Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Medizin-Durchbruch: Diagnose-Laser ersetzt Biopsie

24.09.2013
1,5 Mio. Amerikaner könnten von nicht-invasiver Methode profitieren

Wissenschaftler der Ohio State University (OSU) haben einen neuen Laser entwickelt, der schmerzhafte Gewebe-Biopsien zur Diagnose von chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen in Zukunft überflüssig macht. Der Laser durchleuchtet Gewebe bis zu einer Tiefe von 50 Mikrometer. Organe bleiben somit unbeschädigt.


Laser: Untersuchungen auf Darmerkrankungen werden schmerzfrei (Foto: osu.edu)

Standardverfahren überholt

"Wenn man im Rahmen einer Biopsie Gewebe entnimmt, hat man noch keinen Hinweis darauf, ob die Probe, die man herausschneidet, auch die erhofften Aufschlüsse liefert", erklärt Razvan Arsenescu, Mediziner an der OSU. Die Wahrscheinlichkeit, tatsächlich brauchbares Gewebe mit einer Biopsie zu erhalten, das für die Diagnose relevant ist, ist laut dem Arzt relativ gering.

"Ich war nach Standard-Biopsien oft frustriert", so Arsenescu. Unter Zuhilfenahme des neuen Lasers würden invasive Diagnosemethoden überflüssig. "Wir gewinnen mit dieser Methode ein Bild, das uns erlaubt, einzelne Zellen, Gewebestrukturen und Blutzellen zu beobachten", erläutert Arsenescu. Beobachtet man das Gewebe mit bloßem Auge, würde man nur ein Tausendstel der Informationen erhalten.

Erst wenn sich mit Hilfe der Laser-Diagnose ein Verdacht auf krankes Gewebe erhärtet, würde man eine Biopsie durchführen. Für die Patienten macht es einen großen Unterschied, ob sie mit dem Laser untersucht werden oder ob sofort eine Gewebeprobe entnommen wird. "Wir können Läsionen im Vorstadium zum Tumor entdecken, die sich vielleicht zum Dickdarmkrebs entwickelt hätten", führt Arsenescu aus.

25 Behandlungszentren machen mit

Die Laser-Untersuchung könnte einen medizinischen Segen für rund 1,5 Mio. Amerikaner bedeuten - so groß ist die Anzahl derer, die an chronisch-entzündliche Darmerkrankungen leiden. Derzeit findet der Laser-Scan an rund 25 Behandlungszentren in den USA Anwendung.

Für die Behandlung fließen in den USA jedes Jahr 1,2 Mrd. Dollar (rund 900 Mio. Euro). Das geht aus einer Statistik der Crohn's and Colitis Foundation of America http://ccfa.org hervor. Um den Krankheitsverlauf exakt zu dokumentieren, unterziehen sich Patienten Jahr für Jahr schmerzhaften Kontroll-Biopsien.

Michael Krause | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.osu.edu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Filterschutz fürs Gehirn: Weniger Schlaganfälle bei Herzklappenersatz-OP
17.08.2017 | Universitätsklinikum Ulm

nachricht Cochlea-Implantat: Viele Formen funktionieren
10.08.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

International führende Informatiker in Paderborn

21.08.2017 | Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Im Neptun regnet es Diamanten: Forscherteam enthüllt Innenleben kosmischer Eisgiganten

21.08.2017 | Physik Astronomie

Ein Holodeck für Fliegen, Fische und Mäuse

21.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Institut für Lufttransportsysteme der TUHH nimmt neuen Cockpitsimulator in Betrieb

21.08.2017 | Verkehr Logistik