Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Quantensprung in der Herzdiagnostik: Frankfurter Uniklinikum mit neuem Dual-Source-CT

26.09.2007
Enormer Gewinn für die bildgebende Herzdiagnostik am Frankfurter Universitätsklinikum: Investition in modernste Dual Source-Computertomographie (DSCT) optimiert Untersuchung bewegter Organe.
Biopsien und Katheteruntersuchungen können reduziert werden
Ein medizinischer Quantensprung in der Herzdiagnostik ist mit dem neuen Computertomographen der "Dual Source"-Technologie (DSCT) gelungen.

Durch die Anschaffung dieses Gerätes vom Typ Somatom Definition, das sich erst seit Mitte 2006 auf dem Markt befindet, gehört das Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie (IDIR) des Universitätsklinikums Frankfurt zu den bundesweit ersten Zentren, das den DSCT mit der neuesten Ausstattung und Software führt. Dieser vereint die Leistung von zwei herkömmlichen CT-Modellen.

Denn gleichzeitig erzeugen zwei Röntgenröhren und Detektoren mit 64-Zeilen-Technik klinische Aufnahmen des Herzens und des ganzen menschlichen Körpers. Das können Gefäße, Herzwand, Gefäßablagerungen, Plaques und implantierte Stents sein. Entscheidend ist die sehr hohe räumliche und zeitliche Auflösung der Bildgebung. "Jetzt sind klinische Aufnahmen von bisher unerreicht hoher Geschwindigkeit und Qualität möglich, etwa bei Patienten mit hoher und unregelmäßiger Herzfrequenz", erklärt Prof. Dr. Thomas Vogl, Direktor des IDIR. "Mit dem Dual-Source-CT wurde ein wichtiges neues Kapitel in der medizinischen Bildgebung aufgeschlagen", so der Radiologe.

... mehr zu:
»DSCT »Herzdiagnostik »IDIR »Radiologie

Das IDIR untersucht derzeit 600 Patienten mit kardiovaskulären Fragestellungen pro Jahr mit dem DCST, Prof. Vogl rechnet mit einer Verdopplung dieser Zahl. Die Investitionskosten für diese Innovation betrugen 1.3 Millionen Euro und wurden zum Teil durch Privatinitiativen gedeckt.

Plus für die Herzdiagnostik: hohe Scan-Geschwindigkeit bietet Informationszugewinn bei niedrigerer Strahlung

Vor allem in der Herzdiagnostik sind die Vorteile durch den DSCT enorm. Die stabile zeitliche Auflösung der simultanen Aufnahme von 64 Schichten beträgt gerade einmal 83 ms im Unterschied zu den 165 ms herkömmlicher Modelle. Dies macht die "Dual-Energy"-Technik möglich. Aus ihr resultiert ein deutlicher Zugewinn an Informationen über mögliche krankhafte Veränderungen vor allem an bewegten Organen wie dem Herz. "Nun können wir Patienten unabhängig von der Herzfrequenz bei optimaler Bildqualität untersuchen", berichtet Prof. Vogl. Denn wegen der genannten hohen Auflösungszeit eignet sich der DSCT sehr gut bei hohen Herzraten und unregelmäßigen Herzfrequenzen, so genannten Arrhythmien, sowie zur Darstellung von Wandbewegungen der Herzklappen. Das gilt auch für die Frühdiagnostik von atherosklerotischen Gefäßplaques, die auf eine beginnende koronare Herzkrankheit hindeuten, aber auch für die Klärung einer Vielzahl von Fragen vor und nach einer Herz- oder Gefäßoperation. Wegen technischer Verbesserungen und schnellerer Untersuchungszeiten ist zudem die Strahlendosis bei der CT des Herzens mit diesem System deutlich niedriger. Biopsien und Herzkatheteruntersuchungen können dank des DSCT reduziert und eingespart werden. So ist das System auch in ökonomischer Hinsicht ein wichtiger Faktor.

Vorzüge auch in der Diagnostik von Lunge, Leber, Niere und Tumoren

Über den Einsatz für die Herzdiagnostik hinaus, erfüllt das neue Gerät auch sämtliche Anforderungen für die Bildgebung in der Akutversorgung. Dank seiner hohen Geschwindigkeit und Detailgenauigkeit erlaubt der neue CT sichere und schnellere Diagnosen als je zuvor - unabhängig von Größe, Statur und gesundheitlichem Zustand des Patienten. Die Befundung von Patienten mit akuten Bauch- oder Brustschmerzen, etwa bei Verdacht auf Aneurysma oder Kardialembolie, gehört ebenso dazu wie Untersuchungen bei Mehrfachverletzungen oder Verdacht auf Schlaganfall. Die Radiologen des Universitätsklinikums sehen als weitere zukünftige DSCT-Einsatzgebiete die Diagnostik von Lunge, allen voran die Lungenembolie, Leber, Niere und Galle sowie den Einsatz für die schnelle und "Low dose"-Tumordiagnostik.

Für weitere Informationen oder Termine steht Ihnen das CT-Team des Instituts für Diagnostische und Interventionelle Radiologie gerne zur Verfügung unter Tel.: (069) 6301 - 72 77, E-Mail: t.vogl@em.uni-frankfurt.de.

Für weitere Informationen:

Prof. Dr. med. Thomas Vogl
Direktor des Institutes für Diagnostische und Interventionelle Radiologie
Klinikum der J. W. Goethe Universität Frankfurt / M.
Fon (069) 6301 - 72 77
Fax (069) 6301 - 72 59
Email: t.vogl@em.uni-frankfurt.de
Ricarda Wessinghage
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Klinikum der J.W. Goethe-Universität Frankfurt/ Main
Fon (0 69) 63 01 - 77 64
Fax (0 69) 63 01 - 8 32 22
E-Mail ricarda.wessinghage@kgu.de

Ricarda Wessinghage | idw
Weitere Informationen:
http://www.kgu.de
http://www.kgu.de/zrad/Diagnostik/index.htm

Weitere Berichte zu: DSCT Herzdiagnostik IDIR Radiologie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Wachkoma: System soll Patienten helfen, sich zu verständigen
24.05.2017 | Universität Bielefeld

nachricht Premiere einer verblüffenden Technik
23.05.2017 | Deutsches Herzzentrum Berlin

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten