Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ein Supermikroskop für Operationen am Auge

18.02.2016

Fast 400.000 Euro von der Deutschen Forschungsgemeinschaft

Am Universitätsklinikum Halle (Saale) ist ein Supermikroskop in Betrieb genommen worden. Es erweitert die Möglichkeiten bei fast allen Augenoperationen. Möglich wurde die Investition durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft, die nach einer Begutachtung die notwendigen Mittel in Höhe von fast 400.000 Euro zur Verfügung stellte.

Das Mikroskop „Lumera 700“ findet nun in der halleschen Universitätsklinik und Poliklinik für Augenheilkunde seinen Einsatz. "Mit dieser Technikinnovation werden wir dem Anspruch an eine minimalinvasive, komplikationsarme und modernste Augenchirurgie weiter gerecht werden können" sagt Oberarzt Dr. Erik Chankiewitz.

Das „Lumera 700 mit RESCAN“ ist zum ersten Mal an einer deutschen Universitätsaugenklinik in Betrieb. Es wird beispielsweise in der Chirurgie an der Netzhaut, der Glaukomchirurgie oder bei Hornhauttransplantationen eingesetzt.

In der Retinologie (Behandlung von Erkrankungen der Netzhaut) kann etwa Oberärztin Dr. Iris Winter, die sich für das Gerät stark gemacht hatte, mit dem neuen Mikroskop während der Operation hochauflösende Schnittbilder erzeugen, welche eine genaue Lokalisation von krankhaften Veränderungen ermöglichen.

Das „optische“ Mikroskop ist dafür mit dem RESCAN, einer Optischen Kohärenz Tomographie (OCT), ausgerüstet. Wie in der Lichtmikroskopie lassen sich nun anatomisch Strukturen und pathologische Veränderungen am Lebenden in Echtzeit differenzieren. Diese werden in die Okulare des Operationsmikroskops eingespiegelt sowie auf einem Monitor angezeigt und können zudem in Full-HD-Qualität aufgezeichnet werden.

Einige Strukturen, wie die 0,4 bis 2 µm dicke innerste Netzhautschicht, die Lamina limitans interna, lassen sich so auch ohne Anfärben darstellen und bei pathologischen Veränderungen abziehen. Dieses "membrane peeling" hilft Patienten mit so genannten Verziehungen im zentralen Sehen, sogenannten Metamorphopsien.

Weitere Anwendungen wird das Mikroskop bei Operationen im vorderen Augenabschnitt finden. Beispielsweise bei lamellären Hornhauttransplantationen. Die in der halleschen Universitätsaugenklinik mittlerweile zu den Standardoperationen gehörende Descemet membrane endothelial keratoplasty (DMEK) kann durch das senkrechte Schnittbild nun noch kontrollierter erfolgen.

Eine Erweiterung der Therapiemöglichkeiten wird die Technik bei trüben Hornhäuten ermöglichen, da das OCT tiefer eindringen kann als die Aufsicht des Operateurs. Bei der Deep anterior lamellar keratoplasty (DALK), bei der die Empfängerhornhaut auf die 12 µm dicke Descemet ausgedünnt wird, um dann die vorderen Anteile der Hornhaut zu ersetzen, ermöglicht das neue Mikroskop eine unvergleichliche Präzision und damit schonende Sicherheit für den Patienten.

Bei Glaukomoperationen können die zunehmend zur Anwendung kommenden Röhrchen (Stens), besser positioniert werden und Narkoseuntersuchungen bei Kindern lassen sich nun um die Darstellung des Kammerwinkels und aller Vorderkammerverhältnisse ergänzen.

Jens Müller
Pressesprecher und Leiter der
Stabsstelle Presse und Unternehmenskommunikation
Universitätsklinikum Halle (Saale)
Medizinische Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Ernst-Grube-Str. 40
06120 Halle (Saale)

Tel: (0345) 557-1032
Fax: (0345) 557-5749
www.medizin.uni-halle.de 
https://twitter.com/unimedhal 
www.uk-halle.de/blog

Jens Müller | Universitätsklinikum Halle (Saale)

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Deutschlandweit erstes Gerät für hoch fokussierten Ultraschall bei Tremor und Parkinson
11.04.2018 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Nuklearmedizinische Herzuntersuchungen – Neue Techniken, größere Präzision
09.04.2018 | Deutsche Gesellschaft für Nuklearmedizin e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Verbesserte Stabilität von Kunststoff-Leuchtdioden

Polymer-Leuchtdioden (PLEDs) sind attraktiv für den Einsatz in großflächigen Displays und Lichtpanelen, aber ihre begrenzte Stabilität verhindert die Kommerzialisierung. Wissenschaftler aus dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPIP) in Mainz haben jetzt die Ursachen der Instabilität aufgedeckt.

Bildschirme und Smartphones, die gerollt und hochgeklappt werden können, sind Anwendungen, die in Zukunft durch die Entwicklung von polymerbasierten...

Im Focus: Writing and deleting magnets with lasers

Study published in the journal ACS Applied Materials & Interfaces is the outcome of an international effort that included teams from Dresden and Berlin in Germany, and the US.

Scientists at the Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) together with colleagues from the Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) and the University of Virginia...

Im Focus: Gammastrahlungsblitze aus Plasmafäden

Neuartige hocheffiziente und brillante Quelle für Gammastrahlung: Anhand von Modellrechnungen haben Physiker des Heidelberger MPI für Kernphysik eine neue Methode für eine effiziente und brillante Gammastrahlungsquelle vorgeschlagen. Ein gigantischer Gammastrahlungsblitz wird hier durch die Wechselwirkung eines dichten ultra-relativistischen Elektronenstrahls mit einem dünnen leitenden Festkörper erzeugt. Die reichliche Produktion energetischer Gammastrahlen beruht auf der Aufspaltung des Elektronenstrahls in einzelne Filamente, während dieser den Festkörper durchquert. Die erreichbare Energie und Intensität der Gammastrahlung eröffnet neue und fundamentale Experimente in der Kernphysik.

Die typische Wellenlänge des Lichtes, die mit einem Objekt des Mikrokosmos wechselwirkt, ist umso kürzer, je kleiner dieses Objekt ist. Für Atome reicht dies...

Im Focus: Gamma-ray flashes from plasma filaments

Novel highly efficient and brilliant gamma-ray source: Based on model calculations, physicists of the Max PIanck Institute for Nuclear Physics in Heidelberg propose a novel method for an efficient high-brilliance gamma-ray source. A giant collimated gamma-ray pulse is generated from the interaction of a dense ultra-relativistic electron beam with a thin solid conductor. Energetic gamma-rays are copiously produced as the electron beam splits into filaments while propagating across the conductor. The resulting gamma-ray energy and flux enable novel experiments in nuclear and fundamental physics.

The typical wavelength of light interacting with an object of the microcosm scales with the size of this object. For atoms, this ranges from visible light to...

Im Focus: Wie schwingt ein Molekül, wenn es berührt wird?

Physiker aus Regensburg, Kanazawa und Kalmar untersuchen Einfluss eines äußeren Kraftfeldes

Physiker der Universität Regensburg (Deutschland), der Kanazawa University (Japan) und der Linnaeus University in Kalmar (Schweden) haben den Einfluss eines...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

124. Internistenkongress in Mannheim: Internisten rücken Altersmedizin in den Fokus

19.04.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Juni 2018

17.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Nachhaltige und innovative Lösungen

19.04.2018 | HANNOVER MESSE

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Auf dem Weg zur optischen Kernuhr

19.04.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics