Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Nuklearmedizinische Herzdiagnostik - Schneller und schonender

05.04.2013
Die Anzahl von Herzerkrankungen steigt stetig. Sie gehören in Deutschland zu den häufigsten Todesursachen. Die Untersuchung der Durchblutung und des Stoffwechsels des Herzmuskels mit nuklearmedizinischen Methoden hat eine rasante Entwicklung genommen.

Durch sie können ohne Eingriff in den Körper in kurzer Zeit die Durchblutung dieses Muskels einfach und verlässlich dargestellt und so wichtige Erkenntnisse über Funktion und Zustand des Herzmuskels gewonnen werden. Dadurch sind beispielsweise sehr genaue Prognosen zum Infarktrisiko des Patienten möglich.

Bei Patienten mit Beschwerden, die auf eine mangelhafte Durchblutung des Herzens hinweisen, ist es wichtig, möglichst ohne Nebenwirkungen festzustellen, ob diese vom Herzen stammen oder ob dafür eine andere Ursache vorliegt. Die nuklearmedizinische Myokardszintigraphie stellt dabei ein etabliertes Verfahren zum Nachweis oder zum Ausschluss von Durchblutungsstörungen des Herzmuskels dar.

Bei einer Myokardszintigraphie unterzieht sich der Patient zunächst einer körperlichen oder medikamentösen Belastung, entweder durch Fahrradfahren auf einem Ergometer oder mit Hilfe eines durchblutungssteigernden Medikamentes. Unter Spitzenbelastung wird dann ein Radio Tracer – ein schwach radioaktives Molekül – gespritzt, der sich entsprechend der Durchblutung im Herzmuskel anreichert. Nach Abschluss der Belastung können so durch eine Gamma Kamera-Aufnahme signifikante Verengungen der Herzkranzgefäßen nachgewiesen werden, denn diese führen unter Belastung zu einer Durchblutungsstörung des Herzmuskels und somit zu einer verringerten Anreicherung des Radio Tracers im entsprechenden Abschnitt des Herzmuskels.
In diesen Fällen besteht durch die Herzkranzgefäßverengung ein hohes Herzinfarktrisiko für den Patienten. Es folgt dann in der Regel eine Herzkatheteruntersuchung mit einer Aufdehnung dieser Verengung. Ist das Ergebnis der Myokardszintigraphie hingegen unauffällig, kann sehr häufig auf die aufwändige und den Patienten zudem belastende Herzkatheteruntersuchung verzichtet werden.

Die nuklearmedizinische Herzdiagnostik spielt auch eine Vorreiterrolle in der Entwicklung von neuen Kamerasystemen. Inzwischen werden nuklearmedizinische Kameras angeboten, die auf Herzaufnahmen spezialisiert sind und eine Reihe von Neuentwicklungen beinhalten. Der Trend geht dabei hin zu einer Minimierung der Aufnahmezeiten sowie der Strahlenexposition. Von großem Vorteil ist in diesem Zusammenhang insbesondere die zehnfach gesteigerte Empfindlichkeit gegenüber einer normalen Gamma Kamera. Diese kann genutzt werden, um die Aufnahmezeit deutlich zu reduzieren und die dem Patienten verabreichte Radioaktivitätsmenge – und damit die Strahlenbelastung – zu verringern. Eine Aufnahme des Herzens kann so in wenigen Minuten bei nur einem Viertel der Strahlenbelastung durchgeführt werden. Die neuesten Kamerasysteme sind somit schonender und bieten zudem einen höheren Komfort für den Patienten. Diese neue Generation der schnellen nuklearmedizinischen Herzkameras ist weltweit auf dem Vormarsch und wird zunehmend auch in Deutschland in der klinischen Praxis eingesetzt.

Es ist zu erwarten, dass die Vorteile dieser neuen Kamerasysteme in Zukunft nicht nur auf Anwendungen im Herz-Bereich beschränkt bleiben werden. Einzelne Komponenten der Aufnahmetechnik sind auch auf andere Bereiche der Nuklearmedizin übertragbar. Hierdurch wird insgesamt eine Weiterentwicklung des Fachgebietes hin zu einer patientenorientierten, schnellen sowie geringer strahlenbelastenden Technik gefördert werden.

Die Myokardszintigraphie und der gesamte Bereich der kardialen Bildgebung bilden ein Schwerpunktthema auf der 51. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Nuklearmedizin e.V., der NuklearMedizin 2013. Die Tagung findet vom 17. bis 20. April auf dem Gelände der Messe Bremen statt. In bewährter Weise bietet die Kombination aus Kongress, für den international renommierte Referenten gewonnen werden konnten, einem interaktiven Fortbildungsprogramm sowie der in Deutschland größten, branchenspezifischen Industrieausstellung eine ideale Plattform für wissenschaftlichen Austausch und Weiterbildung. Damit zählt die NuklearMedizin 2013 zu den international bedeutendsten und größten Tagungen für Nuklearmedizin. In diesem Jahr werden rund 2.000 Teilnehmer – Mediziner, Naturwissenschaftler, medizinisch-technisches Personal und auch Pflegekräfte – erwartet.

Sämtliche Informationen zur NuklearMedizin 2013 stehen auf der Kongresshomepage http://www.nuklearmedizin2013.de zur Verfügung. Dort ist auch die Presseakkreditierung zum Kongress möglich.
Kontakt:
Deutsche Gesellschaft für Nuklearmedizin e.V.
Pressereferat, Stefanie Neu
Nikolaistraße 29, D-37073 Göttingen
Tel. 0551.48857-402, info@nuklearmedizin.de

DGN e.V. Pressestelle | idw
Weitere Informationen:
http://www.nuklearmedizin.de
http://www.nuklearmedizin2013.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neue Methode der Eisenverabreichung
26.04.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

nachricht Bestrahlung bei Hirntumoren? Eine neue, verlässlichere Einteilung erleichtert die Entscheidung
26.04.2017 | Universitätsklinikum Heidelberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie