Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Therapie des schwer trockenen Auges

25.03.2015

Im März 2013 – also vor genau zwei Jahren – startete die Transfusionszentrale der Universitätsmedizin Mainz mit der Herstellung autologer Serumaugentropfen. Die aus Eigenblut gewonnenen Serumaugentropfen dienen der Therapie des schwer trockenen Auges zum Beispiel nach Verbrennungen oder Verätzungen. 

Gegenwärtig werden in Deutschland jährlich insgesamt rund 53.000 Einzeldosis-Ophtiolen hergestellt. Davon produziert die Transfusionszentrale der Universitätsmedizin Mainz gegenwärtig mit circa 14.000 Einzeldosis-Ophtiolen mehr als ein Viertel. Mittlerweile beziehen Patienten aus dem gesamten Bundesgebiet autologe Serumaugentropfen von der Transfusionszentrale der Universitätsmedizin Mainz.


Circa 14.000 Einzeldosis-Ophtiolen produziert die Transfusionszentrale der Universitätsmedizin Mainz gegenwärtig pro Jahr

Bildquelle: Transfusionszentrale der Universitätsmedizin Mainz

„Augentropfen aus eigenem Blut wirken bei starker Trockenheit besser als handelsübliche Produkte. Sie regenerieren und pflegen die Hornhaut besonders effektiv auf Basis der körpereigenen Substanzen. Damit tragen sie zu einer beschleunigten Abheilung von Defekten an der Augenoberfläche bei“, unterstreicht der Direktor der Transfusionszentrale der Universitätsmedizin Mainz, Prof. Dr. Walter Hitzler.

„Für zahlreiche Patienten stellen autologe Serumaugentropfen die einzig wirksame Behandlung dar, und wir freuen uns, dass wir seit zwei Jahren das Know How haben, um diesen Menschen helfen zu können“, so Prof. Hitzler.

Seit März 2013 stellt die Transfusionszentrale autologe Serumaugentropfen in Zusammenarbeit mit der Augenklinik der Universitätsmedizin Mainz für Patienten der Universitätsmedizin Mainz sowie auswärtiger Krankenhäuser und niedergelassener Ärzte her. Sie finden in der Therapie des schwer trockenen Auges Anwendung – beispielsweise nach Verbrennungen oder Verätzungen – ebenso wie bei der Therapie der superioren limbalen Keratokonjunktivitis (SLK) oder der Graft-versus-host-Erkrankung.

Sie stellen hier oft die einzig wirksame Behandlung dar. Die Transfusionszentrale der Universitätsmedizin Mainz gehört zu den wenigen Zentren in Deutschland, die eine Herstellungserlaubnis für autologe Serumaugentropfen besitzen. Autologe Serumaugentropfen werden aus Eigenblut hergestellt und enthalten keine weiteren Zusätze.

Serumaugentropfen sind Arzneimittel und bedürfen einer Herstellungserlaubnis nach dem Arzneimittelgesetz. Es handelt sich um ein verschreibungspflichtiges Medikament. Die Herstellung der Serumaugentropfen erfolgt auf der Grundlage strenger gesetzlicher Bestimmungen. So erfolgt die Blutentnahme in einem geschlossenen sterilen Blutbeutelsystem.

Gleiches gilt für die Weiterverarbeitung und den Prozess bis zur Bereitstellung der Einzeldosis-Ophtiolen. Bei der Weiterverarbeitung werden die Serumaugentropfen tiefgefroren und sind tiefgekühlt gelagert 16 Wochen haltbar. Pro Blutentnahme lassen sich bis zu 120 Einzeldosis-Ophtiolen herstellen.

„Im Vergleich zu herkömmlichen Augentropfen aus der Apotheke, gilt es beim Verpacken und beim Transport der autologen Serumaugentropfen einiges zu beachten: Beides erfolgt tiefgekühlt mit Trockeneis in einer Styroporbox“, sagt Prof. Hitzler. Auch die Lagerung unterliegt bestimmten Anforderungen. Die autologen Serumaugentropfen sollen vom Patienten bei -20 Grad Celsius zuhause in einem Tiefkühlfach gelagert werden.

Was die autologen Serumaugentropfen unter medizinischen Gesichtspunkten so wertvoll macht, ist die Tatsache, dass einige darin enthaltene Eiweißstoffe (Proteine) auch Bestandteil der Tränenflüssigkeit sind.

„Ein paar dieser Proteine wie beispielsweise Immunglobuline, Albumin, Fibronektin und Wachstumsfaktoren spielen bei dem Heilungsprozess der genannten Erkrankungen eine entscheidende Rolle. Sie begünstigen die Proliferation, Migration und Differenzierung der Epithelzellen von Horn- und Bindehaut und fördern so den Heilungsprozess“, weiß der Direktor der Transfusionszentrale.

Patienten aus nahezu allen Bundesländern beziehen inzwischen von der Transfusionszentrale der Universitätsmedizin Mainz autologe Serumaugentropfen. Die Zuweisung der Patienten erfolgt durch die behandelnden Augenärzte.


Kontakt
Prof. Dr. Walter Hitzler
Direktor der Transfusionszentrale der Universitätsmedizin Mainz,
Tel 06131 17-3211
Fax 06131 17-6651
E-Mail: hitzler@uni-mainz.de

Pressekontakt
Oliver Kreft, Stabsstelle Kommunikation und Presse Universitätsmedizin Mainz, Telefon 06131 17-7424, Fax 06131 17-3496, E-Mail: pr@unimedizin-mainz.de

Über die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist die einzige medizinische Einrichtung der Supramaximalversorgung in Rheinland-Pfalz und ein international anerkannter Wissenschaftsstandort. Sie umfasst mehr als 60 Kliniken, Institute und Abteilungen, die fächerübergreifend zusammenarbeiten. Hochspezialisierte Patientenversorgung, Forschung und Lehre bilden in der Universitätsmedizin Mainz eine untrennbare Einheit. Rund 3.300 Studierende der Medizin und Zahnmedizin werden in Mainz ausgebildet. Mit rund 7.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist die Universitätsmedizin zudem einer der größten Arbeitgeber der Region und ein wichtiger Wachstums- und Innovationsmotor.

Weitere Informationen im Internet unter www.unimedizin-mainz.de 

Oliver Kreft | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Künstlicher Leberfleck als Frühwarnsystem
19.04.2018 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

nachricht Weltweit einmalig: Korrekte Diagnose der Lungentuberkulose in nur drei Tagen
16.04.2018 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Verbesserte Stabilität von Kunststoff-Leuchtdioden

Polymer-Leuchtdioden (PLEDs) sind attraktiv für den Einsatz in großflächigen Displays und Lichtpanelen, aber ihre begrenzte Stabilität verhindert die Kommerzialisierung. Wissenschaftler aus dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPIP) in Mainz haben jetzt die Ursachen der Instabilität aufgedeckt.

Bildschirme und Smartphones, die gerollt und hochgeklappt werden können, sind Anwendungen, die in Zukunft durch die Entwicklung von polymerbasierten...

Im Focus: Writing and deleting magnets with lasers

Study published in the journal ACS Applied Materials & Interfaces is the outcome of an international effort that included teams from Dresden and Berlin in Germany, and the US.

Scientists at the Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) together with colleagues from the Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) and the University of Virginia...

Im Focus: Gammastrahlungsblitze aus Plasmafäden

Neuartige hocheffiziente und brillante Quelle für Gammastrahlung: Anhand von Modellrechnungen haben Physiker des Heidelberger MPI für Kernphysik eine neue Methode für eine effiziente und brillante Gammastrahlungsquelle vorgeschlagen. Ein gigantischer Gammastrahlungsblitz wird hier durch die Wechselwirkung eines dichten ultra-relativistischen Elektronenstrahls mit einem dünnen leitenden Festkörper erzeugt. Die reichliche Produktion energetischer Gammastrahlen beruht auf der Aufspaltung des Elektronenstrahls in einzelne Filamente, während dieser den Festkörper durchquert. Die erreichbare Energie und Intensität der Gammastrahlung eröffnet neue und fundamentale Experimente in der Kernphysik.

Die typische Wellenlänge des Lichtes, die mit einem Objekt des Mikrokosmos wechselwirkt, ist umso kürzer, je kleiner dieses Objekt ist. Für Atome reicht dies...

Im Focus: Gamma-ray flashes from plasma filaments

Novel highly efficient and brilliant gamma-ray source: Based on model calculations, physicists of the Max PIanck Institute for Nuclear Physics in Heidelberg propose a novel method for an efficient high-brilliance gamma-ray source. A giant collimated gamma-ray pulse is generated from the interaction of a dense ultra-relativistic electron beam with a thin solid conductor. Energetic gamma-rays are copiously produced as the electron beam splits into filaments while propagating across the conductor. The resulting gamma-ray energy and flux enable novel experiments in nuclear and fundamental physics.

The typical wavelength of light interacting with an object of the microcosm scales with the size of this object. For atoms, this ranges from visible light to...

Im Focus: Wie schwingt ein Molekül, wenn es berührt wird?

Physiker aus Regensburg, Kanazawa und Kalmar untersuchen Einfluss eines äußeren Kraftfeldes

Physiker der Universität Regensburg (Deutschland), der Kanazawa University (Japan) und der Linnaeus University in Kalmar (Schweden) haben den Einfluss eines...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

124. Internistenkongress in Mannheim: Internisten rücken Altersmedizin in den Fokus

19.04.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Juni 2018

17.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Nachhaltige und innovative Lösungen

19.04.2018 | HANNOVER MESSE

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Auf dem Weg zur optischen Kernuhr

19.04.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics