Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die Rolle von Autoantigenen bei der Entstehung von bösartigen Erkrankungen des Immunsystems

20.12.2013
Über die Entstehung des Plasmozytom (bzw. Multiples Myelom), einer bösartigen Erkrankung des Knochenmarks, ist wenig bekannt.

Eine Arbeitshypothese geht von einer permanenten Stimulation des Immunsystems durch sog. Autoantigene aus. Das sind körpereigene Substanzen, die vom Immunsystem als „fremd“ erkannt werden, und gegen die es eine Immunreaktion entwickelt.

Forscher der Universität des Saarlandes haben mehrere Autoantigene entdeckt, die in Patienten mit Plasmozytom in veränderter Form vorliegen. Ziel des aktuellen Forschungsprojektes ist es, auch bei anderen Erkrankungen des Knochenmarks solche Autoantigene zu identifizieren, die eine Rolle bei der Entstehung dieser Erkrankungen spielen.

Neoplasien (Gewebsneubildungen) können jegliche Art von Geweben betreffen. Es gibt gutartige und bösartige Formen, die in allen Organen auftreten können, unter anderem auch im Blut bzw. im Knochenmark. Sind Zellen des Immunsystems betroffen, so entstehen daraus Lymphome oder Plasmozytome.

Eine der Theorien zur Entstehung dieser Krankheiten beruht auf der Annahme, dass das Immunsystem durch bestimmte Substanzen permanent stimuliert wird und dass sich durch diese Stimulation die Zellen des Immunsystem häufiger teilen, dabei genetische Defekte anhäufen und schließlich unkontrolliert wachsen. Solche stimulierenden Substanzen (Antigene) zu entdecken, steht im Mittelpunkt dieser Forschung. Das Team um Professor Michael Pfreundschuh konzentriert sich dabei auf die Antigene, die im menschlichen Körper vorkommen und das Immunsystem stimulieren, die sogenannten Autoantigene.

Zur Identifizierung solcher Autoantigene haben die Wissenschaftler ein Verfahren entwickelt, das solche Autoantigene dadurch erkennen lässt, dass das Immunsystem Antikörper gegen diese körpereigenen Substanzen entwickelt. „Wir benutzen deshalb Methoden der Gentechnik, um im Labor die entsprechenden Antikörper rekombinant, d.h. mit den Methoden der Gentechnik herzustellen, und mit diesen Antikörpern neue Autoantigene zu identifizieren, die für die chronische Antigenstimulation und somit für die Entstehung der Plasmozytome und Lymphome verantwortlich sind“, erklärt Professor Michael Pfreundschuh.

Dabei erwarten die Homburger Forscher sowohl vererbbare als auch erworbene Unterschiede zu finden. Die so gewonnenen Erkenntnisse können in Zukunft zur Frühdiagnostik und gegebenenfalls auch zur prophylaktischen Therapie genutzt werden.

Kontakt (Projektleitung):
Prof. Dr. med. Michael Pfreundschuh, Universität des Saarlandes, Telefon: +49 (0)6841 1623002, E-Mail: michael.pfreundschuh@uks.eu

Die Wilhelm Sander-Stiftung fördert dieses Forschungsprojekt mit rund 140.000 Euro. Stiftungszweck ist die Förderung der medizinischen Forschung, insbesondere von Projekten im Rahmen der Krebsbekämpfung. Seit Gründung der Stiftung wurden insgesamt über 190 Millionen Euro für die Forschungsförderung in Deutschland und der Schweiz bewilligt. Die Stiftung geht aus dem Nachlass des gleichnamigen Unternehmers hervor, der 1973 verstorben ist.

Bernhard Knappe | idw
Weitere Informationen:
http://www.wilhelm-sander-stiftung.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Anzeichen einer Psychose zeigen sich in den Hirnwindungen
26.04.2018 | Universität Basel

nachricht Revolutionär: Ein Algensaft deckt täglichen Vitamin-B12-Bedarf
23.04.2018 | Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Why we need erasable MRI scans

New technology could allow an MRI contrast agent to 'blink off,' helping doctors diagnose disease

Magnetic resonance imaging, or MRI, is a widely used medical tool for taking pictures of the insides of our body. One way to make MRI scans easier to read is...

Im Focus: Fraunhofer ISE und teamtechnik bringen leitfähiges Kleben für Siliciumsolarzellen zu Industriereife

Das Kleben der Zellverbinder von Hocheffizienz-Solarzellen im industriellen Maßstab ist laut dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE und dem Anlagenhersteller teamtechnik marktreif. Als Ergebnis des gemeinsamen Forschungsprojekts »KleVer« ist die Klebetechnologie inzwischen so weit ausgereift, dass sie als alternative Verschaltungstechnologie zum weit verbreiteten Weichlöten angewendet werden kann. Durch die im Vergleich zum Löten wesentlich niedrigeren Prozesstemperaturen können vor allem temperatursensitive Hocheffizienzzellen schonend und materialsparend verschaltet werden.

Dabei ist der Durchsatz in der industriellen Produktion nur geringfügig niedriger als beim Verlöten der Zellen. Die Zuverlässigkeit der Klebeverbindung wurde...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: Innovatives 3D-Druckverfahren für die Raumfahrt

Auf der Hannover Messe 2018 präsentiert die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), wie Astronauten in Zukunft Werkzeug oder Ersatzteile per 3D-Druck in der Schwerelosigkeit selbst herstellen können. So können Gewicht und damit auch Transportkosten für Weltraummissionen deutlich reduziert werden. Besucherinnen und Besucher können das innovative additive Fertigungsverfahren auf der Messe live erleben.

Pulverbasierte additive Fertigung unter Schwerelosigkeit heißt das Projekt, bei dem ein Bauteil durch Aufbringen von Pulverschichten und selektivem...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: innovative 3D printing method for space flight

At the Hannover Messe 2018, the Bundesanstalt für Materialforschung und-prüfung (BAM) will show how, in the future, astronauts could produce their own tools or spare parts in zero gravity using 3D printing. This will reduce, weight and transport costs for space missions. Visitors can experience the innovative additive manufacturing process live at the fair.

Powder-based additive manufacturing in zero gravity is the name of the project in which a component is produced by applying metallic powder layers and then...

Im Focus: IWS-Ingenieure formen moderne Alu-Bauteile für zukünftige Flugzeuge

Mit Unterdruck zum Leichtbau-Flugzeug

Ingenieure des Fraunhofer-Instituts für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) in Dresden haben in Kooperation mit Industriepartnern ein innovatives Verfahren...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Konferenz »Encoding Cultures. Leben mit intelligenten Maschinen« | 27. & 28.04.2018 ZKM | Karlsruhe

26.04.2018 | Veranstaltungen

Konferenz zur Marktentwicklung von Gigabitnetzen in Deutschland

26.04.2018 | Veranstaltungen

infernum-Tag 2018: Digitalisierung und Nachhaltigkeit

24.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Weltrekord an der Uni Paderborn: Optische Datenübertragung mit 128 Gigabits pro Sekunde

26.04.2018 | Informationstechnologie

Multifunktionaler Mikroschwimmer transportiert Fracht und zerstört sich selbst

26.04.2018 | Biowissenschaften Chemie

Berner Mars-Kamera liefert erste farbige Bilder vom Mars

26.04.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics