Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wassergefiltertes Infrarot A (wIRA) bei akuten und chronischen Wunden

17.12.2009
Wassergefiltertes Infrarot A (wIRA) als spezielle Form der Wärmestrahlung mit hohem Eindringvermögen in das Gewebe bei geringer thermischer Oberflächenbelastung kann die Heilung akuter und chronischer Wunden verbessern. wIRA steigert Temperatur (+2,7°C in 2 cm Gewebetiefe) und Sauerstoffteildruck im Gewebe (+32 % in 2 cm Gewebetiefe) sowie die Gewebedurchblutung.

Diese drei Faktoren sind entscheidend für eine ausreichende Versorgung des Gewebes mit Energie und Sauerstoff und deshalb auch für Wundheilung und Infektionsabwehr. wIRA wirkt sowohl über thermische (auf Wärmeenergieübertragung bezogene) und temperaturabhängige als auch über nicht-thermische und temperaturunabhängige Effekte.

In einer zweisprachigen Übersichtsarbeit, die gerade am 16.12.2009 in der elektronischen Fachzeitschrift "GMS Krankenhaushygiene Interdisziplinär" innerhalb des e-Portals "German Medical Science" der AWMF (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften) erschienen ist, werden die Wirkprinzipien von wIRA und die Ergebnisse von u.a. 6 wissenschaftlichen Studien mit wIRA erörtert.

wIRA vermag Schmerzen deutlich zu mindern (ausnahmslos bei 230 Bestrahlungen) mit bemerkenswert niedrigerem Schmerzmittelbedarf (52 - 69 % niedriger in den Gruppen mit wIRA verglichen mit den Kontrollgruppen) und eine erhöhte Wundsekretion und Entzündung herabzusetzen sowie positive immunmodulierende Effekte zu zeigen.

Die Gesamtbeurteilung des Effekts der Bestrahlung wie auch die Wundheilung und das kosmetische Ergebnis (erhoben mittels visueller Analogskalen) waren in der Gruppe mit wIRA wesentlich besser verglichen mit der Kontrollgruppe.

wIRA kann sowohl bei akuten als auch bei chronischen Wunden einschließlich infizierter Wunden die Wundheilung beschleunigen oder bei stagnierender Wundheilung verbessern.

So wurde eine Abnahme der Wundfläche im Median um 90 % bei schwerbrandverletzten Kindern bereits nach 9 Tagen in der Gruppe mit wIRA - verglichen mit 13 Tagen in der Kontrollgruppe - erreicht.

Bei zuvor nicht-therapierbaren chronischen venösen Unterschenkelgeschwüren kam es mit wIRA zu einem kompletten Wundschluss und zu einer Normalisierung des thermographischen Bildes. Die beigefügte Abbildung zeigt den erfolgreichen Heilungsverlauf eines chronischen venösen Unterschenkelgeschwürs unter Therapie mit wIRA. In einer Studie mit chronischen venösen Unterschenkelgeschwüren wurden mit wIRA im Durchschnitt 18 Tage verglichen mit 42 Tagen ohne wIRA bis zum kompletten Wundschluss benötigt.

Nach großen Bauchoperationen zeigte sich ein Trend zugunsten der wIRA-Gruppe hin zu einer niedrigeren Rate von Wundinfektionen insgesamt (7 % verglichen mit 15 %) einschließlich später Infektionen nach der Entlassung aus dem Krankenhaus (0 % verglichen mit 8 %) und ein Trend hin zu einem kürzeren postoperativen Krankenhausaufenthalt (9 Tage verglichen mit 11 Tagen).

Selbst der normale Wundheilungsprozess kann mit wIRA verbessert werden.
Die erwähnten Effekte wurden in 6 prospektiven Studien belegt, die meisten mit einem "Evidenzgrad" von Ia/Ib.

wIRA stellt eine wertvolle Therapieoption dar und kann generell für die Therapie von akuten und chronischen Wunden empfohlen werden.

Veröffentlichung (zweisprachig):
Hoffmann G. Water-filtered infrared-A (wIRA) in acute and chronic wounds [review]. Wassergefiltertes Infrarot A (wIRA) bei akuten und chronischen Wunden [Übersichtsarbeit].
GMS Krankenhaushyg Interdiszip. 2009;4(2):Doc12.
DOI: 10.3205/dgkh000137
URN: urn:nbn:de:0183-dgkh0001373
Online verfügbar unter: http://www.egms.de/pdf/journals/dgkh/2009-4/dgkh000137.pdf (PDF, ca. 15 MB) und http://www.egms.de/en/journals/dgkh/2009-4/dgkh000137.shtml (shtml).

Kontaktadressen für wIRA bei akuten Wunden/Operationswunden:

PD Dr. med. Mark Hartel
Technische Universität München, Klinik für Chirurgie
Ismaninger Strasse 22, 81675 München
Tel: 089-4140-5099
Mark.Hartel@chir.med.tu-muenchen.de
Prof. Dr. med. Ulrich Finke
Sankt Katharinen-Krankenhaus, Chirurgische Klinik
Seckbacher Landstrasse 65, 60389 Frankfurt am Main
Tel: 069-4603-1430, Fax: 069-4603-1429
Ulrich.Finke@sankt-katharinen-ffm.de
Kontaktadresse für wIRA bei urologischen Operationswunden:
Prof. Dr. med. U.W. Tunn
Klinikum Offenbach, Klinik für Urologie
Starkenburgring 66, 63069 Offenbach am Main
Tel: 069-8405-3840, Fax: 069-8405-4080
Tunn@em.uni-frankfurt.de oder uw@tunn.de
Kontaktadresse für wIRA bei Verbrennungswunden:
Dr. med. Peter Illing
Kinderkrankenhaus Park Schönfeld, Kinderchirurgische Abteilung
Frankfurter Strasse 167, 34121 Kassel
Tel: 0561-9285-124, Fax: 0561-9285-230
P.Illing@park-schoenfeld.de
Kontaktadressen für wIRA bei chronischen Wunden und speziellen dermatologischen Problemen (z.B. Morphea):
Dr. med. Verena von Felbert
RWTH Aachen, Universitätsklinik, Klinik für Dermatologie
Pauwelsstrasse 30, 52074 Aachen
Tel: 0241-80-35494, Fax: 0241-80-82413
VvonFelbert@ukaachen.de
Dr. med. Hauke Schumann
Universitätsklinikum Freiburg, Universitäts-Hautklinik, Leiter des Kompetenzzentrums Fragile Haut
Hauptstrasse 7, 79104 Freiburg
Tel: 0761-270-6701, Fax: 0761-270-6829
Hauke.Schumann@uniklinik-freiburg.de

Wolfgang Müller | idw
Weitere Informationen:
http://www.uniklinik-freiburg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Die neue Achillesferse von Blutkrebs
22.05.2018 | Ludwig Boltzmann Gesellschaft

nachricht Schnelltests für genauere Diagnose bei Hirntumoren
17.05.2018 | Universitätsklinikum Heidelberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: LZH showcases laser material processing of tomorrow at the LASYS 2018

At the LASYS 2018, from June 5th to 7th, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) will be showcasing processes for the laser material processing of tomorrow in hall 4 at stand 4E75. With blown bomb shells the LZH will present first results of a research project on civil security.

At this year's LASYS, the LZH will exhibit light-based processes such as cutting, welding, ablation and structuring as well as additive manufacturing for...

Im Focus: Kosmische Ravioli und Spätzle

Die inneren Monde des Saturns sehen aus wie riesige Ravioli und Spätzle. Das enthüllten Bilder der Raumsonde Cassini. Nun konnten Forscher der Universität Bern erstmals zeigen, wie diese Monde entstanden sind. Die eigenartigen Formen sind eine natürliche Folge von Zusammenstössen zwischen kleinen Monden ähnlicher Grösse, wie Computersimulationen demonstrieren.

Als Martin Rubin, Astrophysiker an der Universität Bern, die Bilder der Saturnmonde Pan und Atlas im Internet sah, war er verblüfft. Die Nahaufnahmen der...

Im Focus: Self-illuminating pixels for a new display generation

There are videos on the internet that can make one marvel at technology. For example, a smartphone is casually bent around the arm or a thin-film display is rolled in all directions and with almost every diameter. From the user's point of view, this looks fantastic. From a professional point of view, however, the question arises: Is that already possible?

At Display Week 2018, scientists from the Fraunhofer Institute for Applied Polymer Research IAP will be demonstrating today’s technological possibilities and...

Im Focus: Raumschrott im Fokus

Das Astronomische Institut der Universität Bern (AIUB) hat sein Observatorium in Zimmerwald um zwei zusätzliche Kuppelbauten erweitert sowie eine Kuppel erneuert. Damit stehen nun sechs vollautomatisierte Teleskope zur Himmelsüberwachung zur Verfügung – insbesondere zur Detektion und Katalogisierung von Raumschrott. Unter dem Namen «Swiss Optical Ground Station and Geodynamics Observatory» erhält die Forschungsstation damit eine noch grössere internationale Bedeutung.

Am Nachmittag des 10. Februars 2009 stiess über Sibirien in einer Höhe von rund 800 Kilometern der aktive Telefoniesatellit Iridium 33 mit dem ausgedienten...

Im Focus: Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

Passt eine ultrakalte Wolke aus zehntausenden Rubidium-Atomen in ein einzelnes Riesenatom? Forscherinnen und Forschern am 5. Physikalischen Institut der Universität Stuttgart ist dies erstmals gelungen. Sie zeigten einen ganz neuen Ansatz, die Wechselwirkung von geladenen Kernen mit neutralen Atomen bei weitaus niedrigeren Temperaturen zu untersuchen, als es bisher möglich war. Dies könnte einen wichtigen Schritt darstellen, um in Zukunft quantenmechanische Effekte in der Atom-Ion Wechselwirkung zu studieren. Das renommierte Fachjournal Physical Review Letters und das populärwissenschaftliche Begleitjournal Physics berichteten darüber.*)

In dem Experiment regten die Forscherinnen und Forscher ein Elektron eines einzelnen Atoms in einem Bose-Einstein-Kondensat mit Laserstrahlen in einen riesigen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Designerzellen: Künstliches Enzym kann Genschalter betätigen

22.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Embryonale Genregulation durch mechanische Reize

22.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Quantenverschränkung auf den Kopf gestellt

22.05.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics