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Übergewicht bei Kindern – eine Gefahr für die Nieren

27.02.2012
Adipöse Kinder erleiden signifikant häufiger Nierenschäden

Übergewicht und Adipositas hat in den vergangenen Jahren sowohl in Deutschland als auch weltweit nicht nur bei Erwachsenen, sondern auch bei Kindern und Jugendlichen drastisch zugenommen. Die Zahl der Betroffenen steigt weiterhin.

Es ist allgemein bekannt, dass übergewichtige Patienten jeden Alters ein größeres Risiko für Bluthochdruck (Hypertonie), Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes mellitus Typ 2 aufweisen. All das sind auch Risikofaktoren für die Erkrankung der Nieren.

„Da immer mehr jüngere Patienten an Nierenversagen leiden und dialysepflichtig werden, sind die Nephrologen in der Pflicht, ihre Aufmerksamkeit sowohl in der Forschung als auch in der Diagnose, Therapie und vor allem der Prävention verstärkt auch auf die Kinder und Jugendlichen zu richten,“ mahnt Prof. Dr. Jan Galle (Lüdenscheid), Sprecher der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie (DGfN). Laut KIGGS-Studie [1] des Robert-Koch-Instituts sind derzeit in Deutschland etwa 1,9 Mio. Kinder zwischen drei und 17 Jahren übergewichtig, 800.000 adipös.

In der Wissenschaft wurde in letzter Zeit bereits ein größeres Augenwerk darauf gelegt, welche Auswirkungen Adipositas ggf. auf die Niere hat. So wurde beispielsweise in einer Japanischen Studie [2] untersucht, ob übergewichtige Kinder genauso wie Erwachsene ein höheres Risiko für Nierenschäden aufweisen. Eingeschlossen wurde 1.830 japanische Schulkinder zwischen sechs und 14 Jahren, die in einem Screening Programm für Nierenerkrankungen dreimal mit einem auffälligen Urinbefund getestet wurden.

Bei 27 Kindern wurde durch eine dauerhafte Eiweißausscheidung im Urin (persistierende Proteinurie) und ein vermehrtes Vorkommen von roten Blutkörperchen im Urin (Hämaturie) eine Nierenentzündung (Nephritis) oder ein Verdacht auf Nierenentzündung diagnostiziert. Sie wurden im Hinblick auf den Body Mass Index (BMI), den Blutdruck und den Cholesterinspiegel mit 588 Kindern verglichen, die keine Harn-Anomalien aufwiesen. Der BMI und der systolische Blutdruck (mmHG) waren bei den Kindern mit auffälligem Urinbefund signifikant höher als bei denen mit unauffälligem Befund. Als ein Ergebnis der Studie ist also festzuhalten, dass Fettleibigkeit auch in der Kindheit mit der Entwicklung von Nierenschädigungen in Verbindung gebracht werden kann.

Literatur:
[1] www.kiggs.de
[2] Kaneko K et al. Impact of obesity on childhood kidney. Pediatr Rep 2011; 3 (4): e27.
Für weitere Informationen und Interviewanfragen:
Pressestelle der DGfN
Dr. Bettina Albers
Tel. 03643/ 776423
Email: albers@albersconcept.de

Dr. Bettina Albers | idw
Weitere Informationen:
http://www.nierengesellschaft.de

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