Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

"Ultraschall mit Licht" - Neues OP-Mikroskop mit eingebauter OCT-Technologie im Praxiseinsatz

27.07.2007
Eine weltweit neue Methode verspricht in der Mikrochirurgie präzisere Operationen, geringere Belastung für den Patienten und Kostenersparnis. Die Rede ist von OCT (Optische Kohärenztomographie), einer Technologie, die bisher schon erfolgreich in der Augenheilkunde eingesetzt wird. Künftig wird auch ein Einsatz bei Tumoroperationen und der Versorgung mit Innenohrprothesen möglich.

Der vom Land Schleswig-Holstein und der Innovationsstiftung Schleswig-Holstein (ISH) geförderte Prototyp eines neuen OP-Mikroskops mit eingebauter OCT-Technologie wird jetzt am Uniklinikum Göttingen von Prof. Dr. Alf Giese in der Neurochirurgie eingesetzt.

Mit insgesamt 160 T€ fördern Land und ISH die OCT-Forschung von Wissenschaftlern am Institut für Biomedizinische Optik der Universität Lübeck. Das innovative OP-Mikroskop wurde in Kooperation mit dem Wedeler Medizingerätehersteller Möller-Wedel International gebaut. Es zeigt dem Neurochirurgen während der OP genau, wo z. B. die Tumorränder liegen, ohne das Gewebe berührt werden muss (quasi "Ultraschall mit Licht"). Eine weitere Anwendung der OCT-Technologie wird jetzt in einem neuen Projekt erforscht, bei dem der Blutfluss dargestellt werden kann. Kooperationspartner ist hier die Lübecker Firma Thorlabs HL AG.

Gefördert wird aus dem Programm "Hochschule - Wirtschaft - Transfer". Den Förderbescheid in Höhe von 78 T€ für das neue OCT-Projekt übergaben am 23. Juli in Wedel (Kreis Pinneberg, Schleswig-Holstein) Wissenschaftsminister Dietrich Austermann und ISH-Vorstand Prof. Dr. Hans-Jürgen Block an den Antragsteller, Dr. Gereon Hüttmann vom Institut für Biomedizinische Optik der Universität zu Lübeck. Hüttmann hat auch das inzwischen abgeschlossene Mikroskop-Projekt betreut.

... mehr zu:
»OCT-Technologie »OP-Mikroskop

"Angewandte Forschung und Entwicklung hat für die kleinen und mittleren Unternehmen in Schleswig-Holstein eine große Bedeutung. Deshalb setzt das Ministerium für Wissenschaft, Wirtschaft und Verkehr hier mit Programmen wie HWT oder dem Zukunftsprogramm Schleswig-Holstein einen Förderschwerpunkt", sagte Austermann. Er würdigte die Zusammenarbeit der Lübecker Hochschulen mit der Wirtschaft. Positiv bewertete er auch die Kooperation von Uni und FH im Rahmen des geplanten Zentralinstituts für Medizintechnik und die Kooperation mit der FH Westküste im Zusammenhang mit dem beantragten Center for Imaging & Computer Aided Diagnosis.

"Die beiden OCT-Projekte zeigen das enorme wirtschaftliche Potenzial, das in der Bildverarbeitungs-Technologie steckt - nicht nur in der Medizintechnik", ergänzte Prof. Block. "Deshalb haben wir als Innovationsstiftung schon im Jahr 2002 ein Netzwerk initiiert, das unter Leitung von Prof. Dr. Reiner Nawrath von der Fachhochschule Westküste Wissenschaft und Wirtschaft aus diesem Fachgebiet zusammenbringt. 13 Kooperationsprojekte und über zwanzig gut besuchte Fachveranstaltungen sprechen für den Erfolg des Netzwerkes", sagte Prof. Dr. Hans-Jürgen Block.

Sabine Recupero | idw
Weitere Informationen:
http://i-sh.org

Weitere Berichte zu: OCT-Technologie OP-Mikroskop

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Neue Hoffnung für Leberkrebspatienten
24.03.2017 | Universitätsklinikum Regensburg (UKR)

nachricht Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten
23.03.2017 | Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise