Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Bio-Marker verbessern Voraussage des akuten Nierenschadens bei Herzschwäche-Patienten

30.08.2010
PA der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie zum Europäischen Kardiologenkongress in Stockholm

„Aufgrund aktueller Daten muss angenommen werden, dass neue Biomarker die Voraussage des akuten Nierenschadens bei Herzinsuffizienz (HI)-Patienten deutlich verbessern können“, so Professor Dr. Günter Breithardt (Münster) auf dem Europäischen Kardiologenkongress (ESC; 28. August bis 1. September) in Stockholm.

Die enge Wechselwirkung zwischen Herz- und Nierenfunktion gewinnt zunehmend an Bedeutung. Prof. Breithardt: „Es ist heute zum Beispiel nachgewiesen, dass HI-Patienten, die bei Eintritt ins Krankenhaus eine eingeschränkte Nierenfunktion aufweisen, ein signifikant erhöhtes Sterblichkeits-Risiko aufweisen. Darüber hinaus ist der akute Nierenschaden eine häufige Komplikation in der Behandlung der akuten HI. Ungefähr 20 bis 40 Prozent aller Patienten, die aufgrund einer akuten HI hospitalisiert werden, erleiden im Krankenhaus einen akuten Nierenschaden. Dieser geht mit einem signifikant erhöhten Krankenhausaufenthalt, Behandlungskosten und Sterblichkeit einher.“

Hoffnungsträger Neutrophil gelatinase-associated lipocalin (NGAL) und Neopterin
Renale Biomarker gewinnen deshalb an Bedeutung, weil sie die Voraussage des akuten Nierenschadens vereinfachen könnten. Die Arbeitsgruppe um Prof. Breithardt hat den Nutzen des Bio-Markers Neutrophil gelatinase-associated lipocalin (NGAL) bei 87 Patienten mit akuter HI untersucht. Alle Patienten klagten über Atemnot (NYHA III/IV), zeigten radiologische Zeichen einer akuten HI und hatten einen BNP-Wert über 500pg/ml. NGAL-Werte wurden bei Eintritt und danach sechs-stündlich bis 48 Stunden nach Eintritt, Kreatinin-Werte täglich bis Tag 3 abgenommen. Insgesamt erlitten 20 Prozent der Patienten einen Nierenschaden während der ersten drei Tage. Diese Patienten waren signifikant häufiger Diabetiker und litten unter einer chronischen Niereninsuffizienz.

Dennoch konnten andere Parameter (Eintritts-Kreatinin, GFR-Werte, GFR-Klassen oder Eintritts-NGAL-Werte) das Auftreten eines Nierenschadens voraussagen. „Bei Berücksichtigung der seriellen NGAL-Messungen zeigte sich jedoch, dass die NGAL-Werte 12 Stunden vor dem definierendem Kreatinin-Anstieg deutlich zunahmen“, so Prof. Breithardt. „Diese Werte waren in der Lage, das Auftreten eines Nierenschadens signifikant vorauszusagen.“

In einer ähnlichen Studie mit 330 Atemnot-Patienten (2/3 HI-Patienten) sagte die Einmalmessung von Neopterin, einem weiteren vielversprechenden Biomarker, ebenfalls das Auftreten eines akuten Nierenschadens voraus. „Erneut war die Voraussage des neuen Biomarkers gängigen Nierenparametern überlegen“, so Prof Breithardt. Der genaue zeitliche Vorsprung durch die neuen Biomarker und der Erfolg einer Biomarker-geleiteten Therapie zur Vermeidung des Nierenschadens „sind Fragen aktuell laufender Studien, die mit Spannung erwartet werden.“

Kontakt:
Prof. Dr. Eckart Fleck (Pressesprecher der DGK)
Roland Bettschart, B&K - Medien- und Kommunikationsberatung GmbH
Mobil +43-676-6356775; Tel.: +43-1-3194378-22; bettschart@bkkommunikation.com

Christiane Limberg | idw
Weitere Informationen:
http://www.dgk.org

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neuer Ansatz gegen Gastritis
10.08.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Wenn Schimmelpilze das Auge zerstören
10.08.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Beschichtung lässt Muscheln abrutschen

18.08.2017 | Materialwissenschaften

Fettleber produziert Eiweiße, die andere Organe schädigen können

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

18.08.2017 | Geowissenschaften