Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Untersuchung zum "Weißen Hautkrebs": Männer ab 40 haben höheres Erkrankungsrisiko

09.10.2008
Ältere Männer mit hellem Hauttyp, die beruflich viel im Freien arbeiten und mit einer Hautkrebserkrankung in Ihrer Vorgeschichte, haben ein deutlich höheres Risiko an der Vorstufe des "Weißen Hautkrebs" zu erkranken, als der Rest der Bevölkerung.

Das ist das Ergebnis einer Untersuchung der Hautklinik des Universitätsklinikums Münster (UKM). Für Dr. Meinhard Schiller, Oberarzt in der Hautklinik, und einer der Autoren der Studie, ist damit klar: "Wir müssen in der Prävention stärker auf diese Zielgruppe eingehen: Männer ab 40, helle Hauttypen und der Sonnenstrahlung ausgesetzte Berufsgruppen."

Die Ergebnisse der Untersuchung stellte Schiller Ende September erstmals auf dem Deutschen Hautkrebskongress in Berlin vor. Schiller: "Der beginnende weiße Hautkrebs, im Fachbegriff "Aktinische Keratose", ist eine Krebserkrankung der oberen Hautschicht. Kennzeichen sind milde, leichte Verhornungen auf der Haut, vornehmlich an den Stellen, die besonders der Sonneneinstrahlung ausgesetzt: Handrücken, die oberen Ohrenenden oder speziell bei Männern mit Glatze bzw. hohem Haaransatz die Stirn. Obwohl es sich um den häufigsten Hauttumor bei Menschen mit heller Haut weltweit handelt, ist diese Krebsart noch relativ unbekannt. Und damit auch leider die Vorbeugung dagegen."

Es ist die bislang einzige Untersuchung dieser Art in Deutschland, an der über 700 Menschen teilnahmen. Durchgeführt wurde die Befragung an der Universitäts-Hautklinik Münster und an verschiedenen Hautarztpraxen im nordwestdeutschen Raum. Schiller: "Unser Ziel war es, erstmals auch für Deutschland ein wissenschaftlich fundiertes Risikoprofil für den beginnenden Weißen Hautkrebs zu erstellen. Andere Länder, etwa Australien, sind da, auch aufgrund der klimatischen Bedingungen, schon viel weiter."

Eine zielgruppenspezifische Prävention ist gerade angesichts der starken Zunahme der Erkrankungen nötig, betont der UKM-Hautexperte: "In Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es jährlich 250.000 Neuerkrankungen. Das sind 16 mal mehr als beim Schwarzen Hautkrebs ("Malignes Melanom")." Auch angesichts dieser Entwicklung sagt Schiller: "Wir befinden uns mitten in einer Hautkrebs-Epidemie." Gerade der starke Zusammenhang von Alter, Geschlecht und einer Berufstätigkeit im Freien sei ein Beleg dafür, wo angesichts knapper finanzieller Ressourcen entsprechende Präventionsarbeit wichtig und nötig ist.

Der Fachmediziner nennt folgende Möglichkeiten, um das Erkrankungsrisiko zu senken: "Zwischen 11 und 15 Uhr Sonneneinstrahlung vermeiden, auch im Beruf und bei Freizeitaktivitäten Sonnenschutzmittel nutzen, Sonnenbrände besonders vor dem 20. Lebensjahr vermeiden und die Haut, z.B. durch Kopfbedeckungen, vor der Sonne schützen. Sonnenschutz ist kein Thema, dass uns nur im Sommerurlaub am Strand interessieren sollte."

Simone Hoffmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.klinikum.uni-muenster.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neue Methode der Eisenverabreichung
26.04.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

nachricht Bestrahlung bei Hirntumoren? Eine neue, verlässlichere Einteilung erleichtert die Entscheidung
26.04.2017 | Universitätsklinikum Heidelberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie