Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Adaptive Bestrahlungstechniken beim lokal fortgeschrittenen nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinom

28.10.2015

Standardtherapie des inoperablen Bronchialkarzinoms ist die kombinierte Radiochemotherapie. Ein wichtiger Prognosefaktor für das Überleben ist die lokale Kontrolle des Primärtumors. Bei Anwendung konventioneller Bestrahlungstechniken ist die maximal erreichbare Strahlendosis häufig zu niedrig, um eine lokale Tumorkontrolle zu erzielen: die Strahlenbelastung von Lunge und Speiseröhre wirkt dosislimitierend.

Ziel des Förderprojektes war es, die Strahlentherapie kontinuierlich an systematische Veränderungen von Volumen und Form des Tumors sowie an Veränderungen des Normalgewebes während der Behandlungsserie anzupassen um dadurch eine sichere Intensivierung der Strahlenbehandlung zu erreichen.


Abbildung 1: Simulationsmodell zur Untersuchung des unterschiedlichen Verhaltens der mikroskopischen Tumorausdehnung im Kontext der Tumorregrssion während einer Radiochemotherapie.

Prof.Dr. med. Matthias Guckenberger

Im Zeitraum 2008 bis 2013 erfolgte eine Förderung des Projektes "Entwicklung und Evaluierung von adaptiven Bestrahlungstechniken beim lokal fortgeschrittenen nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinom“ durch die Wilhelm Sander-Stiftung.

In diesem Forschungsprojekt wurde zuerst untersucht, ob es bei einer kontinuierlichen Anpassung der Bestrahlung an einen schrumpfenden Tumor zu einer Unterdosierung der mikroskopischen Tumorausdehnung in der Lunge kommt (Guckenberger IJROBP 2001). Dies könnte den Erfolg einer hochpräzisen Bestrahlung gefährden.

Es konnte in einer Planungsstudie basierend auf 13 Patienten mit lokal fortgeschrittenem NSCLC gezeigt werden, dass es selbst bei der Simulation eines worst-case Szenarios zu keiner relevanten Unterdosierung in der mikroskopischen Tumorausdehnung kommt. Somit konnte die Sicherheit einer adaptiven Strahlentherapie aus den beschriebenen strahlenbiologischen Gesichtspunkten nachgewiesen werden (Abbildung 1).

Darauffolgend wurden in Planungssimulationen verschiedene Präzisionsbestrahlungstechniken untersucht: es sollte untersucht werden, welche der neu verfügbaren neuen und komplexen Bestrahlungstechniken Technik beim Lungenkarzinom bevorzugt klinisch untersucht und angewendet werden sollte.

Obwohl auch für einzelne Techniken Vorteile gesehen werden konnten, so konnte erst durch die Kombination mehrerer Präzisionstechniken die Tumorkontrollwahrscheinlichkeit verdoppelt und damit relevant gesteigert werden (Guckenberger Strahlenther Onkol, 2012).

In den nächsten Schritten sollten diese modernen Präzisionstechnologien in klinischen Studien auf ihre Sicherheit und insbesondere Wirksamkeit überprüft werden.

Prof. Dr. med. Matthias Guckenberger
Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie, Universitätsklinikum Würzburg

jetzt: Klinik für Radio-Onkologie, UniversitätsSpital Zürich
E-Mail: matthias.guckenberger@usz.ch

Die Wilhelm Sander-Stiftung förderte die zweite Phase dieses Forschungsprojekts mit über 56.000 Euro, nachdem sie die erste Phase mit über 92.000 € unterstützt hatte. Stiftungszweck ist die Förderung der medizinischen Forschung, insbesondere von Projekten im Rahmen der Krebsbekämpfung. Seit Gründung der Stiftung wurden insgesamt über 220 Millionen Euro für die Forschungsförderung in Deutschland und der Schweiz bewilligt. Die Stiftung geht aus dem Nachlass des gleichnamigen Unternehmers hervor, der 1973 verstorben ist.

Bernhard Knappe | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Ein Quantensprung in der Herzdiagnostik
22.09.2017 | Universitätsklinik der Ruhr-Universität Bochum - Herz- und Diabeteszentrum NRW Bad Oeynhausen

nachricht Bypass – Lebensbrücke für das Herz; keine Angst vor der Herz-Operation
21.09.2017 | Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: LaserTAB: Effizientere und präzisere Kontakte dank Roboter-Kollaboration

Auf der diesjährigen productronica in München stellt das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT das Laser-Based Tape-Automated Bonding, kurz LaserTAB, vor: Die Aachener Experten zeigen, wie sich dank neuer Optik und Roboter-Unterstützung Batteriezellen und Leistungselektronik effizienter und präziser als bisher lasermikroschweißen lassen.

Auf eine geschickte Kombination von Roboter-Einsatz, Laserscanner mit selbstentwickelter neuer Optik und Prozessüberwachung setzt das Fraunhofer ILT aus Aachen.

Im Focus: LaserTAB: More efficient and precise contacts thanks to human-robot collaboration

At the productronica trade fair in Munich this November, the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT will be presenting Laser-Based Tape-Automated Bonding, LaserTAB for short. The experts from Aachen will be demonstrating how new battery cells and power electronics can be micro-welded more efficiently and precisely than ever before thanks to new optics and robot support.

Fraunhofer ILT from Aachen relies on a clever combination of robotics and a laser scanner with new optics as well as process monitoring, which it has developed...

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Legionellen? Nein danke!

25.09.2017 | Veranstaltungen

Posterblitz und neue Planeten

25.09.2017 | Veranstaltungen

Hochschule Karlsruhe richtet internationale Konferenz mit Schwerpunkt Informatik aus

25.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Legionellen? Nein danke!

25.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Hochvolt-Lösungen für die nächste Fahrzeuggeneration!

25.09.2017 | Seminare Workshops

Seminar zum 3D-Drucken am Direct Manufacturing Center am

25.09.2017 | Seminare Workshops