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Mikrometergenaue Augen-OP in Bochum: Hornhaut mittels Femtosekundenlaser transplantieren

10.09.2007
Spenderscheibchen lassen sich ganz genau maßschneidern

Die Augenklinik des Knappschaftskrankenhauses Bochum-Langendreer (Klinikum der Ruhr-Universität Bochum, Direktor: Prof. Dr. Burkhard Dick) arbeitet als erste Universitätsklinik in NRW mit einem Femtosekundenlaser.

In Bochum liegt der Schwerpunkt des Einsatzes dieser neuen Technologie auf der Hornhautverpflanzung. Beim Ausschneiden von Spender- und Empfängerhornhaut ist damit eine besonders genaue Anpassung des Spenderscheibchens in das Empfängerbett möglich. Der Laser hat eine Spot-Größe von nur 1/100 mm und Lichtimpulse von einigen Femtosekunden (Billiardstel Sekunden).

Exakten Ersatz für erkrankte Hornhautteile ausschneiden

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Auch die Form sowie die Position des Hornhautausschnittes kann mit dem Femtosekundenlaser frei gewählt werden. Dies ist ein großer Vorteil, wenn nur Teile der eigenen Hornhaut erkrankt sind, beispielsweise durch oberflächliche Narben oder Geschwüre. Der Operateur ist mit dem Femtosekundenlaser in der Lage, kranke Hornhautschichten von den gesunden zu trennen und die entfernte Hornhaut durch eine Spenderhornhautscheibe der gleichen Größe zu ersetzen. Durch die präzisen Schnitte entsteht eine optimale Passform, in die sich die Spenderhornhaut plan einfügen kann. Auch die Behandlung starker Hornhautverkrümmungen oder nur des vorderen oder hinteren Hornhautabschnittes sind lokal möglich.

Patienten und Ärzte sind zufrieden

Die Vorteile des Patienten liegen in der individuellen und raschen Behandlung mit präzisen und sehr schonenden Schnitten sowie in der Möglichkeit der Kleinsthornhautverpflanzung, bei der das gesunde Gewebe fast vollständig erhalten bleibt. Die bisher behandelten Patienten waren schmerzfrei und ihre Augen reizarm. Die klinischen Ergebnisse der Operationen waren sehr zufriedenstellend.

Gewebe schneiden ohne Wärmeentwicklung

Es handelt sich bei dieser neuesten Technologie um einen Infrarot-Laser, der mit einer kleinen Spot-Größe von 1/100 mm und mit Lichtimpulsen von einigen Femtosekunden, dem Billiardsten einer Sekunde, arbeitet. Der Laser erzeugt und komprimiert Laserlicht in sehr kurzen Laserimpulsen und erzielt damit eine besonders hohe Energiedichte. Die Energie des Laserstrahls wird nicht an der Oberfläche der Hornhaut entladen, sondern im Inneren der Hornhaut in einer vorher bestimmten Tiefe mit einer Wirkdauer von einigen hundert Femtosekunden. Das Gewebe lässt sich so exakt und praktisch ohne Wärmeentwicklung schneiden.

Fehlsichtigkeit behandeln - besser als LASIK

Auch im Bereich der chirurgischen Korrektur von Fehlsichtigkeiten liefert das Gerät sehr gute Ergebnisse. Durch die hohe Präzision des Lasers lässt sich das Ergebnis besser berechnen, die Korrektur der Fehlsichtigkeit wird noch genauer als bei der Standardbehandlung LASIK. Durch die Präzision des Lasers können schnittbedingte Komplikationen nahezu komplett vermieden werden. Zudem sind Infektionen nach einem Laserschnitt sehr unwahrscheinlich, da keine Keime eingeschleppt werden können. Die Behandlung wird somit noch sicherer als mit herkömmlichen Lasern.

Info Hornhauttransplantation

In Bochum werden immer mehr Hornhauttransplantationen durchgeführt. Dabei gehört diese Art der Transplantation zu den sichersten Gewebeverpflanzungen, da die Gefahr einer Abstoßungsreaktion gegenüber anderen Transplantationen sehr gering ist. Das größte Problem bei der Hornhauttransplantation besteht in einem Mangel an geeignetem Spendermaterial. Dabei hat die manchmal schwierige ethische Bewertung einer Organentnahme bei Hirntod bei der Spende der Hornhaut keine Bedeutung. Bei dieser Gewebespende besteht keine Altersbegrenzung und sie ist auch noch 72 Stunden nach dem Herz-Kreislauf-Tod zu entnehmen. Trotzdem werden oft gerade die Augen bei an sich spendebereiten Menschen von der Organspende ausgeschlossen. Der Bedarf an Hornhautspenden liegt in allen deutschen Kliniken mit Kornea-Spezifikation bei etwa 5000 bis 6000 pro Jahr.

Weitere Informationen

Prof. Dr. Burkhard Dick, Augenklinik der Ruhr-Universität Bochum im Knappschaftskrankenhaus Bochum-Langendreer, In der Schornau 23-25, 44892 Bochum, Tel. 0234/299-3101, E-Mail: augenklinik@kk-bochum.de

Dr. Josef König | idw
Weitere Informationen:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/

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