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Mit der Magnet-Resonanz-Tomographie Krankheitsprozessen auf der Spur

13.03.2012
Mit neuen bildgebenden Verfahren der Magnetresonanz-Tomographie (MRT) versuchen Grundlagenforscher der Entstehung von Krankheiten auf die Spur zu kommen.

Eine Forschergruppe des Experimental and Clinical Research Center (ECRC), einer gemeinsamen Einrichtung der Charité und des Max-Delbrück-Centrums (MDC) Berlin-Buch, sowie der Ultrahigh Field Facility des MDC hat in Mäusen Entzündungsprozesse im Gehirn untersucht, die der Multiplen Sklerose (MS) des Menschen ähneln. Sie konnten zeigen, dass es mit einem hochauflösenden MRT möglich ist, Schädigungen des Hirns lange vor Ausbruch der Erkrankung und dem Auftreten klinischer Symptome nachzuweisen (Plos One, 10.1371/journal.pone.0032796)*.

Dr. Helmar Waiczies, Prof. Thoralf Niendorf und Dr. Sonia Waiczies nutzten ein 9,4 Tesla-MRT, das speziell für die Untersuchung von Mäusen eingesetzt wird. Mit Hilfe einer Kryostatspule, die mit Helium auf rund minus 243 Grad Celsius (30 Kelvin) gekühlt wurde, konnten sie die Empfindlichkeit ihrer Messungen soweit erhöhen, dass in den MRT-Bildern eine räumliche Auflösung und Detailtreue von bis zu 35 Mikrometer - das entspricht etwa der Hälfte des Durchmessers eines menschlichen Haares - in einer lebenden Maus bei einer Messzeit von wenigen Minuten möglich wurde.

Um diese Auflösung mit konventionellen Techniken zu erreichen, wären ein MRT-System mit einer Feldstärke von 20 Tesla (dieses Magnetfeld entspricht ca. 450 000 mal der Stärke des Erdmagnetfeldes) oder eine Messzeit von über drei Stunden notwendig. Jetzt wollen die Forscher mit dem 9,4 Tesla MRT-Gerät prüfen, ob sich die aufgetretenen Schädigungen mit therapeutischen Mitteln zurückbilden oder die Entzündungsprozesse des Gehirns hemmen lassen. Aus diesen Forschungsarbeiten sollen mögliche Strategien für die Früherkennung und Therapie von Multipler Sklerose abgeleitet werden.

*Identification of Cellular Infiltrates during Early Stages of Brain Inflammation with Magnetic Resonance Microscopy

Helmar Waiczies1,2 *, Jason M. Millward1,3 *, Stefano Lepore1,2, Carmen Infante-Duarte1,3 Andreas Pohlmann2, Thoralf Niendorf1,2§, Sonia Waiczies1,2,4 §#

1 Experimental and Clinical Research Center, a joint cooperation between the Charité Medical Faculty and the Max-Delbrück Center for Molecular Medicine, 13125 Berlin, Germany

2 Berlin Ultrahigh Field Facility, Max-Delbrück Center for Molecular Medicine, 13125 Berlin, Germany

3 Experimental Neuroimmunology, Charité Universitätsmedizin Berlin, 10117 Berlin, Germany

4 Department of Anatomy, University of Malta, Msida, Malta
* equally contributing § equally contributing
Kontakt:
Barbara Bachtler
Pressestelle
Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch
in der Helmholtz-Gemeinschaft
Robert-Rössle-Straße 10
13125 Berlin
Tel.: +49 (0) 30 94 06 - 38 96
Fax: +49 (0) 30 94 06 - 38 33
e-mail: presse@mdc-berlin.de

Barbara Bachtler | Max-Delbrück-Centrum
Weitere Informationen:
http://www.plosone.org/
http://www.mdc-berlin.de/de/ecrc/Ultrahigh_Field_MR/index.html
http://www.mdc-berlin.de/

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