann, der den minimalinvasiven Eingriff durchführte. Die 86-jährige Gerta Heß litt an einem der häufigsten Herzklappenfehler, einer hochgradigen Verengung der Aortenklappe. „Eine fortschreitende Verkalkung (Sklerose) kann die Klappenfunktion so erheblich beeinträchtigen, dass die Patienten unter Brustenge und Atemnot leiden“, erläutert Börgermann. „Zudem wird die Herzfunktion aufgrund der erhöhten Druckbelastung auf Dauer geschädigt.“
Während der Operation führte Börgermann die neue künstliche Aortenklappe Engager (Hersteller Medtronic, Meerbusch) mittels Katheter über einen nur fünf Zentimeter langen Schnitt zwischen den Rippenbögen durch die Herzspitze vor. Die Klappe wird daraufhin an Stelle der defekten Aortenklappe entfaltet und ersetzt die Funktion derselben. Die Patientin kann nach dem komplikationslosen Eingriff noch in dieser Woche in die Rehabilitation entlassen werden.

Bei Patienten, bei denen aufgrund ihres Alters oder aufgrund von Begleiterkrankungen mit einem erhöhten operativen Risiko zu rechnen ist, hat sich die Transkatheter-Aortenklappenimplantation bewährt und wurde am Herz- und Diabeteszentrum NRW annähernd in 500 Fällen eingesetzt. Das Verfahren wird seit über vier Jahren routinemäßig von Herzchirurgen und Kardiologen gemeinsam im Herz- und Diabeteszentrum NRW durchgeführt.
Im Vergleich zu ihren Vorgängermodellen wird die neue Transkatheter-Aortenklappe koaxial und anatomisch ausgerichtet. Kleine Fixierungsarme fassen hierbei die Taschen der alten Aortenklappe, ziehen diese an den Prothesenkäfig heran und führen so – wie ein Rollkragenpullover am Hals – zu einer sehr guten Abdichtung. Insbesondere die mittelfristigen und langfristigen Ergebnisse können so bei Patienten mit dieser Klappe verbessert werden.

„Unsere Patienten profitieren davon, dass im Herz- und Diabeteszentrum NRW im Rahmen von wissenschaftlichen Studien fortwährend neue OP- und Therapie-Methoden entwickelt und verbessert werden, die noch nicht überall zur Verfügung stehen“, erläutert Prof. Gummert die Forschungsarbeit seiner Klinik und beschreibt damit ein Engagement, dass sich auch in der Namensgebung der neuen Klappe widerspiegelt. „Letztendlich verspricht der kathetergestützte Einsatz von modernsten Klappenprothesen eine hohe Behandlungssicherheit und -qualität, da wir für jeden Patienten das am besten geeignete Verfahren anbieten können."
Weitere Informationen:

Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen
Universitätsklinik der Ruhr-Universität Bochum
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Anna Reiss (Ltg.)
Georgstr. 11
32545 Bad Oeynhausen
Tel. 05731 / 97 1955
Fax 05731 / 97 2028
E-Mail: info@hdz-nrw.de

Anna Reiss | idw
Weitere Informationen:
http://www.hdz-nrw.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Deutschlandweit erstes Gerät für hoch fokussierten Ultraschall bei Tremor und Parkinson
11.04.2018 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Nuklearmedizinische Herzuntersuchungen – Neue Techniken, größere Präzision
09.04.2018 | Deutsche Gesellschaft für Nuklearmedizin e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Software mit Grips

Ein computergestütztes Netzwerk zeigt, wie die Ionenkanäle in der Membran von Nervenzellen so verschiedenartige Fähigkeiten wie Kurzzeitgedächtnis und Hirnwellen steuern können

Nervenzellen, die auch dann aktiv sind, wenn der auslösende Reiz verstummt ist, sind die Grundlage für ein Kurzzeitgedächtnis. Durch rhythmisch aktive...

Im Focus: Der komplette Zellatlas und Stammbaum eines unsterblichen Plattwurms

Von einer einzigen Stammzelle zur Vielzahl hochdifferenzierter Körperzellen: Den vollständigen Stammbaum eines ausgewachsenen Organismus haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Berlin und München in „Science“ publiziert. Entscheidend war der kombinierte Einsatz von RNA- und computerbasierten Technologien.

Wie werden aus einheitlichen Stammzellen komplexe Körperzellen mit sehr unterschiedlichen Funktionen? Die Differenzierung von Stammzellen in verschiedenste...

Im Focus: Spider silk key to new bone-fixing composite

University of Connecticut researchers have created a biodegradable composite made of silk fibers that can be used to repair broken load-bearing bones without the complications sometimes presented by other materials.

Repairing major load-bearing bones such as those in the leg can be a long and uncomfortable process.

Im Focus: Verbesserte Stabilität von Kunststoff-Leuchtdioden

Polymer-Leuchtdioden (PLEDs) sind attraktiv für den Einsatz in großflächigen Displays und Lichtpanelen, aber ihre begrenzte Stabilität verhindert die Kommerzialisierung. Wissenschaftler aus dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPIP) in Mainz haben jetzt die Ursachen der Instabilität aufgedeckt.

Bildschirme und Smartphones, die gerollt und hochgeklappt werden können, sind Anwendungen, die in Zukunft durch die Entwicklung von polymerbasierten...

Im Focus: Writing and deleting magnets with lasers

Study published in the journal ACS Applied Materials & Interfaces is the outcome of an international effort that included teams from Dresden and Berlin in Germany, and the US.

Scientists at the Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) together with colleagues from the Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) and the University of Virginia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

124. Internistenkongress in Mannheim: Internisten rücken Altersmedizin in den Fokus

19.04.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Juni 2018

17.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Grösster Elektrolaster der Welt nimmt Arbeit auf

20.04.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Bilder magnetischer Strukturen auf der Nano-Skala

20.04.2018 | Physik Astronomie

Kieler Forschende entschlüsseln neuen Baustein in der Entwicklung des globalen Klimas

20.04.2018 | Geowissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics