Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Digitales Tumor-Dokumentationssystem entwickelt

26.06.2008
Neue Software verbessert die Qualität der Patienten-Versorgung
Regensburg

Die Krankenakte eines Krebs-Patienten ist meist lang und umfangreich. Die Daten reichen von der Diagnose über die durchgeführte Therapie bis hin zu den Nachsorgeuntersuchungen.

Das Tumorzentrum Regensburg hat mit finanzieller Unterstützung der Deutschen Krebshilfe ein digitales Dokumentationssystem entwickelt, mit dem die Patientendaten einfacher und zeitsparender als bisher erfasst werden können: Die neue Software ist bundesweit einzigartig und kann dazu beitragen, die Qualität der Patienten-Versorgung zu verbessern. Die Deutsche Krebshilfe hat die Entwicklung mit 150.000 Euro gefördert.

„Die Dokumentation von Patientendaten ist sehr wichtig: Nichts ist entscheidender als der Nachweis darüber, was die behandelnden Ärzte durchgeführt haben und was nicht, was die Untersuchungen ergeben haben und welche Therapie angeschlagen hat“, erklärt Frau Dr. Monika Klinkhammer-Schalke, Geschäftsführerin des Tumorzentrums Regensburg. Unter ihrer Leitung wurde das digitale Tumor-Dokumentationssystem gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Tumorzentren (ADT) entwickelt. „Die bislang überwiegend papiergebundene Dokumentation ist mit einem enormen Zeitaufwand für die Ärzte und Dokumentations-Assistenten verbunden. Die neue Software ermöglicht es, die Patientendaten vollständig digital zu erfassen, den Datentransfer zu vereinfachen und den Dokumentationsaufwand auf ein Minimum zu reduzieren“, erklärt Klinkhammer-Schalke. Außerdem lassen sich Doppel-Dokumentationen verhindern und statistische Auswertungen durchführen.

„Das neue System kommt darüber hinaus auch direkt dem Patienten zugute“, betont die Projektleiterin am Tumorzentrum Regensburg. „Denn anhand der dokumentierten Diagnose- und Therapieschemata können wir als externe und neutrale Prüfstelle unmittelbar den aktuellen Versorgungsstand des Patienten nachvollziehen und unter anderem prüfen, ob die wissenschaftlichen/medizinischen Leitlinien bei der Behandlung berücksichtigt werden.“ Für Brust- und Darmkrebs wird diese Art der Qualitätssicherung bereits umgesetzt. Andere Tumorarten sollen folgen. Ein weiterer Vorteil: Jeder in den Versorgungsprozess involvierte Arzt kann alle Daten seines Patienten einsehen.

Das digitale System wird bereits in vielen zertifizierten Brust- und Darmkrebszentren in der Oberpfalz und in Niederbayern, in mehr als 15 bayerischen Kliniken sowie am Krebsregister Schleswig-Holstein eingesetzt. „Wir arbeiten intensiv daran, dass das System möglichst bald bundesweit in allen Kliniken, in denen Tumorpatienten versorgt werden, sowie in niedergelassenen Arztpraxen eingeführt werden kann“, so Klinkhammer-Schalke. Die Datenerfassung erfolgt zurzeit noch zentral am Tumorzentrum in Regensburg. Langfristig sollen die behandelnden Ärzte bereits in der niedergelassenen Praxis oder in der Klinik ihre Daten direkt eingeben können.

| Deutsche Krebshilfe e. V.
Weitere Informationen:
http://www.krebshilfe.de

Weitere Berichte zu: Tumor-Dokumentationssystem Tumorzentrum

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Virtual Reality in der Medizin: Neue Chancen für Diagnostik und Operationsplanung
07.12.2016 | Universität Basel

nachricht Patienten-Monitoring in der eigenen Wohnung − Sensorenanzug für Schlaganfallpatienten
06.12.2016 | University of Twente

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Das Universum enthält weniger Materie als gedacht

07.12.2016 | Physik Astronomie

Partnerschaft auf Abstand: tiefgekühlte Helium-Moleküle

07.12.2016 | Physik Astronomie

Bakterien aus dem Blut «ziehen»

07.12.2016 | Biowissenschaften Chemie