Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Nanopartikel revolutionieren HNO-Heilkunde: Krebstherapie und Implantatversorgung effizienter

30.04.2013
84. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V. (DGHNO KHC),
8. bis 12. Mai 2013, Nürnberg Convention Center (NCC Ost)

Die Nanotechnologie gilt als eine der Schlüsseltechnologien des 21. Jahrhunderts. Neuartige Materialien, Werkstoffe und Beschichtungen, die mithilfe nanotechnologischer Methoden in der Industrie hergestellt werden, helfen auch in der Medizin. So können Forscher beispielsweise die Krebstherapie und die Implantatversorgung wesentlich verbessern.

Darüber, welche Anwendungen mit Nanopartikeln aus Sicht der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde als besonders vielversprechend gelten und welche Methoden Patienten bereits heute zugute kommen, berichten Experten auf einer Pressekonferenz am 7. Mai 2013 in Nürnberg anlässlich der 84. Jahresversammlung der Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie (DGHNO KHC).

Der Einsatz von Nanopartikeln in der Therapie steht noch am Anfang. Bereits etabliert sind entzündungshemmende Beschichtungen von Implantaten, wie etwa künstlichen Hüftgelenken. „Wir gehen davon aus, dass derartige Beschichtungen auch bald dazu beitragen, Innenohr-Implantate, sogenannte Cochlea-Implantate, besser verträglich zu machen“, erläutert Professor Dr. med. Christoph Alexiou, Oberarzt an der HNO-Klinik Erlangen und Leiter der dortigen Sektion für Experimentelle Onkologie und Nanomedizin (SEON). „Ein Überzug aus nanokristallinem Diamant könnte sie zudem haltbarer machen.“ Besonders vielversprechend ist der Einsatz von Nanopartikeln in der Therapie von Krebspatienten: Hierbei können Ärzte gezielt Wirkstoffe zum Tumorherd transportieren, Drug-Delivery-System genannt.

Dieser Therapieansatz profitiert von Nanopartikeln, die bis zu einem Millionstel Millimeter klein sind. Dadurch haben sie die physikalische Eigenschaft, besonders reaktionsfreudig zu sein und die Zellmembran zu passieren. Bindet man einen Wirkstoff – beispielsweise ein Chemotherapeutikum – an den Nanopartikel, kann er in die Zelle eindringen und dort wirken. „Zum einen setzen wir nun Wirkstoffe ein, die aufgrund ihrer Eigenschaften bislang nicht entsprechend genutzt werden konnten. Zum anderen können wir diese gezielter verwenden, indem wir sie an den Ort bringen, an welchem sie ihre Wirkung entfalten sollen“, erklärt Alexiou.

Superparamagnetische Eisenoxidnanopartikel (SPION) gelten in der Onkologie als besondere Hoffnungsträger: Mit einem chemotherapeutischen Wirkstoff beladen sollen die magnetischen Winzlinge gezielt in Krebsherde dirigiert werden. In Tierversuchen konnte Alexiou nachweisen, dass sich ein Chemotherapeutikum mithilfe der Magnetsteuerung im Tumorgewebe 114 Mal stärker anreichern lässt als mit einer herkömmlichen, konventionellen Chemotherapie. So verschwanden zahlreiche Krebsherde sogar vollständig. „Mit der entsprechenden finanziellen Förderung sind wir zuversichtlich, eine effiziente und nebenwirkungsarme Tumortherapie entwickeln zu können“, sagt Alexiou. Das sei gerade auch in der HNO-Heilkunde wichtig – denn hier liegen Tumoren häufig an Orten, die schwer zugänglich sind und damit keine oder keine vollständige operative Entfernung erlauben.

„Vor einer breiten Anwendung von Nanopartikeln in der Medizin sind aber noch weitere, umfassende Tests zur Sicherheit der verwendeten Substanzen erforderlich“, betont Alexiou. Denn ebenso wie die positiven Eigenschaften der Nanopartikel kann auch ihre Toxizität je nach Beschaffenheit und Konzentration deutlich unterschiedlich ausfallen. Über Vor- und Nachteile sowie weitere Anwendungsbereiche berichtet Alexiou auf der Pressekonferenz am 7. Mai 2013 anlässlich der 84. Jahresversammlung der DGHNO KHC. Weitere Informationen zur 84. Jahresversammlung finden Interessierte unter http://www.hno.org.

Terminhinweise:

84. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für
Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V. (DGHNO KHC)
Termin: 8. bis 12. Mai 2013
Ort: Nürnberg Convention Center (NCC Ost)

Kongress-Pressekonferenz
Termin: Dienstag, 7. Mai 2013, 11.00 bis 12.00 Uhr
Ort: Maritim Hotel Nürnberg, Raum Martin Behaim
Anschrift: Frauentorgraben 11, 90443 Nürnberg
Thema u. a.:
Nanotechnik und roboterassistierte Operationen: Von welchen Innovationen profitieren HNO-Patienten schon heute? (Live-Demo-OP auf dem Kongress)

Dr. med. Balazs Lörincz/Professor Dr. med. Christoph Alexiou

Vortragsreihe:
Nanomedizin – Innovationen in Diagnostik und Therapie
Termin: Freitag, 10. Mai 2013, 17.30 bis 19.00 Uhr
Ort: Saal Kopenhagen, NCC Ost

Kontakt für Journalisten:
Pressestelle der 84. Jahresversammlung der DGHNO KHC:
Christina Seddig
Postfach 30 11 20
70451 Stuttgart
Telefon: 0711 8931-442
Telefax: 0711-8931-167
E-Mail: seddig@medizinkommunikation.org

Christina Seddig | idw
Weitere Informationen:
http://www.hno.org

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Revolutionär: Ein Algensaft deckt täglichen Vitamin-B12-Bedarf
23.04.2018 | Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde

nachricht Eine Teleskopschiene für Nanomaschinen
20.04.2018 | Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme, Standort Stuttgart, Stuttgart

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Metalle verbinden ohne Schweißen

Kieler Prototyp für neue Verbindungstechnik wird auf Hannover Messe präsentiert

Schweißen ist noch immer die Standardtechnik, um Metalle miteinander zu verbinden. Doch das aufwändige Verfahren unter hohen Temperaturen ist nicht überall...

Im Focus: Software mit Grips

Ein computergestütztes Netzwerk zeigt, wie die Ionenkanäle in der Membran von Nervenzellen so verschiedenartige Fähigkeiten wie Kurzzeitgedächtnis und Hirnwellen steuern können

Nervenzellen, die auch dann aktiv sind, wenn der auslösende Reiz verstummt ist, sind die Grundlage für ein Kurzzeitgedächtnis. Durch rhythmisch aktive...

Im Focus: Der komplette Zellatlas und Stammbaum eines unsterblichen Plattwurms

Von einer einzigen Stammzelle zur Vielzahl hochdifferenzierter Körperzellen: Den vollständigen Stammbaum eines ausgewachsenen Organismus haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Berlin und München in „Science“ publiziert. Entscheidend war der kombinierte Einsatz von RNA- und computerbasierten Technologien.

Wie werden aus einheitlichen Stammzellen komplexe Körperzellen mit sehr unterschiedlichen Funktionen? Die Differenzierung von Stammzellen in verschiedenste...

Im Focus: Spider silk key to new bone-fixing composite

University of Connecticut researchers have created a biodegradable composite made of silk fibers that can be used to repair broken load-bearing bones without the complications sometimes presented by other materials.

Repairing major load-bearing bones such as those in the leg can be a long and uncomfortable process.

Im Focus: Verbesserte Stabilität von Kunststoff-Leuchtdioden

Polymer-Leuchtdioden (PLEDs) sind attraktiv für den Einsatz in großflächigen Displays und Lichtpanelen, aber ihre begrenzte Stabilität verhindert die Kommerzialisierung. Wissenschaftler aus dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPIP) in Mainz haben jetzt die Ursachen der Instabilität aufgedeckt.

Bildschirme und Smartphones, die gerollt und hochgeklappt werden können, sind Anwendungen, die in Zukunft durch die Entwicklung von polymerbasierten...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

124. Internistenkongress in Mannheim: Internisten rücken Altersmedizin in den Fokus

19.04.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Juni 2018

17.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Metalle verbinden ohne Schweißen

23.04.2018 | HANNOVER MESSE

Revolutionär: Ein Algensaft deckt täglichen Vitamin-B12-Bedarf

23.04.2018 | Medizin Gesundheit

Wie zerfallen kleinste Bleiteilchen?

23.04.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics