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Viele Menschen werden heutzutage geplagt von Allergien, andere wiederum
klagen über Kopfschmerzen oder ständige Müdigkeit, für die sie keine
Erklärung wissen. Auch unsere akustische Umwelt, insbesondere der
zunehmende Verkehrslärm, birgt ein erhebliches Gefährdungspotenzial für
die Gesundheit, der als chronischer Stress beträchtlichen Schaden
anrichten kann. Die Katholische Universität Eichstätt (KUE) hat darauf
bereits 1991 reagiert und eine Professur für Umwelt- und
Gesundheitspsychologie eingerichtet - bis heute die einzige in
Deutschland. Ferner hat die KUE 1999 das Interdisziplinäre Zentrum für
Gesundheitswissenschaften (IZG) gegründet - auf diese Weise können
Synergien zwischen den dort eingebundenen Lehrstühlen genutzt und
Ressourcen effektiver eingesetzt werden. Auch die Politik hat inzwischen
die engen Verflechtungen zwischen den Faktoren Umwelt, Gesundheit und
Psychologie erkannt und so wurde Prof. Dr. Jürgen Hellbrück, Inhaber der
Professur für Umwelt- und Gesundheitspsychologie und aktuell
Geschäftsführer des IZG, vor kurzem vom bayerischen Umweltministerium in
den Arbeitskreis "Umwelt und Gesundheit" des Umweltforums Bayern bestellt.
Prof. Hellbrücks Forschungsschwerpunkt ist die akustische Umwelt. Er
befasst sich zum einen mit Fragen der Lärmwirkung auf kognitive
Leistungen, zum anderen auch mit dem Problem der durch Lärm bedingten
Hörbeeinträchtigungen - angesichts der hohen Zahl bereits betroffener
Jugendlicher und der zunehmend älter werdenden Bevölkerung eine große
Herausforderung. Hellbrück war zum Beispiel an der Entwicklung des so
genannten Würzburger Hörfeldes beteiligt, mit dessen Hilfe sich komplexe
mikroprozessor-gesteuerte Hörgeräte differenzierter anpassen lassen, und
das mittlerweile in der Hörgeräteakustik weit verbreitet ist. Desweiteren
berät er auch Industrieunternehmen im akustischen Produktdesign. "Es geht
mir nicht nur um Lärmvermeidung beziehungsweise -reduzierung, sondern auch
darum, unvermeidbare tägliche Geräusche um uns herum möglichst angenehm zu
gestalten", erläutert der Eichstätter Psychologe.
Innerhalb des IZGs
umfasst das Lehrangebot von Prof. Hellbrück darüber hinaus unter anderem
auch Fragen der Wirkung von Umweltchemikalien, elektromagnetischen
Strahlen und Feldern auf psychische Funktionen und die Gesundheit des
Menschen im allgemeinen. Ebenfalls behandelt er dort das Problem so
genannter Umwelthysterien.
Das Berufsfeld des Umweltpsychologen und der Umweltpsychologin ist angesichts der Vielschichtigkeit der Probleme zwar nicht eindeutig zu bestimmen, fest steht jedoch, so Prof. Hellbrück, dass deren Leistungen immer häufiger von Politik und Wirtschaft nachgefragt und auch in Anspruch genommen werden: "Der Bedarf an Umweltgutachten ist in den vergangenen Jahren enorm gestiegen, aber auch die Bedeutung von Umweltkonfliktmanagement und Umweltmediation wird zunehmend erkannt", prognostiziert Hellbrück. Deshalb ist er der Überzeugung, dass es Psychologen und Psychologinnen braucht, die dies als berufliche Chance erkennen und bereit sind, sich mit ihrem Wissen in relevanten Projekten und Institutionen zu behaupten.
Daniela Pickl
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