Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Deutschlandweit erster Zweikammerdefibrillator der neuesten Generation implantiert

11.08.2009
MHH-Kardiologen halten Herzen im Takt

Ärzte der Klinik für Kardiologie und Angiologie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) haben im Juli 2009 deutschlandweit zum ersten Mal einen Zweikammerdefibrillator der neuesten Generation implantiert.

Das nur elf Millimeter flache Aggregat der Firma Sorin Group ist das derzeit kleinste und leistungsstärkste Gerät im Hinblick auf Schockenergie und Laufzeit.

Die MHH-Kardiologen unter der Leitung von Professor Dr. Helmut Drexler sind Pioniere in der Defibrillatortherapie, die Geräte werden in der Klinik seit 25 Jahren eingesetzt.

Ein Defibrillator ist ein Gerät, das 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr kontinuierlich den Herzrhythmus eines Patienten überwacht und im Falle bösartiger schneller Herzrhythmusstörungen (Kammertachykardien) einen lebenswichtigen Elektroschock oder schmerzlose schnelle elektrische Impulse abgeben kann. Lebensbedrohliches Kammerflimmern kann nur mit einem hochenergetischen Schock beendet werden. Der Kardiologe stimmt die Programmierung des Defibrillators auf die Rhythmusstörungen des Patienten ab. Heute verfügen alle Defibrillatoren zusätzlich über eine Herzschrittmacherfunktion, die das Herz schmerzlos über einen langsamen Rhythmus stimuliert.

Der 65 jährige Patient hatte bereits sieben Jahre einen Einkammerdefibrillator, der wegen Batterieerschöpfung gewechselt werden musste. Er leidet unter so genannten langsamen Kammertachykardien. Die Operation fand in lokaler Betäubung statt und dauerte etwa 45 Minuten.

Der neue Zweikammerdefibrillator PARADYM DR verfügt über einen Erkennungsalgorithmus, der zwischen Herzrhythmusstörungen aus dem Vorhof oder aus der Herzkammer unterscheiden kann, um im Fall von schnellen Herzrhythmusstörungen aus der Kammer einen Schock oder eine Überstimulationstherapie abzugeben. Zusätzlich erlaubt der Algorithmus die Programmierung einer sehr niedrigen Erkennungszone für langsame Kammertachykardien, ohne dadurch das Risiko für nicht benötigte Schockauslösungen zu erhöhen.

Viele Patienten, die einen implantierbaren Defibrillator erhalten, leiden auch unter einer Herzschwäche. PARADYM DR verfügt über eine neue Funktion, die es dem Arzt ermöglicht, über die Messung der Patientenaktivität und des Atmungsmusters eine drohende Verschlechterung dieser Herzinsuffizienz frühzeitig zu erkennen. So kann er rechtzeitig mit Medikamenten eingreifen und dadurch mögliche Krankenhauseinweisungen verhindern.

Weitere Informationen erhalten Sie bei Dr. Gunnar Klein unter Telefon (0511) 532- 3841.

Stefan Zorn | idw
Weitere Informationen:
http://www.mh-hannover.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Virtual Reality in der Medizin: Neue Chancen für Diagnostik und Operationsplanung
07.12.2016 | Universität Basel

nachricht Patienten-Monitoring in der eigenen Wohnung − Sensorenanzug für Schlaganfallpatienten
06.12.2016 | University of Twente

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie