Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wichtiger Schritt im Kampf gegen Leukämien und Lymphomen - Neuer Therapieansatz entdeckt

12.02.2013
Erstmals ist es einem Konsortium verschiedener internationaler Forschergruppen unter Beteiligung der Universität Duisburg-Essen (UDE) gelungen, die Grundlagen einer neuartigen Therapie von Leukämien und Lymphomen zu entwickeln. Ihre Ergebnisse wurden in der angesehen Fachzeitschrift Cancer Cell veröffentlicht*.
Erstautor ist Dr. med. Cyrus Khandanpour aus der Klinik für Hämatologie im Westdeutschen Tumorzentrum des Universitätsklinikums Essen. Die Forschung an diesem Projekt wurde in der Arbeitsgruppe des Leiters der Studie, Prof. Tarik Möröy, am kanadischen Institut de recherches cliniques in Montreal (ICRM) durchgeführt. Möröy lehrte bis 2006 an der UDE und ist seitdem Präsident und wissenschaftlicher Direktor des IRCM.

Leukämien und Lymphome machen zwar nur drei bis fünf Prozent aller Tumore aus, aber bis zu 80 Prozent der betroffenen Patienten können trotz intensiver Therapie nicht geheilt werden. Khandanpour: „Wir sind der Sache auf den Grund gegangen und untersuchten genau, wie die verschiedenen Gene in der Entstehung und Entwicklung der Leukämien zusammenwirken. Mittlerweile bin ich davon überzeugt, dass man diese Erkenntnisse auch als Ansatz für neuartige Therapien verwenden kann“, so Khandanpour. Einer seiner Arbeitsschwerpunkte ist die Funktion des Transkriptionsfaktors Gfi1.

Und das scheint auch der entscheidende Schlüssel zu sein. In Kooperation mit verschiedenen internationalen Arbeitsgruppen aus Kanada und den USA (Prof. Heighton L. Grimes und Dr. James Phelan aus Cincinnati) untersuchten Khandanpour und Möröy, wie sich Gfi1 auf die Entstehung und die Entwicklung von Leukämien und Lymphomen auswirkt. Ohne Gfi1 entwickeln sich die Leukämien anders, gehen zurück oder heilen sogar ohne Chemotherapie vollständig aus. Das haben bereits Versuche an Mausmodellen eindeutig gezeigt. Erste Untersuchungen mit menschlichen leukämischen Zellen bestätigten, dass Gfi1 auch hier eine wichtige Rolle spielt: Der Verlust von Gfi1 lässt auch humane Leukämien verschwinden.

Diese vielversprechenden Ergebnisse sollen nun in einer Studie am Universitätsklinikum Essen weiter fortgesetzt werden, indem Gfi1 als neuartiger Therapieansatz bei der Therapie humaner Leukämien verwendet werden soll. Die Arbeiten wurden unter anderem durch das Max-Eder Programm der Deutschen Krebshilfe, durch das IFORES Programm der UK-Essen sowie der Cole Stiftung unterstützt.

* Cyrus Khandanpour, James D. Phelan, Lothar Vassen, Judith Schütte, Riyan Chen1, Shane R. Horman, Marie-Claude Gaudreau, Joseph Krongold, Jinfang Zhu, William E. Paul, Ulrich Dührsen, Bertie Göttgens, H. Leighton Grimes, and Tarik Möröy. Growth factor independent-1antagonizes a p53-induced DNA damage response pathway in lymphoblastic leukemia Cancer Cell, in press

Weitere Informationen:
• Prof. Dr. med. Ulrich Dührsen, Tel. 0201/723-2417, ulrich.duehrsen@uk-essen.de (Direktor der Klinik für Hämatologie, Universitätsklinikum Essen)
• Dr. med. Cyrus Khandanpour, Tel. 0201/723-85185, 0151/44543324, cyrus.khandanpour@uk-essen.de

• Prof. Dr. rer. nat. Tarik Möröy, Tel. 00151/49875764, tarik.moroy@ircm.qc.ca

Beate Kostka | idw
Weitere Informationen:
http://www.uk-essen.de

Weitere Berichte zu: Cancer Hämatologie Leukämie Lymphom Therapieansatz UDE cell death

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht In Deutschland wächst die Zahl der Patienten mit Diabetes mellitus
23.02.2017 | Versorgungsatlas

nachricht Ursache für eine erbliche Muskelerkrankung entdeckt
22.02.2017 | Klinikum der Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie