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Unsterblichkeit aller Krebszellen ist doch nur ein Mythos

26.04.2011
Telomere spielen eine entscheidende Rolle

Weit davon entfernt unsterblich zu sein, scheinen die meisten Krebszellen nicht in der Lage zu sein sich uneingeschränkt zu vermehren und durch den Körper zu verbreiten. Das Team um Dot Bennett von der St George's University of London hat nachgewiesen, dass nur vier von 37 Hautkrebsproben, diese allgemein angenommene Eigenschaft aufwiesen. "Wir haben angenommen, sie wären alle unsterblich, aber das stimmt nicht", erklärte die Wissenschaftlerin laut NewScientist.

Durch die Untersuchung des molekularen Profils der Krebszellen während sie im Labor wuchsen, zeigte sich, dass viele so etwas wie eine Krise der Telomere erlitten und aufhörten sich zu teilen. Telomere schützen die Enden der Chromosome und verkürzen sich bei jeder Zellteilung. Bei einer Krise, nehmen die Zellen an, dass es zu Brüchen der DNA gekommen ist, versuchen sie zu reparieren und schaffen so veränderte Zellen, die entweder absterben oder nicht mehr aktiv sind.

Die Wissenschaftler fanden heraus, dass die wenigen unsterblichen Krebszellen die Telomerase Reverse Transkriptase (TERT) aktivieren, einen Teil der Telomerase-Enzyme die Telomere wieder herstellen, um eine Krise zu verhindern. Normalerweise ist TERT nur in Sperma oder Eizellen aktiv. Ist sie in einem Tumor nachweisbar, kann vorhergesagt werden, ob diese Zellen unsterblich sind und sich wahrscheinlich ausbreiten werden.

Vergangene Woche startete Cancer Research UK http://www.cancer.org.uk eine Studie, die erforschen soll, wie Bauchspeicheldrüsenkrebs mit Hilfe eines Impfstoffes mit TERT-Fragmenten an der Ausbreitung gehindert werden kann. Das Immunsystem soll TERT als fremd erkennen und angreifen. Damit geraten alle Krebszellen mit aktivem TERT in die Schusslinie. Ein ähnlich funktionierender Impfstoff gegen akute myeloische Leukämie (AML) wird derzeit von Geron http://www.geron.com getestet. Zusätzlich wird gerade Imetelstat getestet, ein Medikament, das die Aktivität von Tert bei Brustkrebs und nicht-kleinzelligen Lungenkarzinomen blockieren soll.

Details der Studie wurden in dem Fachmagazin Pigment Cell & Melanoma Research http://onlinelibrary.wiley.com/journal/10.1111/(ISSN)1755-148X/issues veröffentlicht.

Michaela Monschein | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.sgul.ac.uk

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