Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Pharmaunternehmen forschen gegen die Demenzepidemie

19.09.2008
"Es gibt Hoffnung im Kampf gegen Alzheimer: 38 innovative Präparate gegen die bedrohliche Hirnerkrankung werden derzeit mit Patienten erprobt. Sechs davon stehen in der finalen Studienphase, nach der im Erfolgsfall die Zulassung beantragt werden kann."

Das erklärte Cornelia Yzer, Hauptgeschäftsführerin des Verbands Forschender Arzneimittelhersteller (VFA) heute mit Blick auf den Welt-Alzheimer-Tag am 21. September. "Die forschenden Pharmaunternehmen setzen alles daran, die drohende Alzheimer-Epidemie durch neue Medikamente abzuwenden.

Unter ihren Präparaten in Erprobung sind auch mehrere Impfstoffe, die die körpereigene Abwehr in den Kampf gegen den Hirnverfall einbeziehen. Einer davon wird derzeit unter Beteiligung deutscher Kliniken mit Patienten getestet."

Die Unternehmen beschreiten mit diesen Präparaten unterschiedliche Wege, um den Gehirnverfall aufzuhalten. Einige wirken den Alzheimer-typischen Veränderungen in den Nervenzellen, andere den Ablagerungen zwischen den Zellen entgegen. Die Alzheimer-Impfstoffe, die derzeit erprobt werden, sollen das Immunsystem gezielt mobilisieren, damit es selbst die Ablagerungen zwischen den Zellen beseitigt.

"Die forschende Pharmaindustrie hat speziell in Deutschland mehrere auf Alzheimer spezialisierte Labors aufgebaut", so Yzer weiter. "Die industrielle Pharmaforschung leistet damit einen wesentlichen Beitrag dazu, dass unsere Gesellschaft die Herausforderungen durch den demographischen Wandel bewältigen kann. Aus dem gleichen Grund forscht sie auch intensiv zu thrombotischen Erkrankungen, Diabetes und Krebs - gerade auch in Deutschland."

"Um eine so komplexe Krankheit wie Alzheimer zu überwinden, sind aber gemeinsame Anstrengungen der öffentlichen und der industriellen Forschung nötig", so Yzer abschließend. Ein erfreuliches Beispiel dafür stelle die Innovative Medicines Initiative (IMI) der Europäischen Union dar, die auch einen Forschungsschwerpunkt bei Alzheimer und anderen neurodegenerativen Erkrankungen vorsieht; ihre Fördermittel kommen zu gleichen Teilen von der EU und den forschenden Arzneimittelherstellern und können von industriell-akademischen Forschungskooperationen beantragt werden. Auch das neue Helmholtz-Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen in Bonn, das derzeit mit Mitteln des Forschungsministeriums entsteht, werde das wissenschaftliche Umfeld für die Therapieentwicklung in Deutschland stärken.

Der Verband Forschender Arzneimittelhersteller e.V. (VFA) ist der Wirtschaftsverband der forschenden Arzneimittelhersteller in Deutschland. Er vertritt die Interessen von 46 weltweit führenden Herstellern und ihren über 100 Tochter- und Schwesterfirmen in der Gesundheits-, Forschungs- und Wirtschaftspolitik. Die Mitglieder des VFA repräsentieren rund zwei Drittel des gesamten deutschen Arzneimittelmarktes und beschäftigen in Deutschland mehr als 90.000 Mitarbeiter. Rund 17.000 davon arbeiten in Forschung und Entwicklung.

Dr. Rolf Hömke | idw
Weitere Informationen:
http://www.vfa.de/
http://www.vfa.de/de/forschung/aktuellfo/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Herzerkrankungen: Wenn weniger mehr ist
30.03.2017 | Universitätsspital Bern

nachricht Stoßlüften ist besser als gekippte Fenster
29.03.2017 | Technische Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Atome rennen sehen - Phasenübergang live beobachtet

Ein Wimpernschlag ist unendlich lang dagegen – innerhalb von 350 Billiardsteln einer Sekunde arrangieren sich die Atome neu. Das renommierte Fachmagazin Nature berichtet in seiner aktuellen Ausgabe*: Wissenschaftler vom Center for Nanointegration (CENIDE) der Universität Duisburg-Essen (UDE) haben die Bewegungen eines eindimensionalen Materials erstmals live verfolgen können. Dazu arbeiteten sie mit Kollegen der Universität Paderborn zusammen. Die Forscher fanden heraus, dass die Beschleunigung der Atome jeden Porsche stehenlässt.

Egal wie klein sie sind, die uns im Alltag umgebenden Dinge sind dreidimensional: Salzkristalle, Pollen, Staub. Selbst Alufolie hat eine gewisse Dicke. Das...

Im Focus: Kleinstmagnete für zukünftige Datenspeicher

Ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Chemikern der ETH Zürich hat eine neue Methode entwickelt, um eine Oberfläche mit einzelnen magnetisierbaren Atomen zu bestücken. Interessant ist dies insbesondere für die Entwicklung neuartiger winziger Datenträger.

Die Idee ist faszinierend: Auf kleinstem Platz könnten riesige Datenmengen gespeichert werden, wenn man für eine Informationseinheit (in der binären...

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Nierentransplantationen: Weisse Blutzellen kontrollieren Virusvermehrung

30.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Zuckerrübenschnitzel: der neue Rohstoff für Werkstoffe?

30.03.2017 | Materialwissenschaften

Integrating Light – Your Partner LZH: Das LZH auf der Hannover Messe 2017

30.03.2017 | HANNOVER MESSE